Union nach neuer Umfrage 12 Punkte hinter AfD

Die AfD erreicht in einer neuen INSA-Umfrage erstmals bundesweit 30 Prozent. CDU und CSU kommen auf 18 Prozent. Damit liegen zwischen beiden Parteien zwölf Prozentpunkte. Gegenüber der vorherigen Erhebung legt die AfD um einen Prozentpunkt zu. Die Union verliert einen Punkt. SPD und Grüne erreichen jeweils 14 Prozent, die Linke kommt auf 10 Prozent. FDP und BSW liegen mit jeweils vier Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde. Auf die sonstigen Parteien entfallen zusammen sechs Prozent.

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die seit der Bundestagswahl 2025 zu beobachten ist. Bei der Wahl hatten CDU und CSU noch 28,5 Prozent erreicht und waren damit stärkste Kraft geworden. Die AfD kam damals auf 20,8 Prozent. In der aktuellen INSA-Erhebung haben sich die Verhältnisse umgekehrt. Die Union liegt 10,5 Prozentpunkte unter ihrem damaligen Wahlergebnis, die AfD 9,2 Punkte darüber. Auch für die derzeitige Regierungskoalition aus Union und SPD ergeben sich daraus deutlich veränderte Zahlen. Beide Parteien erreichen in der Umfrage zusammen 32 Prozent. Bei der Bundestagswahl waren es zusammen noch 44,9 Prozent gewesen.

AfD erreicht in INSA-Umfrage erstmals 30 Prozent

INSA hat die Umfragewerte außerdem auf die 630 Sitze des Bundestages umgerechnet. Danach würde die AfD 220 Mandate erhalten. Auf CDU und CSU entfielen 132 Sitze, auf die SPD 103, auf die Grünen 102 und auf die Linke 73. Für eine Mehrheit wären 316 Mandate erforderlich. Union und SPD kämen zusammen auf 235 Sitze und hätten damit keine Mehrheit. Auch SPD, Grüne und Linke würden zusammen darunter bleiben. Bei unveränderter Ablehnung einer Koalition mit der AfD ergäbe sich aus diesen Zahlen eine begrenzte Zahl möglicher Mehrheitsbündnisse. Union, SPD und Grüne kämen gemeinsam auf 337 Mandate und damit über die erforderliche Mehrheit.

Die bundesweiten Zahlen folgen auf ein starkes AfD-Ergebnis bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Dort erreichte die Partei 43,8 Prozent. Die CDU kam auf 17,2 Prozent. Für die Union bedeutet die neue INSA-Erhebung vor allem einen erheblichen Abstand sowohl zur AfD als auch zu ihrem eigenen Bundestagswahlergebnis. Seit der Wahl regiert Bundeskanzler Friedrich Merz gemeinsam mit der SPD. Zu den größeren Entscheidungen der bisherigen Regierungszeit zählen das 500 Milliarden Euro umfassende Sondervermögen sowie die Verankerung des Ziels der Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz.

Ob die aktuellen Werte von Dauer sind, lässt sich aus einer einzelnen Sonntagsfrage nicht ableiten. Umfragen bilden die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Erhebung ab und sind keine Wahlprognosen. Fest steht zunächst nur die Größenordnung der Verschiebung: Bei der Bundestagswahl lag die Union noch 7,7 Prozentpunkte vor der AfD. In der aktuellen INSA-Umfrage liegt die AfD zwölf Punkte vor CDU und CSU.