in Finanzsystem

Der Internationale Währungsfonds bereitet sich offenbar auf ein Ende der US-Dollar Leitwährung Ära vor. Am 12. März meldete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, China und der IWF verhandelten derzeit über die Möglichkeit einer Beteiligung der chinesischen Währung Yuan am Währungskorb der Sonderziehungsrechte des IWF. Bisher war dies dem US-Dollar vorbehalten.

„Wir hoffen, dass der IWF die Fortschritte bei der Internationalisierung des Yuan berücksichtigt, um ihn in absehbarer Zukunft in den Korb aufzunehmen, der den Sonderziehungsrechten unterliegt“, sagte Yi Gang, Vizegouverneur der Chinesischen Zentralbank auf einer Pressekonferenz am Rande der alljährlichen Tagung des Volkskongresses in Beijing und ergänzte, China werde sich in Geduld üben, bis die Zeit reif sei.

Das scheint kaum nötig. Knapp eine Woche nach Yi Gangs Auftritt gab Christine Lagarde, geschäftsführende Direktorin des IWF, anlässlich eines Besuches der Fudan-Universität von Schanghai bekannt, die Frage sei nicht „ob“, sondern „wann“ der Yuan in den Währungskorb aufgenommen werde.

Christine Lagardes großzügiges Entgegenkommen entspringt nicht etwa gutem Willen, sondern der dringenden Notwendigkeit, angesichts einer rasanten internationalen Entwicklung schnell zu handeln. Die vergangene Woche war für die USA nämlich ein außenpolitisches Desaster von historischem Ausmaß. Nur drei Tage vor Lagardes Auftritt in Schanghai kündigten Deutschland, Frankreich und Italien an, sich an der von China und Russland beschlossenen Gründung der Asiatischen Infrastruktur Investment Bank (AIIB) beteiligen zu wollen. Zuvor hatte bereits Großbritannien offizielles Interesse angemeldet, inzwischen sind die Schweiz, Australien und Japan ebenfalls nachgezogen.“ so „Finanzmarktwelt“.

Der US-Dollar bringt neben dem direkten Einfluss der US-Amerikaner auch wirtschaftliche Vorteile. Darauf sollen sogar außenpolitische Schritte basieren.  Nach Ansicht der Petrodollar-Theorie war die Bedeutung der Dollarfakturierung für die USA auch ein Grund für den Dritten Golfkrieg und andere außenpolitische Eingriffe. So begann ende 2000 der Irak damit, Öl gegen Euro statt gegen US-Dollar zu verkaufen und stellte seine nationalen Devisenreserven auf Euro um. Wären andere Ölstaaten dem Beispiel gefolgt, hätten die USA dadurch vermutlich einen enormen Einnahmeausfall aus Seigniorage-Einnahmen verkraften müssen.

Die Drohungen gegen den Iran und Syrien im Vorfeld dieses Krieges dienten demnach dazu, dass diese Staaten, die ebenfalls eine Umstellung von Petro-Dollar auf Petro-Euro erwogen, bei der Dollarabrechnung blieben.

Der ehemalige venezolanische Staatschef Hugo Chávez hat sich als der neben Saddam Hussein eifrigste Verfechter einer Euro-Fakturierung des Erdöls gezeigt. Außerdem ist sein Land ein weit größerer Erdöl-Exporteur als Syrien. Auch gegen Chávez ist die US-Regierung vorgegangen.

Die USA unterstützen die venezolanischen Oppositionsparteien sowohl materiell, logistisch als auch organisatorisch – allein im Putschjahr 2002 flossen von ihr 877.000 Dollar an die Opposition. Mitglieder der US-amerikanischen Regierung beschuldigten Chávez wiederholt der Begünstigung des internationalen Terrorismus, insbesondere der kolumbianischen Guerillagruppe FARC. Auch Querverbindungen zu Al-Qaida wurden behauptet. Keine dieser Behauptungen aber konnte bisher bewiesen werden.

Im Oktober und November 2003 veröffentlichten venezolanische Parlamentsabgeordnete Material, das die Vorbereitungen eines erneuten Putsches rechter Kreise Venezuelas in Zusammenarbeit mit der CIA nahelegte. Diesbezüglich bestätigten die USA zwar die militärische Ausbildung oppositioneller Kräfte, dementierten aber jede direkte Beteiligung der CIA.

Meist sind es eine Vielzahl von Gründen, die zu Kriegen oder Putschen führen. Auch die Petrodollar-Theorie sollte nicht als einziger Interventionsgrund gesehen werden. Die genauen wirtschaftlichen und finanziellen Vorteile, die die USA durch den Petrodollar haben, sind nicht bekannt. Deshalb ist es schwierig, dies z. B. mit den finanziellen Aufwendungen für Kriege oder Putsche, an denen die USA beteiligt waren oder sind, zu vergleichen. Zum anderen werden Syrien, Venezuela und der Iran auch von anderen westlichen Staaten, die keine Petrodollar-Seigniorage aufweisen, politisch unter Druck gesetzt. Inwieweit die Petrodollar-Theorie die US-amerikanische Außenpolitik beeinflusst hat, ist nicht bekannt.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. „….sich an der von China und Russland beschlossenen…“

    Russland ist da nicht dabei. Da gibts ja noch die „New Development Bank“ der BRICS.

    Ist es nicht eine Ironie, dass diese Banken erstmal mit Milliarden von $ ausgestattet werden?

    Lt. Prof. Hörmann schöpft die chin. Zentralbank auch Geld aus Luft, aber sie buchen es nicht als Schuld.
    Im Islamic Banking gibts Zinsverbot.
    Möglich, dass diese Bank nach ganz anderen Kriterien Kredite vergibt.
    Wir westlichen Zinssklaven werden halt wenig davon erfahren.

  2. Der Artikel, wie so viele Artikel von Herrn von Pax, fällt bedauerlicherweise, wenn auch nicht verwunderlich, schwach aus. Ist der Author zuvor schon aufgrund seiner tendenziösen Berichterstattung ausgefallen, so muss hier leider auch null Anstand, null Rückrat und keine wirkliche Freude an der Arbeit eines Journalisten angenommen werden. Ich stimme hier mit „Plaza“ überein, Quellen zu verwenden ist in Ordnung, sie abzuschreiben ohne Quellenverweise nennt man Plagiate. Hiermit ist die Glaubwürdigkeit des Autors für mich nicht mehr gegeben. Zudem auch noch irreführend weil nicht gut recherchiert wie bereits von „TicTac“ hervorgehoben. Ich werde zukünftig Artikel von Herrn Pax außen vor lassen. Desinformation haben wir auch so schon…

  3. Wilfried Kahrs hat in seinem Beitrag von 18.3.2015 ein Video von Varoufakis, jetziger Finanzminister der Griechen, seinerzeit Professor für Ökonomie in Austin/Texa vorgestellt, in dem Varoufakis unter Hinweis auf Paul Walter überzeugend geschildert hat, wie die USA zumindest seit dem Schauspieler ReagaN den Finanzmarkt benutzt haben, Feinde in der Welt zu treffen. Walker lockte z.B. alles freie Geld mit dem Zinssatz von 20 % in die USA und ruinierte damit die Sowjetunion! Hauptsächlich mit der Beherrschung der Finanzmärkte erhalten die USA doch ihre global Hegemonie.Im Notfall überfallen sie Länder wie den Irak. So wie Merkel sich dem US-Diktat unterworfen hat, sind wir künftig aber voll dabei!