in Gesellschaft

Altersarmut: Alles nur ein Gerücht?

Die „Welt“ hat jetzt eine Debatte eröffnet, die seltsam anmutet. Auf den ersten Blick jedenfalls. Die „Welt“ lässt eine Autorin darüber berichten, dass es mit der Altersarmut in Deutschland gar nicht so weit her ist. Vielmehr gehe es, so der übergeordnete Tenor, den Menschen ab 65 doch vergleichsweise gut. Eine Behauptung, die zeigt, wie Zahlen verdrehen können. Tatsächlich droht Altersarmut dennoch, wie viele andere Zahlen belegen. Sie „droht“ – die „ist“ nicht. Dies scheint die Autorin zu verwechseln.

544.000 Menschen im Alter mit Grundsicherung

Dabei haben 544.000 Menschen schon jetzt im Alter die Grundsicherung bezogen. Eine enorme Anzahl, wenn eine andere Zahl im Vergleich dazu herangezogen wird. Denn diese Zahl ist doppelt so hoch wie noch 2003, als die Grundsicherung eingeführt wurde. Dies verschweigt die Autorin zwar nicht, aber sie spielt es herunter.

Der „Anteil“ der Senioren, die darauf angewiesen sind, sei mit 3,1 % sehr niedrig. Denn 15 % aller Kinder unterhalb von 15 Jahren seien auf Grundsicherung angewiesen. Bei den „Erwerbstätigen“ würde der Anteil 8 % betragen.

Ein klassischer Fall für die Äpfel und die Birnen, die nicht verglichen werden sollten. Dass die Erwerbstätigen nur zu 8 % betroffen sind, liegt in der Natur der Sache. Diese Menschen arbeiten, um mehr zu verdienen als die Grundsicherung. Wenn der Anteil deutlich größer wäre, dann würden viele von diesen Menschen auch nicht mehr arbeiten.

Dass Kinder auf Grundsicherung zurückgreifen müssen, ist traurig genug. Sie können aber schlicht nicht in den selben Topf geworfen werden. Kinder sind abhängig von ihren Eltern, die teils sicher in dieser Gruppierung auch zugezogen sind. Kinder aber haben noch nirgends eingezahlt.

Doch zurück zu den Rentnern von heute: Gut 3 % klingt tatsächlich gering. Nur: viele melden sich nicht. Das weiß im Grunde jede Behörde, das weiß auch die Politik. Es gibt zahllose Berichte darüber, dass die Rente für viele keine schöne Zeit ist, wirtschaftlich betrachtet. Die Älteren hätten kein Armutsrisiko zu behaupten, ist ein Taschenspielertrick. Denn die tatsächlichen Risiken lauern für all jene, die noch Rente beziehen wollen. Das Rentenniveau wurde und wird stets abgesenkt. Damit es nicht weiter fällt, greift der Staat nun in die Steuerkasse – und zwar kräftig. Dies ist allerdings nur begrenzt möglich. Die Steuereinnahmen sind außergewöhnlich hoch, seit Jahren. Dennoch steigt die Verschuldung effektiv an. Viele Risiken werden nicht durch hinreichende Rücklagen aufgefangen.

Die Bankenkrise in der EU wird Geld kosten. Die Pensionsverpflichtungen des Staates wachsen eminent. Und vor allem ist die Zeit der Niedrigzinsen begrenzt. Das Rentenniveau wird weiter sinken – wie sollte das Armutsrisiko nicht steigen?

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15 Kommentare

  1. Die Grundsicherung im Alter ist die eine Seite. Sie wird meist nur von Personen beansprucht, deren Rente wirklich so niedrig ist, dass sie selbst mit allen Entbehrungen nicht über die Runden kommen.

    Davor ist das sogenannte Wohngeld geschaltet. Es wird von denjenigen beansprucht, deren Rente nicht ausreicht, aber mit dem Wohngeld gerade so zum Überleben reicht.

    Da die Grundsicherung im Alter mit Bürokratie, Kontrollen und Schikanen verbunden ist, nehmen viele Rentner lieber eine Mini-Rente plus Wohngeld, obwohl sie damit noch unter dem Satz der Grunsicherung liegen. Hauptsache, sie haben die Schikanen nicht.

    Wie dieser Staat bewusst mit seinen jungen Bürgern und den Alten umgeht, kann ich nur noch als verabscheuenswürdig bezeichnen.

    • Personen beanspruchen gar nix, denn sie sind tot! Nur Menschen können etwas beanspruchen. Was für ein Staat denn?
      1. gibt es den Staat BRD nicht und 2. hat man uns doch Jahrelang erzählt, der Staat sind wir!?

  2. Vorab, meine Renten oder Pensionsansprüche sind nicht schlecht.
    Dafür habe ich Zeitlebens gearbeitet.
    Was aber nur die halbe Wahrheit ist.
    1998 habe ich zum ersten Male von den Rentenversicherungen meinen Wert im Alter bekommen.
    Im Jahr 2018 sind diese Renten durch Kürzungen und Versicherungsfremde Leistungen insgesamt um ca. 900 Euro gesunken. Auch hat mir keiner vor Jahren gesagt, dass ich davon noch die Krankenversicherung und Pflegeversicherung abführen darf. Ebenso, dass ich noch Steuern auf diese Renten zahlen muss. Man muss reichlich bekloppt sein, unser einer geht arbeiten,
    andere haben 24 Std./Tag die Pulle am Hals.
    Viele Niedriglöhner können sich heute schon ausrechnen, dass sie zu den zukünftigen Grundsicherungsrentner gehören werden.

  3. Es ist zwar schlimm, war aber absehbar!
    Ein Glück trifft es auch die Trottel die seit Jahren, zusammen mit der Lügenpresse, gegen die gehetzt haben, die so etwas vorher gesagt haben! Selbstverständlich ist nicht genug für Deutsche da, wenn 100.000e „Facharbeiter“ illegal ins Land gelassen werden.
    Trotz dieser Zustände gehen jedesmal tausende gegen die AFD auf die Strasse, obwohl doch de etablierten Parteien das Verbrochen haben! Also teilweise ist das gerecht, was da passiert, Dummheit gehört bestraft!

  4. Nein, die Trottel trifft es leider nicht, es trifft den kleinen, anständigen, Steuerzahler.
    100.000e illegale Facharbeiter???
    Warum mussten Gastarbeiter geholt werden? Wieviel arbeitsfähige deutsche Staatsbürger und Gäste liegen den Steuerzahlern auf der Tasche?

  5. Natürlich wird seitens der Etablierten Politik die Herrschende Altersarmut durch regierungsfromme Autoren totgeschwiegen – Lügen, totschweigen, manipulieren, zensieren sind das wichtigste Kommukationsmittel mit der Dt. Bevölkerung zu gunsten der Politik einseitig zu beeinflussen !

  6. Die Deutsche Rentenversicherung verspricht einem ein Berufsleben lang viel an späterer Altersrente, halten kann sie dann davon aber dann leider nur wenig. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber wenn sich stümperhafte Politik nicht ständig einmischen würde und diese Umlageversicherung nicht laufend als eigenen Geldtopf für irrsinnige, versicherungsfremde Leistungen mißbrauchen würde, wäre die Altersrente auch in Zukunft für einen weit höheren Prozentsatz der Bevölkerung auskömmlicher als sie es aktuell ist.
    D. h., die versicherungsfremden Leistungen der Deutschen Rentenversicherung müssen systematisch abgebaut werden, und es müssen Gesetze her, aufgrund derer der politische Mißbrauch der Einnahmen der Rentenversicherung gestoppt wird.

  7. Es wäre mal ratsam dass allen Dummschätzern das Maul gestopft wird und der Realität ins Auge gesehen wird. Es sind zur Zeit 15.000.000.-
    Rentner von der Obdachlosigkeit bedroht weil dies sich schämen nach 45 Jahren Arbeit zum Sozialfall zu werden und die schikanösen Methoden der Sizialbehörden und Jobcenter über sich ergehen lassen zu müssen.Die Renten monatlich liegen bei 800.-Euro die Mieten liegen bei 1.000.- Euro also Mathematik hat man 200.-Euro Defezit im Monat. Was bleibt Übrig zur Tafel laufen Flaschenpfand sammeln und Minijobs auf 450.- Euro dass ist der verdiente Lebensabend der Deutschen Rentner Dank SPD CDU und Grüne. Zum Verbleich ein Asylant bekommt pro Kopf in der Familie 650.-Euro für die Wohnung werden Pro Kopf und Tag 30.

  8. Meine Frau und ich haben alles falsch gemacht.
    Wir wußten, daß unsere Renten nicht reichen würden und haben jahrzehntelang gespart. Heute bekommen wir etwa den halben Sozialhilfebetrag von der Rentenversicherung, können aber mit den Ersparnissen gut leben. Dafür haben wir früher auf vieles verzichtet.
    Besser wäre es gewesen, mit unserem Geld ein schönes Leben zu führen, nichts zu sparen und heute aufstockende Rente zu beantragen. Schikane hin, Schikane her, wir sind ausreichend wehrhaft. Die Rahmenbedingungen hätten wir sorgfältig planen können, ein kleines Häuschen auf einem Dorf, wo es preiswert zu haben gewesen wäre, und der Staat hätte sogar die Nebenkosten außer Strom übernommen. Jetzt klaut uns Draghi nach und nach die Ersparnisse.

    • Und ein Nachtrag.
      Ich hatte einen Vertrag mit Gehaltsabtretung. Jahre später hat die SPD mit Schröder auf den gesamten Auszahlungsbetrag, also nicht nur auf die Zinsen, den vollen Krankenversicherungsbeitrag eingeführt, und zwar rückwirkend. Oberste Gerichte haben diesen Vertrauensbruch bestätigt. Da ich nur wenig verdiente und von den Steuerersparnissen nicht profitierte, habe ich nach Auszahlung weniger zurückbekommen, als ich eingezahlt hatte. Ein Sparbuch mit Nullzinsen wäre ertragreicher gewesen.
      Soviel zu den Politikern, die uns sagen, wir müßten auch privat vorsorgen. Ich nenne die ganze Euro-Politik mit allen Folgen und die Regierung, die rückwirkend Gesetze ändert, verbrecherisch, „organisierte Kriminalität“.

  9. Aus den Antworten kann man ersehen, dass leider, ja leider kein einziger den Betrug, der verstärkt seit 1990 von den BRiD Schauspielern begangen wird , erkannt hat. Obwohl diese Ausbeuterei schon wesentlich länger läuft, habe ich dieses Datum gewählt, weil es davor noch erträglich war. Ein Kommentar hier davor hat wenigstens den Unterschied von Person zum Menschen (Weib und Mann) bemerkt.
    Es sind zu viele die keine Ahnung haben, deshalb werden Parteien immer wieder bei den Wahlen bestätigt. Damit können Sie die Gelder abziehen. Diese verbleiben auch nicht in Deutschland. 81,4% der Gesamtsteuereinnahmen gehen direkt ins Ausland. Wohin schlüssle ich hier nicht auf. Wen es interessiert findet es selbst heraus. Gut !!!
    Prof. Dr. Rainer Mausfeld

  10. So lange, wie die Politiker die Finger in den Sozialversicherungskassen haben, so lange bessert sich nichts. Die Rentner werden schon seit Jahren beklaut. Das beginnt aber schon früher. Wenn die Industrie angemessene Löhne/Gehälter zahlen würde, wäre auch mehr Geld in den Sozialversicherungskassen und die Renten könnten angepassst werden. Sie sind übrigens um 50% niedriger, als in unseren südlichen, westlichen und nördlichen Nachbarn.