Mehrheit der Deutschen fordert Merz’ Rücktritt

Für Friedrich Merz wird es ungemütlich. Nach schweren Wahlniederlagen seiner CDU erreicht der Druck auf den Bundeskanzler nun eine neue Dimension. Eine Mehrheit der Befragten will, dass Merz seinen Posten räumt.

Trendbarometer: Mehrheit möchte Rücktritt

Im aktuellen Forsa-Trendbarometer sprechen sich 55 Prozent für einen Rücktritt des Kanzlers aus. Nur 40 Prozent wollen, dass Merz im Amt bleibt.

Besonders heftig fällt die Ablehnung im Osten Deutschlands aus. Dort wünschen sich 68 Prozent einen Wechsel an der Regierungsspitze. Unter AfD-Anhängern sind es sogar 89 Prozent, bei den Anhängern der Linken 65 Prozent. Und selbst in den eigenen Reihen bröckelt der Rückhalt. 21 Prozent der Unionsanhänger wollen Merz nicht länger als Kanzler sehen.

Die neuen Zahlen kommen für Merz zur denkbar schlechten Zeit. Erst die Wahlschlappen, jetzt der Absturz in der Umfrage. In Mecklenburg-Vorpommern scheiterte die CDU an der Fünf-Prozent-Hürde. In Berlin wurde erstmals die Linke stärkste Kraft.

Wie stark sich das Blatt gewendet hat, zeigt ein weiterer Wert. Nur noch elf Prozent der Befragten sind mit der Arbeit von Merz zufrieden. Kurz nach seinem Amtsantritt im Mai 2025 waren es noch mehr als 40 Prozent. Der Vertrauensvorschuss aus den ersten Wochen seiner Kanzlerschaft ist damit weitgehend verschwunden.

Merz selbst denkt dennoch nicht ans Aufgeben. Einen Rückzug schließt er aus. Der Kanzler will bleiben. Damit steht er vor der Aufgabe, verlorenen Rückhalt zurückzugewinnen. Nach den Wahlniederlagen und dem Einbruch seiner persönlichen Zustimmungswerte wird sich zeigen, welche Konsequenzen Merz daraus für seine weitere Regierungsarbeit zieht.