USA nahmen Entstehung des „Islamischen Staates“ bewusst in Kauf – um Assad zu stürzen

Ein öffentlich gewordener Geheimdienstbericht der USA zeigt, dass der Westen 2012 den Aufbau des „Islamischen Staates“ bewusst in Kauf genommen hat um die Regierung Assad in Syrien zu stürzen. Entsprechend wurde eine Zusammenarbeit zwischen syrischen Rebellen und ISIS-Terroristen nicht abgelehnt. Aus der heutigen Sicht ein riesen geopolitischer Skandal.

Im Sommer 2014 herrschte auf der Welt – auch hierzulande – große Aufregung. Eine neue islamistische Organisation namens „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ soll weite Teile Syriens und des Nordiraks erobert, ja nahezu überrollt haben. 10.000 Mann schätzte man damals seien unter der Flagge des „Islamischen Staates“ unterwegs, der nach Gebietsgewinnen, um den gesamt arabischen Anspruch seiner selbst zu verdeutlichen, kurzerhand den Zusatz „im Irak und Syrien“ wegließ. Die ganze Welt wunderte sich: wie kann eine so schlagkräftige und große Terrororganisation völlig aus dem Nichts auftauchen und ein halbes Land einnehmen?

Die ganze Welt? Nein, im Westen wusste man offenbar bereits seit 2012 von Hinweisen, die darauf hindeuten, dass im Nahen Osten eben jene Organisation entsteht. Das geht aus einem öffentlich gewordenen Bericht des US-Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency (DIA) hervor. Die konservative Anwaltskanzlei und Watchdog-Organisation „Judicial Watch“ stellte das Papier auf ihrer Website der Öffentlichkeit zur Verfügung. Der Bericht offenbart eine Mischung aus Machtkalkül, Zynismus und Inkompetenz, die die USA bei der Entstehung des IS an den Tag legten.

Demnach hätten sich syrische Oppositions-Gruppen bemüht, einen solchen Staat als wirksamste Waffen gegen den syrischen Präsidenten Baschar al Assad aufzubauen. Doch die US-Geheimdienste hätten den Plan nicht verhindert, im Gegenteil: Sie sahen in dem Vorhaben eine Chance, ihre eigenen Interessen im Nahen Osten durchzusetzen. Das oberste Ziel war im Jahr 2012 der Sturz von Assad. Dieses Ziel hat der Westen selbst heute nicht aus dem Auge verloren. So ist Assad international vollkommen isoliert obwohl er Machthaber des Landes ist, das im Norden die Nachschublinien und Rückzugsorte des IS beheimatet.

Der investigative Journalist Nafeez Ahmed, der früher für den Guardian gearbeitet hat und heute für das US-Magazin Vice schreibt, veröffentlicht auf der Website Medium eine ernüchternde Analyse der Entwicklung. Er erklärt, dass die westlichen Staaten in „Koordination mit den Golf-Staaten und der Türkei, bewusst gewalttätige islamistische Gruppen finanziert hat, um Assad zu destabilisieren – obwohl sie antizipierten, dass dies zum Entstehen eines ,Islamischen Staates‘ im Irak und Syrien führen könnte“.

Doch anstatt die Unterstützung für die Gruppen, deren Nähe zu Al Kaida den Geheimdiensten selbstverständlich bekannt war, zu stoppen oder – noch besser – gegen sie entscheiden vorzugehen, entschloss man sich in Washington und anderen westlichen Hauptstädten, die Entwicklung positiv zu sehen. Ahmed schreibt:

„Aus dem kürzlich deklassifizierten US-Dokument geht hervor, dass das Pentagon den Aufstieg des ,Islamischen Staats‘ als direkte Folge dieser Strategie vorhergesehen hat. Doch das Pentagon beschreib diese Möglichkeit alsstrategische Chance, um ,das syrische Regime zu destabilisieren‘.“

Der Leak zeigt vor allem eins: humanitäre Katastrophen wie der Massenmord der IS-Banden oder Terroranschläge Al-Quaidas sind zwar nicht direkt gesteuert, werden aber erst wirklich möglich durch eine unmoralische Geopolitik. So werden Fundamentalisten, Terroristen, Rebellen und Regime instrumentalisiert um weltpolitische Interessen durchzusetzen.

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