in Gesellschaft

Gerd R. Rueger  – Facebook ist ein Datenschutz-Alptraum, gegen den Orwells “1984” wie ein idyllischer Heimatfilm wirkt. Gesichtserkennung zur Identifikation steht ja praktisch schon im Firmennamen. Dazu kommt jetzt aber noch NSA-Spy-Hightech, die kein volles Gesicht mehr braucht: Haare, Kleidung, Umfeld genügen! Der Nutzer und sein Freundeskreis werden via Partyfoto, Selfie usw. ausgespäht, dass die NSA vor Neid erblassen würde, wäre sie nicht längst mit an Bord des Multi-Milliarden-Dollar-Netzwerks.

Ein neuer Foto-Algorithmus von Facebook erkennt Personen jetzt selbst dann, wenn ihr Gesicht nicht zu sehen ist, meldete gulli. Unter anderem greift Facebook auf Eigenschaften wie Kleidung und Frisur zurück und erzielte eine beachtliche Trefferquote von 83 Prozent. Anhand von Eigenschaften wie Figur, Kleidung, Körperhaltung und Frisur ist eine Identifizierung sogar möglich, wenn ein Mensch von hinten abgelichtet wurde -jeder kann betroffen sein, dessen Bild von einem Facebook-Nutzer hochgeladen wird. Anonymous-Masken werden künftig also zur Wahrung der in der deutschen Verfassung garantierten “informationellen Selbstbestimmung” nicht mehr ausreichen: Man muss auch seinen Kleidungsstil variieren usw.

Der Leiter des Facebook-Forschungslabor, Yann LeCun erklärte laut gulli, dass man etwa Mark Zuckerberg gut daran erkennen könne, dass er immer ein graues T-Shirt trage. In einem Test mit 40.000 via Flickr auffindbaren Personenaufnahmen habe die “neue künstliche Intelligenz” (so bejubelt man seine neue Spitzeltechnik) in 83 Prozent der Fälle eine korrekte Identifizierung erzielt. Dass Facebook damit wirbt, bald schon nahezu jede bei Facebook registrierte Person auf einem beliebigen Foto identifizieren zu können, spricht für eine zynische Missachtung der Persönlichkeitsrechte seiner Nutzer und prinzipiell vermutlich aller Menschen. Nach europäischem, speziell deutschem Recht dürfte diese Spionagetechnik als rechtswidrig, illegal und womöglich sogar kriminell zu bewerten sein. Bislang ist die neue Massen-Bespitzelungs-Technologie angeblich “noch nicht öffentlich” im Einsatz, was immer das heißen soll (vermutlich, dass die Firma sie nur für eigene Zwecke missbraucht bzw. NSA & Co. zur Verfügung stellt).

Big Brother heißt heute Zuckerberg

Facebook ist seit langem als Datenschutz-Missachter bekannt. Schon der heroisierte Nerd-Milliardär Zuckerberg denkt nicht daran, die Menschen vor den Gefahren der Massen-Überwachung zu warnen. Seine Ausrede: Die Leute wollen es ja nicht anders, keiner sei schließlich gezwungen, bei seiner Firma sein Online-Leben zu verbringen. Der 18fache Milliardär hat scheinbar noch nie etwas von Gruppenzwang gehört -und inzwischen wurden Fälle bekannt, wo Arbeitgeber Bewerber ablehnten, weil sie nicht auf Facebook zu finden waren (so wüsste man ja gar nichts über ihr Vorleben). Kinder und Jugendliche sind schon Gruppenzwängen weit harmloserer Art nahezu hilflos ausgeliefert, obwohl Fälle von Facebook-Mobbing sich häufen. Soziale Zwänge zum Konformismus machen Facebook zum Motor eines digitalen “friendly fascism”, dem man sich nur zum Preis sozialer Ausgrenzung entziehen kann. Wikipedia verharmlost Zuckerbergs brandgefährliche Ideologie so:

“Anfang des Jahres 2010 nannte Zuckerberg in einem Interview mit Mike Arrington von TechCrunch als Begründung für lascheren Datenschutz den Umstand, dass Nutzer freiwillig immer mehr Daten im Internet von sich preisgeben würden und Facebook sich lediglich den gesellschaftlichen Realitäten anpasse. Der Umgang der Menschen mit ihren Daten habe sich stark geändert. Die Menschen würden sich wohl fühlen, ihre persönlichen Informationen mit vielen Menschen zu teilen…” Wikipedia zu Mark Zuckerberg

Danach bejubelt Wikipedia ausgiebig Zuckerbergs karitative Spendentätigkeit, mit der er zu einer besseren Gesellschaft beitragen wolle (also einer Gesellschaft, in der alle Menschen bespitzelt und Milliardäre nicht mit Steuern belästigt werden vermutlich). Von Zuckerbergs Sympathien für die Waffenlobby weiß man dort aber nichts. Zur Firma weiß wikipedia: “

“Facebook (Eigenschreibweise facebook) ist ein soziales Netzwerk, das vom gleichnamigen US-amerikanischen Unternehmen Facebook Inc. betrieben wird. Der Name bezieht sich auf die sogenannten Facebooks (Englisch wörtlich: „Gesichtsbuch“, sinngemäß: „Jahrbuch“) mit Abbildungen von Studenten, die an manchen US-amerikanischen Colleges verteilt werden. Das soziale Netzwerk wurde am 4. Februar 2004 von Dustin Moskovitz, Chris Hughes, Eduardo Saverin und Mark Zuckerberg veröffentlicht und zählt nach eigenen Angaben rund 1,44 Milliarden Mitglieder, welche die Seite zumindest ein Mal pro Monat besuchen (Stand: März 2015). Facebook gehört nach unterschiedlichen Statistiken zu den fünf am häufigsten besuchten Websites der Welt, in Deutschland liegt es auf dem zweiten Rang hinter Google.”

In einem Vergleich sozialer Netze im Internet in der Stiftung Warentest belegte Facebook zusammen mit LinkedIn und Myspace die hintersten Plätze aufgrund „erheblicher Mängel“ beim Datenschutz. Andere soziale Netzwerke wie studiVZ und schülerVZ zeigen laut dem Test, dass ein deutlich besserer Umgang mit Nutzerdaten durchaus möglich ist. Im Januar 2012 nahm Facebook an einem Psychologie-Experiment teil, für das insgesamt 689.000 Nutzer ohne ihr Wissen missbraucht wurden. Im Rahmen des sogar bei britischen (!) Datenschützern umstrittenen Experiments wurde die zentrale Neuigkeiten-Seite bei Facebook manipuliert, so dass die User ein verzerrtes Bild der Stimmung ihrer Facebook-Freunde vorgespiegelt bekamen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Juni 2014 zum Ärger von Facebook publik und zeigten eine hohe Manipulierbarkeit der Nutzer. Die Studie sei angeblich durch die Nutzungsbestimmungen des Netzwerks gedeckt, denen die User bei der Erstellung ihres Kontos zustimmen, behauptet die Firma hinterher. Kaum einer der 1,5 Milliarden Nutzer hat vermutlich diese Bestimmungen gelesen. Und wenn die Nutzer nachgewiesenermaßen manipulierbar sind -könnte die Firma sie nnicht dahingehend manipuliert haben, dass sie ihre Persönlichkeitsrechte nicht mehr so wichtig finden?

Hinter Facebook: NSA, CIA & Co.

Zu den Gründerfiguren der Firma gehört ein recht schillernder Kapitalgeber: Der deutschstämmige Milliardär Peter Thiel. Er investierte als erster bei Zuckerberg und wurde später Großaktionär von Facebook. Thiel wurde zunächst beim Verkauf von Paypal an eBay Multimillionär und kooperierte mit der CIA bei seiner Firmengründung Palantir Technologies. Die Hauptprodukte von Palantir finden sich in den Sparten Security (Palantir Gotham, zuvor Palantir Government -Thiel scheint sich möglicherweise für eine Art Batman zu halten, der “das Böse” bekämpft, also Einbrecher mit Strumpfmaske, die reichen Leuten Silberlöffel klauen wollen) und Finanzen (Palantir Metropolis, zuvor Palantir Finance). Palantir Gotham ist Dienstleister für NSA, CIA & Co. Im Jahr 2010 war Palantir eine von drei Firmen, die beauftragt wurden, eine Strategie gegen WikiLeaks zu erarbeiten, die in etwa so aussieht, wie unsere Medien Putins Umgang mit Kritikern beschreiben:

“…data intelligence firms, worked to develop a strategic plan of attack against WikiLeaks. The plan included pressing a journalist in order to disrupt his support of the organization, cyber attacks, disinformation, and other potential proactive tactics.” TechHerald

Palantirs Software sollte dabei als Basis zur Datensammlung und Analyse dienen. Nach Enthüllung der Pläne durch die Hackergruppe Anonymous beendete Vorstandschef Karp (angeblich) die Teilnahme seiner Firma an der lukrativen Hetzjagd auf einen politischen Oppositionellen. Peter Thiel unterstützt den Fed-Gegner Ron Paul (Republikaner) und die neoreaktionäre Tea-Party-Bewegung in den USA. Im Kampf Überwachungsstaat gegen Wikileaks hat der angebliche Libertäre aber die andere Seite gewählt.

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18 Kommentare

  1. spionieren muss nur der ,der selber eine menge dreck am stecken hat. in der hoffnung einen anderen zu finden der noch mehr dreck am stecken hat,um dann sagen zu können,seht ich bin nicht der schlechteste

  2. Erschreckenderweise realisieren große Teile der Bevölkerung nicht, dass sie bei Facebook ihr eigenes Dossier für den Geheimdienst anlegen.

    Der Benutzer ist praktisch ein ausgesourceter Dateneingeber des CIA.

    Diese Dossiers gehen mit ziemlicher Sicherheit Eins zu Eins an das Datenzentrum der CiA.

    Man kann der Redaktion von Neopresse nur nahe legen, jeglichen Link und Werbung von Facebook von ihrer Seite zu entfernen.

    Widerstand – das ist hier unsere Verantwortung!

  3. @Richard: Sie haben Recht, dass NeoPresse und auch sonst jedr gut daran täte, Facebook zu ignorieren.

    Die Informationen des Artikels sind überigens enorm interessant. Die Schlussfolgerungen sind zwingend. Die Gefahren für die Zukunft sind noch gar nicht abzuschätzen

  4. Richard und Rolf haben absolut recht.
    Das System ist jedoch leider schon sehr ausgeklügelt. Bei der Entwicklung von Webseiten sollte man beispielsweise diese sozialen Netzwerke nicht aussen vor lassen, da Suchmaschinen solche Links positiv bewerten und man damit sein Ranking verbessert.
    Meist wünschen sich Seitenbetreiber möglichst weit oben gefunden zu werden, was zum automatischen Einbinden von Fb & co führt.
    Bei Bewerbungen gereicht es einem ebenfalls schon zum Nachteil, wenn man keine Einträge in sozialen Netzwerken hat.
    Somit ist ein Boykott mit stärkeren persönlichen Einbußen verbunden als lediglich nicht über Fb erreichbar zu sein.
    Leute mit Fb-Acc die Fb am Allerwertesten lecken kann, begreifen nicht, das sie Fb den lecken.

    • Genau.
      der einzige Weg weg :) – ist die modernsten Netzwerke GAR NICHT zu benutzen :) ..
      Was das bedeutet – ist ja klar…
      Man sollte sich (selbst) DIE Frage (endlich) mal stellen:
      „BRAUCHE ich das FB & Co. auch tatsächlich so unbedingt, daß ich ohne nicht leben kann ? :) …“
      (auch Amazon, eBAY, und sämtliche google-„Dienste“…), oder komme ich komme ich auch OHNE irgendwie zurecht ???…
      :D ..
      Alles klar, liebe Mit-Menschen :D …
      Oder Pvlowsche/Orwellsche Mit-Hunde :) ..
      Alles haben wir auf eigenen Wunsch…

  5. Unternehmen, die Einträge von Bewerbern in sozialen Netzwerken zu einem stark gewichteten Einstellungskriterium machen, outen sich damit m.E. als zutiefst arbeitnehmerfeindlich und lassen einen Datenmissbrauch auch in der Zeit der Beschäftigung erwarten. Damit würden sie aus meiner Perspektive ein negatives Selektionsmerkmal für den Bewerber erfüllen – im Klartext also: Ich würde niemals für ein solches Unternehmen tätig werden. Was die Verfänglichkeit von Einträgen bei Facebook usw. betrifft, soll niemand so naiv sein zu glauben, es gebe unverfängliche Daten. Ein guter Geheimdienst konstruiert aus jeder Art von Datensatz durch Weglassungen und Relationen zu weniger seriösen Personen einen Paria, der „zum Abschuss freigegeben wird“.

  6. Facebook wird nur von uninformierten oder schlichten Gemütern benutzt bzw.von den Geheimdiensten. Die meisten sinnlosen Kommentare bei denen man genau merkt das dahinter Geheimdiensttrolle stecken kommen von Facebook.

    Beispielsweise die Frage was ist Linux? Eine Person die derartig wenig Ahnung hat würde niemals Neopresse lesen sondern sich bei RTL, CSI reinziehen oder Deutschland sucht den Superstar. Persönliche Daten bedeuten eine eine komplette Lebenskopie einer Person. Schon alleine aus Schutz der Privatsphäre und dem Leben der Menschen dürften Daten überhaupt nicht gespeichert werden weil diese Daten jedes Menschenleben, Staaten, Unternehmen, Technik, Militär gefärden. Alle Diktaturen dieser Welt ermorden Kritiker nach Datenlisten…

  7. Alle Diktaturen dieser Welt ermorden Kritiker nach Datenlisten bzw alle anderen Kriminellen außer den Geheimdiensten benutzen Daten also Informationen.

  8. Neopresse ist eh eine NSA Übungseite weil Cloudfare in Echtzeit die Kommentare zensiert. Coudflare sitzt hier als man in the middle, das bedeutet das Neopresse keine sichere Seite ist genau wie die Bundestags.de Seite die erst seit kurzer Zeit von Cloudflare gehostet wird. Weiterhin existieren Weiterleitungen der Emailserver des Bundestags an Cloudflare so kann jede Email der Abgeordneten wie hier auf Neopresse entweder gestoppt werden oder sogar verändert werden. Auf netzpolitik. org stand dazu ein Artikel einfach cloudfare als Suchwort eingeben weil der Artikel bei netzpolitik.org schon nach kurzer Zeit nicht mehr zu lesen aber es gibt ihn noch.

  9. Spähen gegen 1,5 Milliarden Dumme die sowieso alles dumme (öffentlch) kundtun. Wenig sinnvoll. Und die „NSA“ oder wer auch immer kann beruhigt sein, bei NEO Presse sind auch Dumme die bei Facebook sind und denen gefällt das. Andy Borg am We war Weltklasse. Das Duett am Ende. 1987 war der schonmal da, und der andere hat 30 Mio Platten verrumpelt. Und die NSA und der BND, Die bösen. Gut das es Amnesty International und die Linken und so gibt, die machen uns immer aufmerksam drauf. Jeder Dumme weiss was die geheimen immer alles Geheime planen.