in Umwelt

Die Pestizidhersteller Bayer (Monsanto) und Syngenta sind vor einem Jahr mit ihrer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gescheitert. Sie hatten gegen das Verbot von Pestiziden der Gruppe der Neonicotinoide geklagt. Der EuGH wies die Klage zurück. Die Richter des EuGH begründeten ihre Entscheidung mit dem Schutz der Bienen. Neonicotinoide sind neben Glyphosat hauptsächlich für das Bienen- und Insektensterben verantwortlich. Die EU-Kommission hatte den Einsatz von Neonicotinoiden daraufhin stark eingeschränkt.

In der Risikobeurteilung von Pestiziden bahnt sich nun aber eine Veränderung an, von der die Agrochemie-Industrie auf lange Sicht profitieren könnte. Vor rund drei Wochen hat eine Mehrheit der Mitgliedsländer der Europäischen Union entschieden, dass die Prüfkriterien für die Zulassung von Pestiziden entschärft werden sollen.

Ausgerechnet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, die Efsa, wurde von der EU-Kommission damit beauftragt, die entsprechenden Leitlinien zum Schutz der Bienen aus dem Jahr 2013 umzuarbeiten. Auch Deutschland stimmte dem Vorschlag der EU-Kommission zu, obwohl die Merkel-Regierungskoalition behauptete, der Schutz der Bienen liege ihr besonders am Herzen.

Die Efsa war im Zusammenhang mit Glyphosat-Studien, die Monsanto selbst herausgegeben hatte, in die Schlagzeilen geraten. Im März 2019 wurde die Efsa vom Europäischen Gerichtshof dazu verurteilt, die Studie über das Krebsrisiko des Pflanzengifts Glyphosat herauszugeben. Die Efsa hatte bis dahin versucht, die Studie unter Verschluss zu halten. Offenbar sollten die Interessen des Agrochemie-Konzerns Monsanto gewahrt werden.

Angeblich soll die ausführliche Prüfung von Langzeitwirkungen von Pestiziden bei EU-Ländern auf Widerspruch stoßen, heißt es aus Brüssel. Es geht dabei darum, wie sich Chemikalien auf Bienen auswirken, wenn sie über längere Zeit immer wieder in Kontakt damit kommen. Umstritten soll aut EU-Kommission auch sein, welche Rolle Hummeln, Wildbienen und andere Insekten bei der Prüfung spielen sollen. Das ist insofern hanebüchen, als auch andere Bienenarten und Insekten an der Bestäubung von Pflanzen beteiligt sind – nicht nur die Honigbienen.

Der Agrarexperte der Grünen im EU-Parlament, Martin Häusling, warnt: „Es wird Herstellern zukünftig leichter gelingen, Pestizide trotz ihrer Auswirkungen auf Insekten zuzulassen. Die Abstimmung über eine Abschwächung der Bienen-Leitlinien wirkt wie aus der Zeit gefallen.“ Die Entscheidung der EU-Kommission ist einmal mehr zugunsten der Industrie-Lobby und gegen die Interessen von Natur, Umwelt, Mensch und Gesellschaft gefallen. Dies kann nicht verwundern, wie Sie hier lesen – weitere spektakuläre Hinweise….

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Kommentar

  1. Es geht doch eh schon lange nicht mehr ( wenn es überhaupt jemals darum ging ) um die Umwelt die Natur oder der Menschen Gesundheit !!!! Es geht doch ausschlißlich nur um den Profit der Industriellen.Die Politik ,und vor allem die Grünen werden keinen Wiederstand leisten und einknicken wie warme Spagetti. Zum kotzen wenn das alles so ansehen muss. Aber die Menschheit will es halt so.

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  • Bienenschutz ade? EU will Prüfregeln für Pestizide lockern - Leserbriefe 30. Juli 2019

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