USA suchen Kontakt zum Iran – zugleich stehen neue Militärschläge im Raum

Die US-Regierung unternimmt offenbar einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des Iran-Krieges. Gleichzeitig gibt es Berichte über mögliche weitere amerikanische Militärangriffe. Washington verfolgt damit zumindest nach außen zwei unterschiedliche Handlungsoptionen: Verhandlungen und militärischen Druck. Wie die Zeitung WELT in einem Bericht vom 29. Oktober 2026 unter Berufung auf das Wall Street Journal berichtet, soll US-Vizepräsident JD Vance einen Brief an Mohsen Resaei, den Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Iran, geschickt haben.

Das Schreiben soll Möglichkeiten für die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen ausloten. Konkrete Bedingungen für eine Friedensvereinbarung enthält es dem Bericht zufolge noch nicht.

Initiative kam von wem?

Unklar ist, von wem die Initiative ausging. Während das Wall Street Journal von einer Initiative Donald Trumps berichtet, erklärte der US-Präsident, Vance habe ihn um Zustimmung gebeten und er habe den Schritt lediglich gebilligt. Parallel dazu sollen die USA mehrere Golfstaaten aufgefordert haben, sich auf einen möglichen kurzen, intensiven Militäreinsatz gegen den Iran nach den amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November vorzubereiten. Eine endgültige Entscheidung über einen solchen Einsatz soll Trump bislang nicht getroffen haben.

Aus Teheran kommen unterdessen deutliche Warnungen. Die iranische Führung droht bei erneuten Angriffen mit umfassender Vergeltung. Als mögliche Ziele nannte Resaei auch Infrastruktur mit Verbindungen zu den USA, darunter Rechenzentren und Einrichtungen im Bereich künstlicher Intelligenz. Der Hintergrund ist der seit Ende Februar andauernde Krieg, der mit amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran begann. Die anschließende Blockade der Straße von Hormus durch die iranischen Revolutionsgarden hat erhebliche Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte. Nach dem Scheitern einer Vereinbarung im Juni kamen diplomatische Bemühungen kaum noch voran.

Der aktuelle Vorstoß lässt deshalb zwei Deutungen zu: Die USA könnten tatsächlich versuchen, eine diplomatische Lösung zu ermöglichen. Ebenso könnte das Gesprächsangebot Teil einer Strategie sein, die Teheran unter zusätzlichen militärischen Druck setzt. Welche Absicht überwiegt, lässt sich aus den bisherigen Berichten nicht sicher feststellen. Fest steht vor allem, dass die diplomatische Kontaktaufnahme und die Berichte über mögliche neue Angriffe zeitlich zusammenfallen. Ob daraus Verhandlungen oder eine weitere militärische Eskalation entstehen, bleibt offen.