Inflation: Was, wenn die 1970er Jahren zurückkommen?

Sie galt als besiegt und lange Zeit kämpften die Notenbanken vor allem gegen die Deflation. Doch nun ist das Gespenst der Inflation zurück und es beginnt bereits, die Menschen in Unruhe zu versetzen. Nachdem inzwischen sowohl die Europäische Zentralbank wie auch die Federal Reserve Bank in den USA ihre Inflationserwartungen erhöht haben und begonnen haben, die Finanzmärkte auf Zinserhöhungen in 2023 einzustimmen, fangen auch die Anleger an, auf die veränderte Entwicklung zu reagieren.

Aufgeschreckt durch erhöhten Inflationsraten und die öffentliche Diskussion darüber, wie kurz oder langfristig diese Entwicklung sein wird, werden auch die Verbraucher früher oder später reagieren. Sie halten mit der Geldumlaufgeschwindigkeit einen der wichtigsten Faktoren für die weitere Entwicklung in ihren Händen.

Erhöht sich diese, weil die Menschen fürchten, morgen deutlich weniger für ihr Geld zu bekommen als heute, könnte sich die Entwicklung leicht verselbständigen und den Notenbanken damit aus der Hand gleiten. Genau dies in in den 1970er Jahren geschehen und deshalb gelten diese heute als Musterbeispiel für eine Inflation, die man lange Zeit nicht in den Griff bekam.

Die Inflation der 1970er Jahre fiel nicht wie ein Komet vom Himmel. Sie hat ihre Vorgeschichte in der starken Ausweitung der Geldmenge in den 1960er Jahren. Damals finanzierte die amerikanische Regierung unter Präsident Johnson sowohl den Vietnamkrieg als auch die von ihr angestoßenen sozialen Programme mit neuen Krediten.

Ähnliche Ausgangslagen

Da die Geldmenge schneller stieg als die Güterproduktion, kletterte die Teuerungsrate von 1,6 Prozent im Jahr 1968 auf 5,4 Prozent im Jahr 1972. Damals herrschte in Deutschland noch Vollbeschäftigung. Bis hier hin sind die aktuelle Situation und die Lage in den 1970er Jahren noch recht ähnlich.

Anfang 1974 kratze die Inflation infolge der ersten Ölkrise an der Marke von 10 Prozent. In den Tarifverhandlungen jenes Jahres setzt unter der Führung von Heinz Kluncker die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes ÖTV, die sich inzwischen in Verdi umbenannt hat, Lohn- und Gehaltszuwächse von 11 Prozent durch.

Das Beispiel der ÖTV machte schnell Schule und setzte eine Lohn-Preis-Spirale in Gang. Sie könnte erst gebremst werden, als die Bundesbank ihren Diskontsatz auf 7,0 Prozent erhöht hatte. Das Bruttoinlandsprodukt sank und die Wirtschaft glitt in eine Rezession ab und die Zahl der Arbeitslosen schwoll von 150.000 auf über eine Million an.

Zinssätze von sieben Prozent werden die heutigen Schuldner kaum mehr verkraften. Es darf daher bezweifelt werden, ob die Notenbanken eine aufkommende Inflation ähnlich scharf bekämpfen werden wie sie es in den 1970er Jahren getan haben. Sehr spannend wird deshalb die Frage sein, ob sich die Gewerkschaften heute wesentlich anders verhalten als damals. Im Herbst stehen in Deutschland die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst an. Sie könnten durchaus wieder richtungsweisend werden.

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