in Politik

Die Bundesumweltministerin plant zwar ein „strenges“ Fracking-Gesetz, jedoch könnten einige Lücken Tür und Tor öffnen. Die unkonventionelle Schiefergasförderung soll zwar vorerst verboten werden, Bohrungen soll es aber trotzdem geben. Die Erkenntnisse die daraus gewonnen werden, könnten dann ausschlaggebend für eine Entscheidung sein.

Fracking – nein, vielleicht, ja?

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) beteuert zwar, daß sie unkonventionelles Fracking vorerst nicht zulassen will. Zum Zweck der wirtschaftlichen Verwertung bleibe das bis 2021 weitgehend ausgeschlossen. „Probebohrungen für die Forschung“ sollen aber möglich sein, was genau das bedeutet und wer forschen darf – am Ende noch die Wirtschaftsunternehmen selbst – gab das Ministerium nicht bekannt. Allerdings dürften dabei keine wassergefährdenden Flüssigkeiten verwendet werden. Im Gespräch mit der Rheinischen Post am Mittwoch, räumte sie allerdings selbst ein, dass dies nicht das einzige Risiko des Verfahrens sei. Das heißt weitere möglichen Umweltschäden werden nicht mit Inbegriffen. Nach Ablauf des Moratoriums soll das Verbot unter Berücksichtigung neuer Forschungsergebnisse überprüft werden. Nach Hendricks Angaben soll ein Gesetzentwurf im September in die Ressortabstimmung mit dem Wirtschaftsministerium eingebracht und möglicherweise noch dieses Jahr vom Kabinett beschlossen werden. „Mein Ziel ist es, daß das Gesetz 2015 in Kraft tritt“, sagte Hendricks der Rheinischen Post.

Umweltschützer und Oppositionspolitiker sehen in der Entscheidung ein Fracking über die Hintertür. Die Regierung wolle „unter dem Deckmantel eines angeblichen Verbotes“ allerdings Regelungen durchsetzen, die Fracking weitgehend erlauben würden. Damit gebe sie den Forderungen der Industrie nach, so MdB Hubertus Zdebel. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht einen „klaren Fall von vorauseilendem Gehorsam gegenüber internationalen Energiekonzernen“. Die Energieexpertin des Verbandes, Ann-Kathrin Schneider, wirft der Regierung vor, „die inakzeptablen Risiken des Einsatzes hochgiftiger Chemikalien beim Fracking zu unterschätzen“. „Fracking gefährdet die Grund- und Trinkwasservorkommen in Deutschland. Fracking gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung, und Fracking ist lediglich eine weitere Methode, um das System der fossilen Energieerzeugung am Laufen zu halten“, erklärte Schneider.

Risiken

Fracking ist eine Methode zur Erzeugung von Rissen im Reservoirgestein im tiefen Untergrund, mit dem Ziel, dass dort lagernde Gase oder Flüssigkeiten leichter und beständiger zur Bohrung fließen und gewonnen werden können. Beim Fracking wird nach Erstellung einer bis zu mehreren tausend Meter tiefen Bohrung zur Erhöhung der Permeabilität (Durchlässigkeit) der Gesteine im Zielhorizont – das heißt auf der Ebene der tiefsten Stelle der Bohrung – unter hohem Druck Wasser durch das Bohrloch in den tieferen Untergrund gepumpt, das in der Regel mit chemischen Zusätzen und Stützmitteln wie z.B. Quarzsand versetzt ist. Typischerweise sind in der Tiefe mehrere zusätzliche horizontale Bohrungen mittels Richtbohren – durch Umlenken des Bohrkopfes in die Waagrechte − in das umgebende Gestein ausgeführt, um die Ausbeute zu erhöhen. Die unter einem Druck von typischerweise mehreren hundert Bar eingepresste Flüssigkeit („Fracfluid“) hat dabei die Aufgabe, im Reservoirgestein Gesteinsrisse zu erzeugen, aufzuweiten und dauerhaft zu stabilisieren. Seit Ende der 1940er Jahre wird Fracking, auch in Deutschland, vor allem bei der Erdöl- und Erdgasförderung, sowie bei der Erschließung tiefer Grundwasserleiter für die Wassergewinnung und der Verbesserung des Wärmetransportes bei der tiefen Geothermie eingesetzt. In den letztgenannten Anwendungsfällen werden keine Stützmittel und/oder chemische Zusätze benötigt.

In den USA wird seit etwa Anfang der 2000er Jahre verstärkt Erdgas mittels Fracking gefördert, was einen Boom zur Folge hatte. Dies hat den dortigen Energiemarkt erheblich verändert und mündete in einem aktuellen Erdgas-Überangebot mit Preisverfall auf dem US-Markt, so dass die Rentabilität des Verfahrens bereits in Frage gestellt wurde. Die US-Regierung fördert daher seit etwa 2013 Anstrengungen zum verstärkten Export von Flüssig-Erdgas nach Europa und Japan, unter anderem mit beschleunigten Genehmigungsverfahren.

Wie bei allen Bohrtechniken bestehen beim Fracturing Umweltrisiken. Sie entstehen in erhöhtem Maße durch das Einpumpen des mit Additiven (Chemikalien, u. a. Biozide) versetzten Bohrwassers zum Aufbrechen des Lagergesteins; insbesondere:

  • Verunreinigung des Grundwassers durch das Bohrwasser und die darin enthaltenen Chemikalien
  • Verunreinigung des Oberflächenwassers durch das zurückgepumpte Bohrwasser und die darin enthaltenen Chemikalien
  • Migration von Stoffen aus der Lagerstätte in anderen Schichten
  • Unfälle beim Abtransport des Brauchwassers plus der darin enthaltenen Chemikalien[49]
  • Vibrationen beim Bohren und regelmäßigen Fracken

Während einige Stimmen diese geostrategische Komponente durch die Veränderung der internationalen Abhängigkeiten betonen, führen die Umweltrisiken und mögliche Gesundheitsgefahren vor allen in Europa zu einer kontrovers geführten und noch andauernden politischen und gesellschaftlichen Debatte. Einige Länder und Regionen haben Erdgas-Fracking auf ihrem Gebiet gesetzlich verboten.

QUELLEN:

Bundesumweltministerium, Fracking-Gesetz: http://www.bmub.bund.de/presse/interviews-und-artikel/rp-fracking/
Wikipedia, „Fracking“: http://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulic_Fracturing#Potentielle_Umweltsch.C3.A4den

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Kommentar

15 Kommentare

  1. Und parallel zu der Nachricht laufen zwei folgende: „US- Experte geben die Schuld an den zunehmenden weltweiten Erdbeben der immer häufig werdenden Fracking- Methoden der Gasgewinnung“ und unser europäischer Energiemann betonte heute (ungefähr): „wir müssen unabhängig vom russischen Gas werden, dafür sind die Überlegungen der Nutzung des flüssigen Gases notwendig“ !!! Wow!
    Was sagt Ihr?

  2. Exxon Mobil soll letztes Jahr schon erste Probebohrungen in D durchgeführt haben.

    Glaubt irgendjemand, eine Merkel, die mit der NSA kollaboriert und den ESM abnickte wird der schwarzen Haus flankierten Exxon Mobil etwas abschlagen?

    Nun, die Merkelwähler scheinen das tatsächlich zu glauben. Die Quittung wird folgen, garantiert!

  3. Alleine dieses Bild sagt mehr als 1000 Worte! Ein Bericht nach dem anderen kommt aus den Staaten was Fracking anrichtet! Wo ist der nächste Baum für diese Herrschaften……..

  4. Mir ist kein einziger Fall bekannt das ein KZ Insasse je den Lagerleiter beeinflussen oder absetzen konnte.

    Im Übrigen merkel wurde nicht gewählt , sondern eingesetzt. Suche Bilderbergertreffen 2005

    Im Übrigen hat sich der Frackingboom in USA bereits ausgeträumt -Rückzug der Firmen um 95 %

    Jetzt gehts nach Dummsdorf Deutsch

  5. Angela Merkel vertraut Arseni Jazenjuk – und könnte damit auf das falsche Pferd gesetzt haben. (Foto: Angela Merkel by European People’s Party CC BY 2.0)
    Machtkampf in der Ukraine: Merkel und die EU sitzen in der Falle

    In der Ukraine ist ein offener Machtkampf zwischen Präsident Poroschenko und den von Angela Merkel und der EU unterstützten Politikern „Jaz“ Jazenjuk und Julia Timoschenko ausgebrochen. Amerikaner und Russen bereiten unterdessen offenbar die Teilung der Ukraine vor. So wie die Dinge jetzt stehen, bleibt für die Europäer eine altbekannte Rolle: Die des Zahlmeisters für den Scherbenhaufen in der West-Ukraine.
    Deutsch Türkische Nachrichten | 16.09.14, 17:49

    Wwer jagdt endlich die Dumme Merkel und dass Gesocks aus…

  6. In Europa wird wieder eine Mauer zwischen zwei Staaten errichtet. Der Bauherr freut sich über deutsche Steuergelder als „Entwicklungshilfe“. Haben wir wirklich die Politiker, die wir verdienen? (Foto: Flickr/ Beyond the wall by Giuseppe Bognanni CC BY 2.0)
    Handels-Krieg gegen Russland: Der große Verrat von Angela Merkel an ihrem Volk

    Die Sanktionen gegen Russland werden nicht die treffen, die sie beschließen oder verhindern hätten können: Politiker, Verbände, die IHK, die öffentlich-rechtlichen Sender – sie alle leben von Steuergeldern oder Zwangsgebühren und brauchen keine Konsequenzen zu fürchten. Daher heulen sie, ohne nachzudenken, mit den Wölfen. Bezahlen müssen Unternehmen, Arbeitnehmer und Steuerzahler. Was die Bundesregierung…

  7. …. Was die Bundesregierung und die EU betreiben, ist Machtmissbrauch im großen Stil. Deutsch Türkische Nachrichten | Veröffentlicht: 12.09.14, 18:09

    Wir haben die Politiker die wir verdienen Jeder der 20 Mio Rentner
    Jeder der 20 Mio Arbeitslosen und Geringverdiener

  8. Doch was die wenigsten begreifen (wollen?), ist, das Fracking auch langfristig das Klima verändern wird, wenn man es nicht stoppt. Beim Fracking werden nämlich auch große Mengen an Methan frei – ein 200-mal aggressiveres Gas als das Kohlendioxid -, das so in die Atmosphäre gelangt und somit die Erde aufheizt. Fracking bedeutet zusammengefasst also keine neue Energierevolution, sondern eine weitere Zerstörung der Erde und des Klimas, zu Gunsten einiger führender Energiekonzerne.
    Muß noch gesagt werden, dass sich die Privatregierung in Berlin aus reinen Verbrecherlein(Netiquette beachtet)rekrutiert

  9. DIE PSEUDOEXPERTEN lügen! GENAU WIE IM AMERIKA !NACH EINE AME.. Institut.bericht ist das Wasser sauber und Geniesber! DAS GLEICHE WASSER war Priwat untersuch,und die Ergebnise war ERSCHUTTERND! ALLE SIND GEKAUFT!

  10. Gott sei Dank – hinterlasse ich keine Kinder in dieser von ruchlosen, dummen und käuflichen Politikern ruinierten Welt! Diese dämlichen, fortschrittsgläubigen Merkels, Altmeiers, Gabriels, Spahns, Lindners ehemaligen FDP_Fritzchens, etc..

    Ich kann nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte!!!!