ZDF bezeichnet ukrainische Faschisten als „Kämpfer mit zweifelhaftem politischen Hintergrund“

Das ZDF hat nach einem, von vielen Lesern kritisierten Bericht in der Nachrichtenshow „Heute“, Stellung bezogen. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet verteidigte das zweite deutsche Fernsehen die Reportage über die nationalistisch-faschistischen Freiwilligenbataillone. Die offensichtlich rechtsextremen und nationalsozialistischen Kämpfer wurden als „Kämpfer mit zweifelhaftem politischen Hintergrund“ bezeichnet.

Faschismus als „zweifelhafter Hintergrund“?

Die als faschistisch und ultra-nationalistisch geltenden Kämpfer des Asow-Bataillons, scheinen nicht nur aus Kiew unterstützt zu werden. PR-Hilfe kommt auch aus Deutschland.

Denn in der ZDF-Sendung „Heute“, in der es auch ausführlich um den Ukraine-Konflikt ging. wurden auch Mitglieder des nationalistischen Asow-Bataillons gezeigt, das im Osten des Landes an der Seite der Regierungstruppen gegen die Separatisten kämpft. An ihren Stahlhelmen: Hakenkreuze und SS-Runen. Dazu der nicht wirklich einordnende Kommentar des Korrespondenten Bernhard Lichte: „Freiwilligenbataillone aus nahezu jedem politischen Spektrum verstärken etwa die Regierungsseite – und in der Ukraine ist Wahlkampf: Eine Friedenslösung ist dadurch nicht einfacher geworden.“

Der Bericht sorgte für Furore. Es gingen zahlreiche Programmbeschwerden bei den öffentlich-rechtlichen ein. Das ZDF weist die Vorwürfe zurück. „Paragraf 86 des Strafgesetzbuches, der die Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen unter Strafe stellt, findet keine Anwendung, wenn das Propagandamittel zum Beispiel der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens dient“, sagte ein Sprecher. Dies sei in dem Bericht der „heute“-Sendung „eindeutig der Fall“ gewesen. „Darin wurden ukrainische Milizionäre mit Hakenkreuzen und ähnlichen Symbolen gezeigt, was im Text erläutert wurde. Der Reporter sprach von Hardlinern und Freiwilligenbataillonen aus nahezu jedem politischem Spektrum.“ Die Einstellungen seien als Bilddokumente verwendet worden, um zu zeigen, „dass auch auf ukrainischer Seite Kämpfer mit zweifelhaftem politischen Hintergrund anzutreffen sind“.

Akte „Asow“

Das Bataillon Asow wird als Unterstützer der ukrainischen Armee im Kampf gegen die ostukrainischen Aufständischen eingesetzt – mit Hilfe aus Kiew. Es gilt als rechtsextrem und als ultranationalistisch ausgerichtet. Einzelne Angehörige der Einheit zeigen an ihren Stahlhelmen nationalsozialistische Symbole wie das Hakenkreuz und die Siegrunen der SS. Der Anführer der Einheit erklärte unter anderem: „Die historische Mission unserer Nation in diesem kritischen Moment ist, die weißen Rassen der Welt in einen finalen Kreuzzug für ihr Überleben zu führen“. Der ukrainische Politologe Anton Schechowzow bezeichnete das Bataillon als offen rechtsextrem.  Am 20. Juni bezeichnete Bataillonskommandeur Bilezki in einem Interview den vom ukrainischen Präsidenten Poroschenko zeitweise verhängten einseitigen Waffenstillstand als „strategischen Fehler“.  NEOPresse berichtete über das Bataillon.

QUELLEN:

Tagesspiegel, ZDF Antwort: http://www.tagesspiegel.de/medien/ukraine-konflikt-im-zdf-hakenkreuz-und-ss-rune-protest-von-zuschauern/10685462.html
Wikipedia, „Bataillon Asow“: http://de.wikipedia.org/wiki/Bataillon_Asow