in D/A/CH

Dieser Tage kursiert in einigen Medien die Geschichte von Brigitte Zypries. Die Ex-Wirtschaftsministerin unter Gerhard Schröder ist oder wird jetzt Unternehmerin. Sie möchte die private Vorsorge retten oder fördern. Mit einer Idee, die Kritiker an das Pfandflaschensammeln erinnert. Eigentlich ist es genau dies. Die Wirtschaftsministerin übrigens, die für eine Verschlechterung aller sozialen Bedingungen in Deutschland – mit – gesorgt hat. Hartz IV, Rentendeckelungen, Niedriglöhne. Das Erbe der SPD, das sie mit verantwortet, will sie jetzt bekämpfen.

App für Pfandbons

Wenn wir die Idee richtig verstanden haben, möchte sie als Unternehmerin mit einer App Strichcodes von Pfandbons einlesen lassen. Das ergibt wiederum Kleinstbeträge für diejenigen, die solche Codes einlesen. Die können sie dann für die Altersvorsorge anlegen. So in etwa lautet wohl die Vorstellung. Den „Plänen“ ist zu entnehmen, dass die vormalige Wirtschaftsministerin die „Zielgruppe“ erst noch sprechen wolle.

Unglaublich, aber immerhin hat sie Ministerin es damit verdient, dass man ihrer Geschichte einige Zeilen widmet. Sie hat es geschafft. 10.000 Euro Pension werden ihr wohl zufließen. Sie kann schlechte Ideen produzieren. Sie wird mit dieser Idee „scheitern“, kaufmännisch. Wer sollte dafür Geld zahlen, wer sollte damit auch nur Geld verdienen. Flaschensammeln dürfte attraktiver sein, da die Flaschen in Mülltonnen wenigstens einfacher aufzustöbern sind. Sie denkt allerdings offenbar daran, dass der Pfand, den wir zurückbekämen, vielmehr elektronisch so eingelesen und einem Konto gutgeschrieben werden soll. Wir sollen also nicht suchen, sondern lediglich darauf verzichten, Pfandflaschen abzugeben.

Vorsorgemaßnahmen lassen sich so ohnehin nicht finanzieren. Wer 10, 20, 30 Jahre Zeit hat, sollte einige hundert Euro monatlich investieren. Am besten in Aktien per ETFs, börsengehandelten Fonds. Da werden wenige Euro im Monat per Pfandzetteln nicht reichen.

Abstrus, dass eine Ministerin, die sich auskennen sollte, auf solch eine Geschäftsidee für die Allgemeinheit kommt.

Rechnen wir kurz nach: Wenn Sie 2 Liter mit einer 1-Liter-Flasche und 25 Cent Pfand täglich kaufen sollten und die gesamte Pfandanlage auf diesem elektronische Wege eingelesen und gespart wird (vielleicht mit herkömmlichen Zinsen?), werden daraus 50 Cent am Tag und 15 Euro im Monat. Also 180 Euro im Jahr. Wer damit 10 % verdient (1 Jahr später, nach einer erfolgreichen Aktienanlage), bekommt also noch einmal 18 Euro. Durch Zins- und Zinseszins werden daraus sicherlich insgesamt noch deutlich mehr. Aber selbst, wenn Sie 30 Jahre lang sparen würden, dann würden daraus vielleicht 5.000 Euro. Minus Steuern. Es bleiben also 3.000 Euro. Minus Inflation von insgesamt – überschlägig – noch einmal 1.000 Euro. Es bleiben 2.000 Euro. Viel Geld. In 30 Jahren – für all die Mühe und den Umstand, dass Sie Pfandbons einscannen. Tatsächlich aber denkt sie an Tagesgeldkonten. Dann bleiben nach Inflation leider aus 200 Euro nach derzeitigen Zinsen bestenfalls 200 Euro pro Sparjahr.

Frau Zypries war Ministerin für Wirtschaft. Man kann es kaum glauben, so die Kritiker. Arme SPD.

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