in Politik

Die Ereignisse in der ex-sowjetischen Republik Kirgistan häufen sich nun. Bereits vor einigen Wochen wurde bekannt, dass altbekannte US-„Beauftragte“ in die Hauptstadt des Landes geschickt wurden und es tauchen Berichte über Tonnenweise US-Diplomatenpost auf, wie bereits vor dem Maidan in Kiew. Nun wurde der US-Botschafter auch noch bei einem geheimen Besuch mit kirgisischen Protest-Organisatoren gefilmt. Der Grund für all das: Der kirgische Präsident Almasbek Atambajew näherte sich zuletzt immer stärker Russland an und erntete dafür aus der EU und den USA Kritik.

Amerikanische Aktivitäten in Kirgistan

Die kirgisische Lokalzeitung „Delo No.“ berichtete am Donnerstag vor einigen Wochen von zwei mysteriöse Landungen des Transportflugzeug AN-124 („Ruslan“) der ukrainischen Fluggesellschaft „Antonov Airlines“ jeweils am 28. und 30. März diesen Jahres.

Laut der Zeitung handelte es sich um Diplomatenflüge der USA. Darin sollen 150 Tonnen unbekannte Güter in die kirgisische Hauptstadt Bischkek gebracht worden sein. Die Fracht mit dem Status „Diplomatenpost“ wurde von Mitarbeitern der US-Botschaft abgeholt. Das bedeutet, dass eine Durchsuchung durch nationale Behörden unmöglich ist.

„Delo No.“ erinnert daran, dass die US-Luftwaffe im Jahr 2013 ähnliche „diplomatische Frachten“ für die amerikanische Botschaft in Kiew transportiert hatte. Kurz danach kam es in der Ukraine zu Unruhen und zum Umsturz der ‚prorussischen‘ Regierung.

Der ukrainische Geheimdienst SBU ermittelte, dass US-Flugzeuge Kisten mit 60 Millionen US-Dollar in kleinen Scheinen nach Kiew gebracht hatten, so die Zeitung weiter. Später waren frisch gedruckte Scheine mit einem Wert von 10, 20, 50 und 100 Dollar auf dem Kiewer Unruheplatz Maidan aufgetaucht.

Die Schlussfolgerung daraus, es würde ein geplanter US-Putsch in Kirgistan stattfinden, nach Revolutionsvorbild Euromaidan, ist jedoch spekulativ. Dennoch gibt es weitere Ungereimtheiten. So wurde vor kurzem der eigentlich pensionierte US-Diplomat Richard Miles nach Kirgistan in die Hauptstadt Bischkek beordert. Seitdem leitet er als Geschäftsträger die amerikanische Botschaft in der Hauptstadt Bischkek.

Denn Miles ist ein Spezialist für „Farbenrevolutionen“. Er war Botschafter in Belgrad während des NATO-Kriegs von 1999 und in der Zeit, als mit US-Unterstützung der erste »Regimewechsel« gegen Slobodan Milošević eingefädelt wurde.

Von 2002 bis 2005, in der Zeit, als in Georgien Eduard Schewardnadse durch eine „Rosenrevolution“ die Macht an den US-Zögling Michael Saakaschwili verlor, war Miles der Mann Washingtons in Tbilissi. Danach arbeitete er in einem Schulungszentrum, in dem »Young Eurasian Leaders« auf eine Zukunft an der Seite der USA vorbereitet werden. Seine Berufung löste denn auch einige Beunruhigung in der kirgisischen Hauptstadt aus.

US-Botschafter mit Oppositionellen gefilmt

Nun tauchen weitere Indizien für einen geplanten Regime-Change nach dem Vorbild Ukraine auf. Der Botschafter Richard Miles wurde bei einem Treffen mit Nurbek Toktakunov gefilmt, dem Leiter der Bischkeker NGO „Precedent“. Toktakunov hatte unmittelbar zuvor eine Demonstration gegen den Plan der Regierung für ein landesweites Referendum über verschiedene Verfassungsänderungen angeführt. Das Video wurde auf YouTube gepostet und löste in der kirgisischen Presse einen Sturm der Entrüstung aus.

https://twitter.com/monitor4press/status/613632287729565696

„Again!“ Eine kleine Kundgebung in Bishkek gegen die Verfassungsänderungen mit einer Teilnehmerzahl von ca. 50 Personen.

Zu sehen ist Toktakunov zunächst bei der Demonstration gegen die Regierung und anschließend bei der Ankunft vor seinem Büro. Fast zur gleichen Zeit hält ein weißer SUV mit amerikanischem Botschafts-Kennzeichen ebenfalls vor dem Büro; ihr entsteigt niemand anderes als der berüchtigte Richard Monroe Miles.

Der Uploader des Video fragt sich kritisch: „Warum trifft sich der amerikanische Botschafter mit einem ganz normalen NGO-Aktivisten? Vielleicht wollte Toktakunov vor den Amerikanern Rechenschaft über seine Arbeit ablegen – für die Organisation der Protestkundgebung?“

Außenpolitische Bedeutung Kirgistans

Motive für eine Einmischung von westlicher Seite gibt es genug. Grundsätzlich stellt Kirgistan ein wichtiger Anker für US-Amerikanische Militärpolitik dar. Denn Sowohl die USA als auch Russland unterhalten jeweils eine Militärbasis in Kirgisistan. Beide Basen liegen im Norden in der Nähe der Hauptstadt Bischkek. Seit 1996 baut das Pentagon seine Militärpräsenz in Kirgisistan im Rahmen des FMF-Programms (Foreign Military Funding) kontinuierlich aus.

Laut dem Auswärtigen Amt messen die USA grundsätzlich Kirgistan „hohe strategische Bedeutung“ bei. Denn die Lage Kirgistan ist ähnlich strategisch sinnvoll wie die der Ukraine. So liegt das Land nahe an der chinesisch-russischen Achse und mitten im Machtbereich jener beider Kontrahenten. Mit dem „Gewinnen“ der Anrainerstaaten jener Achse, kann deren Einflussbereich stetig verkleinert werden.

Doch in letzter Zeit gibt es von Seiten der kirgisischen Regierung anderweitige Positionierungen. So ist das 5-Millionen Einwohner Land im Januar der russischen Zollunion beigetreten. Weißrussland und Kasachstan gehörten der Union bereits an. Das Land setzt nun auf das Geld aus dem russischen Entwicklungsfonds, eine Milliarde US-Dollar für den Bau für Produktionsstätten, damit es, so die Regierung in Bischkek, zum „Erzeugerland“ wird. Nun befürchtet die Regierung, dass die Parlamentswahl im Oktober zum Vorwand für einen „Asiamaidan“ genommen werden könnte; denn Kirgistan ist mit Russland verbündet und will noch in diesem Jahr der „Eurasischen Union“ beitreten.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. „Grundsätzlich stellt Kirgistan ein wichtiger Anker für US-Amerikanische Militärpolitik dar.“ Sind nicht alle Länder der Welt ein wichtiger Anker für US-amerikanische Militärpolitik, die bekanntlich der verlängerte Arm der US-amerikanischen Oligarchen ist? Von besetzten Zonen, wie z.B. BRD, ganz zu schweigen. Die Welt ein Futtertrog für die Amis. Und die Polit-Marionetten in den westlichen Demokratie-Simulationen schieben den amerikanischen Oligarchen katzbuckelnd die fetten Brocken in den Rachen. TTIP, TISA und Co. lassen grüßen.

  2. Sorry für den Ausdruck, aber das ist so ein dreckiges und verlogenes Pack, diese „Freunde“ aus Übersee.
    Und unsere blinden, tauben und dummen US-Dackel in Berlin tappeln weiter hinterher.

  3. Vorsicht die Mörderbande ist wieder unterwegs !!
    Warum schmeißt die Regierung diese hinterlistigen ,heuchlerischen ,Kriegstreiber nicht aus ihrem Land ?
    Das würde ich mit Freude lesen ,Amis müssen abziehen ! Aber bitte ohne Zwischenstopp in Rammstein , direkt nach Hause bitte !!!

  4. Brandgefährlich! Die USA spielen an 3 Fronten mit dem Feuer: Ukraine – Südchinesisches Meer – Kirgisien…Merkt man was? Sie kreisen den Rest ausserhalb „Ihres Imperiums“ ein…wenn sie in der Ukraine nicht attackieren dürfen (D/F/… machen nicht mit), dann eben durch die Hintertür.
    Ich hoffe, andere Völker durchschauen eher die miesen Absichten, als unser tumpfes dt. Volk!