US-Präsident Donald Trump hat bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Tennessee die deutsche Energiepolitik scharf kritisiert. Nach einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ behauptete Trump, die Energiewende habe Deutschland beinahe in den wirtschaftlichen Untergang geführt.
Während seiner mehr als einstündigen Rede am Samstag griff Trump insbesondere die Nutzung erneuerbarer Energien an. Er lehnte Windkraftanlagen ab und stellte die Behauptung auf, Länder mit einer auf grüner Energie beruhenden Versorgung seien wirtschaftlich zum Scheitern verurteilt. Deutschland habe diesen Weg eingeschlagen und sei dadurch nach seiner Darstellung nur noch ungefähr zwei Tage von der „Auslöschung“ entfernt gewesen. Belege für diese drastische Einschätzung nannte Trump laut dem Bericht nicht. Seine Äußerungen waren Teil einer Wahlkampfrede, in der er auch mehrere ausländische Politiker und innenpolitische Gegner attackierte.
Strafzölle gegen Macron bzw. Frankreich
So berichtete der US-Präsident von einem angeblichen Telefonat mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Dabei habe er mit Strafzöllen von 250 Prozent auf französische Waren, insbesondere Wein und Champagner, gedroht. Hintergrund sei seine Forderung gewesen, französische Pharmaunternehmen sollten ihre Medikamente in den Vereinigten Staaten zu niedrigeren Preisen anbieten.
Auch den demokratischen Senatskandidaten Abdul El-Sayed griff Trump persönlich an. Den muslimischen Politiker bezeichnete er wiederholt als „Muhammad“, obwohl dies nicht dessen Name ist. Auf entsprechende Einwände reagierte Trump mit dem Hinweis auf seine Stellung als Präsident. Zudem bezeichnete er El-Sayed als radikalen Dschihadisten.
Die Rede fand wenige Wochen vor den amerikanischen Kongresswahlen am 3. November statt. Dabei werden sämtliche Sitze im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel der Senatssitze neu vergeben. Die Republikaner verfügen derzeit in beiden Kammern über knappe Mehrheiten. Ein Verlust einer dieser Mehrheiten würde Trumps politischen Handlungsspielraum erheblich einschränken.
Die von „Die Welt“ geschilderte Rede verband damit Angriffe auf die deutsche Energiewende mit handelspolitischen Drohungen gegen Frankreich und persönlichen Attacken auf einen demokratischen Politiker.