Der große Paradigmenwechsel: Das antichristliche Zeitalter

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Wir leben in phantastischen Zeiten – historisch gesehen. Ich finde, das wird viel zu selten gewürdigt. Historiker der Zukunft würden einen Arm dafür opfern, wenn sie „live“ dabei sein und im Detail studieren könnten, wie der größte Paradigmenwechsel der letzten eintausendsiebenhundert Jahre vorbereitet und durchgeführt wird – vor allem, ohne das groß darüber geredet wird. Dabei ist es eine Zeit, in der so viel geredet wird wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit – allerdings mehr übereinander als miteinander, doch das ist ein anderes Thema. Jede Kleinigkeit unseres gesellschaftlichen Lebens wird beleuchtet und in Talk-Shows zerredet, aber die große historische Wende wird nicht erwähnt, dabei findet man ihre Spuren jeden Tag in den Nachrichten. Es wird auch in großen und dicken Büchern darüber geschrieben – es wird nur nicht beim Namen genannt.

Vor eintausendsiebenhundert Jahren gab es schon einmal solch phantastische Zeiten: im Jahre 313 fand die Konstantinische Wende statt, die blutige Verfolgung des Christentums endete und damit hatte eine seltsame Botschaft Gelegenheit, sich auf dem europäischen Kontinent auszubreiten: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ wurde als oberste ethische Maxime eines Gottes postuliert, der der größte Gott der Menschheitsgeschichte sein sollte: kräftiger kann man neue ethische Ideen nicht in die Welt tragen, möchte man meinen.

Nun – eintausendsiebenhundert Jahre später (2013, um genau zu sein) – ist es wieder gefährlich, sich als Christ im öffentlichen Leben zu präsentieren – vor allem als einer, der es ernst meint. Ich selbst bin keiner – um die üblichen Verdächtigungen von vornherein auszuschließen – ich beobachte das nur. Eine breite Front von „aufgeklärten“, „modernen“, „fortschrittlichen“ Menschen arbeiten sich in hunderten von Blogbeiträgen an dem Thema Christentum ab – und die Medien unterstützen sie dabei. Mal ehrlich – was fällt uns denn zum Thema Chistentum ein? Der Postillion hat pünktlich zu Karfreitag etwas dazu geschrieben:

Man will es sich nicht ausmalen: Mitten in Deutschland feiert eine obskure Kultvereinigung den blutigen Foltertod eines unschuldigen Menschen. Bilder und Skulpturen der Grausamkeiten werden vorgeführt, der widerwärtige Akt auch noch nacherzählt, besungen und befürwortet. Was unvorstellbar klingt, ist grausame Realität – die verrückte Sekte feiert heute ihr krankes Horror-Ritual: die sogenannte „Karfreitagsmesse“.

Das Christentum – eine verrückte Sekte

Die christliche Botschaft? Dafür gibt es allerdings ein klares, modernes, eindeutiges Wort: SOZIALROMANTIK.

Seltsam, das wir in diesen Zeiten so Sturm laufen gegen ein „krankes Horror-Ritual“ einer „verrückten Sekte“, aber die Verwendung des Kampfbegriffs „Sozialromantik“ klaglos hinnehmen.

Wann begegnet uns dieses Wort?

Wenn wir nur im Ansatz darüber nachzudenken wagen, das es nicht in Ordnung ist, wenn in Griechenland, Spanien, Italien, Zypern, Irland die Menschen hungern, um faule Kredite risikofreudiger Großbanken abzustottern – Kredite, die sie selbst nie bekommen hätten. Ebenso werden wir mit diesem Wort belegt, wenn wir erwähnen, das eine zwanzig-Stunden-Woche vielleicht ein erstrebenswertes Ziel für arbeitenden Menschen ist: es blieb noch Zeit für Kinder, Vereine, Bildung, Kunst, Musik und einen Besuch bei der vereinsamten Oma.

Versuchen Sie mal, in der öffentlichen Diskussion ein Renteneintrittsalter ab 50 durchzusetzen. Sicher, vernünftig wäre es. Der „Arbeitsmarkt“ mag das „Gammelfleisch“ sowieso nicht, die Arbeitsämter sind voller „Kunden“, die nur ein Vermittlungshemmnis haben: das Alter. Eigentlich wäre eine Renteneintrittsalter ab 45 anzudenken, weil schon dort Vermittlungsprobleme auftreten … aber ganz schnell hört man wieder das böse Wort: Sozialromantik.

Nehmen wir Deutschland als Beispiel: inzwischen sind 42 Millionen Deutsche bei den sogenannten „Jobcentern“ registriert (siehe Welt), einer Abart von Behörde, die unter Missachtung vieler Menschenrechte dafür sorgt, das Versicherungsleistungen aus der Arbeitslosenversicherung nicht mehr in Geld für Arbeitslose sondern in „Maßnahmen“ investiert werden: Bewerbungstraining, Gabelstaplerscheine, realistische Spiele in eigens eingerichteten Verkaufsläden – der Blödheit ist bei der Erfindung ständig neuer Schikanen keine Grenze gesetzt, wer nicht brav pariert, dem wird die Existenz durch finanzielle „Sanktionen“ komplett zerstört.

Fordert man angesichts dieses Horror – rein aus christlicher Nächstenliebe heraus – eine bedingungslose Grundsicherung, so ist man … na? …. Sozialromantiker.

Christ zu sein führt zu Hetz- und Hassorgien, aber das Gegenteil ist allseits hoffähig – wir sind da jetzt „vernünftig“ geworden.

Wie wollen wir das Gegenteil nennen?

Nun – der Leitsatz ist klar, er stammt aus der Betriebswirtschaft im Zeichen des Share-Holder-Value: „Beute Deinen Nächsten aus so gut Du kannst“ – ist die Devise für die „Leistungsträger“ der Gesellschaft, für die anderen gilt: „Beute Deinen Nächsten aus wie Dich selbst!“ – und das machen wir auch. Aus all den stolzen „Mehrleistern“ des Jahres 2007 sind die krankgeschriebenen „Born-Out“-Kandidaten des Jahres 2012 geworden, ständig steigende Ausgaben für „Gesundheit“ inklusive (siehe Spiegel).

Wir kennen diese gesellschaftliche Bewegung, hören uns täglich Klagen darüber an, nennen sie manchmal „Kapitalismus“ und manchmal „Neoliberalismus“ – was sich für viele im ersten Moment positiv anhört. „Kapital“ ist etwas feines, das weiß jeder, der Ebbe in der Kasse hat, und „neoliberal“ hört sich so richtig schön neu und frei an – doch beide Begriffe beschreiben nicht treffend, was um uns herum vor sich geht: wir haben ja nicht nur ein Problem mit der Wirtschaft, wir haben ein Problem mit der Politik, der Gesellschaft, der Gerechtigkeit, den ständig neuen Rekorden an Kriegen in der Welt, den ständig ausufernden moralischen Debakeln, deren Verhinderung durch den Kampfbegriff „Sozialromantik“ beständig verhindert wird – und darum ist „Kapitalismuskritik“ auch ein viel zu weicher Begriff, der das Problem eher verharmlost.

Es ist eine historische Wende, die wir erleben. Laut Malachi Martin ist sich die katholische Kirche der historischen Wende seit Beginn der fünziger Jahre  bewusst (erwähnt in seinem Werk „Die Macht und die Herrlichkeit“), wurde aber selber von den Predigern der neuen Zeit unterlaufen (siehe „Der letzte Papst“). Doch auch jenseits der Kirche nahm man die neue Qualität war, aktuell in dem Buch „Ego“ von Frank Schirrmacher, die beschreibt, wie der „neue Mensch“ (den Adolf Hitler sich so sehnsüchtig erträumte) von Militärs und Wissenschaftlern gezielt erschaffen wurde – als hemmungslose Egoist, der konzernkritische Film „Corporation“ erwähnt nebenbei, wie nützlich dieser egozentrische Idiot für die moderne Konsumwirtschaft war … und ist.

Die mächtigsten Gestaltungskräfte der Gesellschaft arbeiten gezielt an dieser historischen Wende – und alle klatschen

Nur korrekt benennen möchte sie keiner, dabei wissen alle, worum es geht: um die Etablierung des antichristlichen Zeitalters. Doch Vorsicht: ich gebrauche diesen Begriff als rein ethischen Begriff und möchte nicht mit sinnverwirrenden Hollywooddramen in Verbindung gebracht werden, die alberne Geschichten von bösen Geistern erzählen.

Das neue Zeitalter, das uns erwartet, soll ein antichristliches sein – und darum ist „Sozialromantik“ ein viel zitiertes Schmähwort für alle Ausdrucksformen der … Nächstenliebe.

Nun – aufhalten können wir dieses Zeitalter nicht mehr. Die christlichen Gegenkräfte in der Gesellschaft sind wirkungsvoll demontiert, die katholische Kirche selbst bei vielen schon ein Sinnbild für alles Böse, die Menschheit umerzogen zu sozialunfähigen Psycho- und Soziopathen, dir nur noch durch Bezahlung zur Handlung zu motivieren sind … jedenfalls überwiegend.

Zum Ende des christlichen Zeitalters gibt es auch ein neues Imperium: das Imperium der Superreichen, über das Hans Jürgen Krysmanski ein ganzes Buch geschrieben hat.  Die Verlagsbeschreibung des Buches illustriert, was wir im antichristlichen Zeitalter zu erwarten haben:

Die Geldeliten verselbständigen sich, sie beginnen im wahrsten Sinne des Wortes, auf eigene Faust mit Söldnerarmeen, privaten Polizei- und Geheimdiensten zu operieren. Klimawandel, Ressourcenprobleme und wachsende, unumkehrbare Arbeitslosigkeit deuten auf ein kommendes globales Szenario nackter Überlebenskämpfe. Für eine solche Rette-sich-wer-kann-Welt glauben sich die Geldeliten gut gerüstet. Hans Jürgen Krysmanski zeigt, dass sich zukünftig neue und neuartige Klassenkonflikte entwickeln werden und dass wir letztlich nicht umhin kommen, an diesen Konflikten teilzunehmen.

Die Demokratie wird zerfallen, der Staat wird zerfallen, übrig bleiben nur die Machtzentren der antichristlichen Fürstentümer.

Wir sollten es uns als Bürger des so viel und oft beschworenen christlichen Kulturraumes nicht nehmen lassen, diesen großen Paradigmenwechsel in Politik, Gesellschaft und Kultur auch beim Namen zu nennen: es ist die Etablierung des antichristlichen Zeitalters.

Jede Sendeanstalt, jede Zeitung, jeder Blog, jedes Thresengespräch sollte diese Botschaft hinaustragen, damit jeder die Wahl hat, bewußt daran teilzunehmen. Ich plädiere da einfach für mehr Offenheit im Gespräch – und ich denke, ich muss keine großen Worte darüber machen, das jedem klar ist, das wir uns Sozialromantik rein finanziell gar nicht mehr leisten können.

Als Hitler sich die Ernährung und Erschießung von „Staatsfeinden“ nicht mehr leisten konnte, hat er zum Gas gegriffen – wir wissen also, welches Potential das antichristliche Imperium in sich trägt. Griechen, Zyprer, Spanier, Arbeitslose, Alte, Kranke können heute schon ein Lied davon singen, die ersten Erscheinungsformen antichristlicher Ethik sind dort auf den Straßen im Detail zu beobachten, andere Länder werden folgen.

Jakob Augstein schreibt momentan im Spiegel über die neue antichristliche Kultur – auch ohne sie zu benennen, aber er honoriert den religiösen Charakter:

Walter Benjamin hätte das verstanden. Er hat den Kapitalismus als „reine Kultreligion“ bezeichnet, „vielleicht die extremste, die es je gegeben hat“. Keine Dogmatik, keine Theologie, nur Kult.

Und eine Ethik- eine streng antichristliche

Wenn Sie, geneigter Leser, demnächst mit dem Vorwurf der Sozialromantik konfrontiert werden, sollten Sie einfach mal zurückfragen: „Aha, Sie sind auch bekennender Antichrist?“

Das wird vielleicht bei dem einen oder anderen „Neoliberalen“ einen Prozess des Nachdenkens anregen – aber wahrscheinlich wagen wir uns solche Ausfälle schon gar nicht mehr, schnell könnte man als Christ geoutet werden, was unangenehme Folgen für die Karriere haben kann: immerhin bekennt man sich mit einer solchen Positionierung dazu, manchmal Entscheidungen zu fällen, die nicht den maximalen Gewinn von Anteilseignern im Blick haben.

Solche Leute kann kein Personalchef gebrauchen.

Vielleicht endet das christliche Zeitalter Europas wie es angefangen hat: mit blutigen Verfolgungen. Im Prinzip bereiten Sendeformate wie das „Dschungelcamp“ solche Exzesse schon mal vor – unter dem Beifall von Millionen von Zuschauern. Würden die nicht auch jubeln, wenn wirtschaftskritische Sozialromantiker den Löwen (oder verwilderten Hunden) vorgeworfen werden?

Ich fürchte … wir werden es sehen. Das gehört zu solchen Zeitaltern einfach dazu.

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