in Wirtschaft

Der deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch aus Baden-Württemberg, führender Hersteller von Handfeuerwaffen, steht kurz vor der Pleite. Die Waffenfirma ist durch illegale Waffenexporte in die Schlagzeilen geraten: Im Prozess gegen Ex-Mitarbeiter des Unternehmens waren zwei Angeklagte im Februar vom Landgericht Stuttgart zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Heckler & Koch wurde zur Zahlung von 3,7 Millionen Euro verurteilt.

Heckler & Koch hatte von 2006 bis 2009 fast 5.000 Sturmgewehre in mexikanische Unruheprovinzen verkauft. Waffenexporte in diese Regionen waren allerdings nicht erlaubt. Auf den „Einverleibserklärungen“ waren stattdessen mexikanische Bundesstaaten angegeben, in die die Lieferung von Waffen als unproblematisch angesehen wurde.

Die Sturmgewehre von Heckler & Koch gehören heute in mehr als 50 Ländern zur Standardausrüstung von Streitkräften. Dennoch sieht die finanzielle Lage von Heckler & Koch nicht gut aus. Laut der „Welt“ soll ein „unbekannter“ Großaktionär dem Unternehmen bereits mit zwei Überbrückungskrediten von über insgesamt 80 Millionen Euro geholfen haben. Zuletzt machte das Unternehmen Schlagzeilen, weil es von seinen Mitarbeitern Lohnverzicht forderte. Zudem stimmten Angestellte unbezahlten Überstunden zu.

Das Unternehmen hat offenbar hohe Schulden. Bilanzprüfer sehen darin jetzt ein „bestandsgefährdendes Risiko“, wenn es der Firma nicht gelingt, für Liquidität zu sorgen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat Berichten der „Welt am Sonntag“ zufolge unter die Konzernbilanz 2018 eine „Warnpassage“ eingefügt. Sie lautet: „Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit“.

Der Fortbestand des Unternehmens, so heißt es, sei davon abhängig, dass dieses Jahr deutlich mehr Geld durch renditestarke Produkte „in die Kassen komme“. Wenn dies nicht gelinge, müssten externe Quellen die Finanzierung sicherstellen. Sollte dies nicht möglich sein, „besteht ein bestandsgefährdendes Risiko.“ Der Vorstand selbst ist davon überzeugt, dass es in diesem Jahr zu einer positiven Wende kommen wird. Wird die Bundesregierung dem Waffenlieferanten finanziell unter die Arme greifen? Oder wird die Merkel-Regierung dafür sorgen, dass Heckler & Koch seine Waffenexporte in andere Länder ausweiten darf?

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