in Gesellschaft

Stuttgart21: Darauf musste die Kanzlerin lange warten. Eine sehr seltene Ehre, die sonst kaum hochgestellten Persönlichkeiten zuteil wird, eher Fußballvereinen im verzweifelten Abstiegskampf durch die eigenen Fans. Nichts desto trotz fasten sich die Stuttgarter ein Herz und begleiteten nahezu die gesamte „Bürgermeister Promotion Jubel Rede“ der Kanzlerin für den Oberbürgermeister-Kandidaten Sebastian Turner nach Leibeskräften mit Pfiffen und freundlichen „Hau ab“-Hinweisen. Diese Form der überaus beglückenden Gastfreundschaft hatte die Kanzlerin wohl kaum von den eher biederen Stuttgartern erwartet. Um so verzweifelter klammerte sie sich an ihre Rede und versuchte Ungerührtheit zur Schau zu stellen. Selbst der Einwurf der Nationalhymne durch den Gastgeber vermochte die Stuttgarter am Ende nicht in ihrem Drang bremsen der Kanzlerin die Wertschätzung zu vermitteln die sie dort in der Region genießt.

Genießen sie den beigefügten Doku-Streifen in ganzer Länge und lassen sich von der tollen Stimmung mitreißen. Lassen sie hernach bitte auch andere Menschen an ihrer Begeisterung teilhaben. Ein Meisterwerk der Gastfreundschaft und gnadenloses Beispiel für den korrekten Umgang mit unserem politischen Führungspersonal aus Berlin (natürlich auch dem in der Provinz wenn es nötig ist), welches ohnehin bereits seit diversen Legislaturperioden an absoluter Hör- und Wahrnehmungsschwäche leidet und den Wählerwillen eher selten bis gar nicht mehr realisiert. Umso beeindruckender der beherzte Versuch der Stuttgarter, sich auf diese nette und verbindliche Art wieder in das Herz der Kanzlerin zu katapultieren. Dies dürfte aller Voraussicht nach auch gut gelungen sein. Die Ohren sollen ihr dem Vernehmen nach noch bis nach Berlin geklingelt haben.

Warum ist dieses Ereignis so bedeutsam?

Kurzum, weil es noch viel zu selten in Deutschland vorkommt. Die Bürger müssen erst wieder ausgiebig proben um zu mehr Stimmgewalt zu kommen, so wie es die Stuttgarter jetzt liebevoll vorgemacht haben. Die überaus dürftige Stimmprobe alle vier Jahre mit dem Stift in der Hand an der Wahlurne scheint hier beileibe nicht ausreichend zu sein. Deshalb sollte es als bundesweit als Lehrstück gelten. Der Mainstream hat bedauerlicherweise viel zu wenig über dieses festliche Ereignis berichtet, vermutlich weil die Kanzlerin es noch nicht so richtig einsortieren konnte und die Journalie deshalb verunsichert war. Deshalb müssen wir um so angestrengter diesen Vorgang publizieren, der belegt dass das Volk jetzt endlich auf dem richtigen Weg ist und nicht unbedingt mehr auf dem Abstellgleis von Stuttgart21, wo es die Volksver(t)räter nach wie vor gerne zwischenparken möchten.

Ein Trostpflaster für die Bundesmutti

Um aber das Märchenhafte an dieser Geschichte weiter herauszuarbeiten, wollen wir auch das Trostpflästerchen der Kanzlerin, welches ihr auf der Rückreise zuteil wurde, nicht verheimlichen und haben es ebenso beiläufig bebildert. Es fand sich in den norddeutschen Niederungen noch eine Blinde Kuh aus dem Schwarz-Gelben Lager die der Angie ausgiebig Trost spendete und ihr Solidarität bekundete, eingedenk dieser womöglich für Merkel verstörenden Erfahrung im Süddeutschen S21-Bahnkriegsgebiet.

Nach all den Erregnissen wünschen wir natürlich unserer Bundesmutti noch viel mehr Erleuchtung, die ihr im Kanzleramt und innerhalb der Bannmeile scheinbar nicht vergönnt ist. Hoffen wir also, dass sie diese überaus gut gemeinte Lehrstunde auch bei ihrer nächsten Weihnachts- und Neujahrsansprache mit einfließen lässt. Ein kleiner Dank bei einer solch prominenten Gelegenheit an ihre Stuttgarter Fan-Gemeinde kann da bestimmt nicht schaden. Die hätten es auch wirklich verdient, endlich mal für ihre Bemühungen in Sachen Demokratie richtig von ihr wahrgenommen und gelobt zu werden, vorausgesetzt sie holt sich nicht weitere blinde Kühe in ihren Beraterstab, davon scheint es schon zur Übergenüge im Kanzleramt zu geben.

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