Medien „drehen“ gezielt die Meinung der Öffentlichkeit – Das Spin-Doctor Prinzip

Politik ist ein ständiger Kampf der Parteiakteure, egal ob das auch von außen so aussieht oder nicht. Zumindest war das immer so. Im Kampf um das Kanzleramt haben sich jedoch ganz neue Strategien etabliert. Der „politische Gegner“ ist aufeinmal nicht mehr der „politische Gegner“ sondern eine kontroverse Auseinandersetzung wird nur inszeniert, um Medienöffentlichkeit zu erreichen, sodass beide Parteien gut aus der Angelegenheit herauskommen. Dabei verschieben sich Grundprinzipien der Demokratie. Die Bevölkerung bekommt vorgesetzt was sie vorgesetzt bekommen soll. Das zeigt sich auch in Kriegskonflikten des Westens – Das Prinzip Spin-Doctor.

Der Begriff Spin-Doctor ist eine aus dem Englischen übernommene Bezeichnung für einen Medien-, Image- oder politischen Berater und Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit. Die Bezeichnung wird von den Massenmedien besonders im Bereich der Politik benutzt. da sie andeutet, dass die als „Spin-Doctor“ bezeichnete Person Ereignisse „mit dem richtigen Dreh (englisch spin) versieht“, indem sie für eine unterschwellig manipulierte Darstellung in den Medien sorge. Im Unterschied zu politischen Propagandisten der alten Schule geht es einem Spin-Doctor weniger um die Vermittlung einer bestimmten allgemeinen Sichtweise, sondern darum, direkt seinen Auftraggeber, dessen Politik oder andere Personen oder Ereignisse in einem möglichst positiven bzw. negativen Licht darzustellen und in jeder Situation die bestmögliche öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Er arbeitet mit Bildern,Inszenierungen (zum Beispiel Fototerminen, Events für die Kameras der Presse) sowie mit PR und nutzt die Medien für seine Ziele, zum Beispiel über Agenda-Setting. Dabei bleibt er meist im Hintergrund und taucht selten selbst in Medien auf.

Dieses Prinzip klingt abstrakt und nicht gerade praktikabel, doch in der deutschen Politik und den deutschen Medien hat es bereits Einzug gefunden. Im Herbst 2011 veröffentlichte die „tageszeitung“ bis dahin geheime Dokumente des Beratungsunternehmens Deekeling Arndt Advisors über die Vorbereitung des „Ausstiegs aus dem Atomausstieg“ der SPD/Die Grünen-Vorgängerregierung, durch die CDU-CSU/FDP-geführte Bundesregierung im Oktober 2010 durch kommunikative Maßnahmen und strategischen Lobbyismus: Im Frühjahr 2008 erhielt die Lobbyagentur Deekeling Arndt Advisorsden Auftrag, bis zur Bundestagswahl im Herbst 2009 einen Meinungsumschwung für die Atomkraft in Deutschland zu erreichen. Der Auftrag kam vom Deutschen Atomforum, in dem sich die vier Betreiber der deutschen Atomkraftwerke – RWE, Vattenfall, Eon und EnBW – zusammengeschlossen haben. In den Unterlagen, die die „taz“ auch zum Download im Rechercheblog anbietet, skizziert die Lobbyagentur das Ziel der Kampagne und bilanziert alle einzelnen Maßnahmen. „Neue Zielgruppen aufschließen“. Die Grundzüge der Strategie sind dabei laut den Papieren: „Ideologische Blockaden aufbrechen, vermeintliche Gewissheiten hinterfragen“, „Dritten eine Plattform bieten und öffentlich Gehör verschaffen“, „neue Zielgruppen aufschließen“, „verändertes Meinungsklima zur Kernenergie in Deutschland etablieren“.[1][2] Einen Erfolg habe es laut Dokumenten der Agentur auch gegeben. So hätte man einen Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ zum Zusammenhang zwischen Kinderkrebs und Kernkraftwerken auf einen Zeitpunkt nach der Bundestagswahl 2009 verschieben lassen können.[3]

„Wie sehr zumal in Kriegszeiten Journalisten selbst der Versuchung ausgesetzt sein können, sich als Spin-Doktoren zu betätigen, das zeigt am Beispiel der britischen Presse Stephen Bax von der Canterbury Christ Church University. In der «British Journalism Review» (Vol. 17, Nr. 2, Juni 2006, S. 53-58) zeichnet der Forscher, der viele Jahre in der arabischen Welt, darunter von 1985 bis 1988 im Irak, gelebt hat, am Beispiel einzelner Episoden aus dem Irak-Krieg nach, wie sowohl die Boulevardpresse als auch seriöse britische Zeitungen völlig unkritisch die Erfolgsmeldungen der Regierungen Blair und Bush nicht nur übernommen, sondern diese eigenmächtig – bar jeder Recherche – weitergesponnen haben.

Krassestes Beispiel ist die Berichterstattung über einen fehlgeschlagenen Raketenangriff auf Saddam Hussein. Die CIA sei sich «zu 99,9 Prozent sicher» gewesen, dass sich der irakische Diktator auf einem Landsitz seiner Tochter aufhalte, der dann zweieinhalb Stunden lang beschossen und in Schutt und Asche gelegt worden sei. 29 Millionen Dollar kostete die Aktion; die Presse überbot sich wechselseitig, die Präzision und den Erfolg dieser Militäroperation zu feiern. Der «Independent» sprach von einem «beschleunigten chirurgischen Eingriff» (speeded surgical strike), und der «Daily Telegraph» schrieb von einem «tödlichen Akt der Kriegsführung, flink und federleicht» (a deadly act of warfare that was swift and light).

Mehrere britische Blätter schmückten ihre Berichte mit Details zum Ort des Geschehens aus, die so widersprüchlich sind, dass sie sie nur erfunden haben können. Als tags darauf klar war, dass es sich um einen Fehlschlag gehandelt hatte, weil – anders als von der Presse ebenfalls in verschiedenen Versionen berichtet – weder Saddam noch seine Söhne noch seine Militärführung sich auf dem bombardierten Landsitz befanden, phantasierte zumindest die Boulevardpresse aufs Neue: «Sie haben ihr Ziel um Augenblicke verfehlt», wusste die «Daily Mail», und der «Daily Star» kommentierte, Saddams Flucht sei ein «Wunder».

Weitere Beispiele zeigen, wie sich aus Unkenntnis der arabischen Sprache und Kultur in journalistische Texte Übersetzungsfehler einschleichen. Saddam Husseins Appell ans Volk, «zum Wohl unserer Kinder» den US-Invasoren standzuhalten, sei zum Beispiel von den Nachrichtenagenturen als Aufforderung präsentiert worden: «Wir müssen unsere Kinder opfern.» In den Redaktionen sei niemand auf die Idee gekommen, den Text noch einmal zu überprüfen; stattdessen wurde das Statement als «eiskalte Ermahnung des Tyrannen» kommentiert.

Auch diesen Propagandatrick, so erläutert Bax, hätten landeskundige Korrespondenten eigentlich entlarven müssen. Weil das Pentagon partout nicht wahrhaben wollte, dass Saddam weiterhin am Leben war und erneut im Fernsehen auftrat, jagte es die Nachricht um die Welt, die Führung in Baghdad habe einen Doppelgänger vor laufender Kamera auftreten lassen. «Kein seriöser Kenner des Iraks hätte so etwas jemals für möglich gehalten.» Doch die britische Presse habe – statt dies kritisch zu befragen – ängstlich darauf gewartet, dass die CIA bestätigen oder dementieren würde, ob es sich doch «um Saddam gehandelt hat».“[4]

Die Stellung eines „Spin Doctors“ nahm wohl auch das „Ukraine Crisis Media Center“ während den Maidankämpfen ein. Diese erreichten hohe mediale Aufmerksamkeit und die Auslegung der Ereignisse waren von elementarer Bedeutung sowohl für die russische, als auch für westliche Regierungen.  Als im November 2013 die ersten Ukrainer auf dem Maidan-Platz in Kiew einfanden, um für ein demokratisches, rechtsstaatliches und an die EU-gebundenes politisches System zu demonstrieren, war George Soros längst aktiv geworden. Der Dollar-Milliardär richtete mittels seiner Stiftung das “Ukraine Crisis Media Center” ein.[5] Dieses Medienzentrum war nicht besonders um eine objektive und ausgewogene Sichtweise der Dinge bemüht. Die offizielle Aufgabe war auch in keinster weise ein Geheimnis.

Es ging dem US-finanzierten Zentrum darum, “die ukrainische Stimme in den internationalen Medien darzustellen”.[6] Unter anderem deswegen steuerte auch die damalige ukrainische Übergangsregierung einen Geldbetrag zur Finanzierung bei.[7] Viele westliche Journalisten fanden sich täglich zu sogenannten “press-briefings” im Gebäude des “Ukraine Crisis Media Center” ein. Durch zahlreiche Pressekonferenzen und Darstellungsweisen hatte es eine wichtige Rolle in der medialen Bewertung des Konflikts. Das ZDF beispielsweise, nannte das Medienzentrum dennoch in seinen Berichten weiterhin “Internationales Medienzentrum”.[8]

Quellen:

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