in Finanzsystem

In den beiden vorhergehenden Artikeln „DAX 10.000 und vielleicht mehr? (Teil 1)und „Die Deflation ist da! habe ich unter dem Motto „Wie retten wir unsere hart erarbeiteten Ersparnisse“ dargestellt, dass wir es an den Börsen mit einer riesigen kreditfinanzierten Blase zu tun haben. Diese Blase ist entstanden, weil Notenbanken der Wahnvorstellung verfallen sind, dass billiges Geld der realen Ökonomie wieder auf die Beine helfen werde. Erreicht haben sie das nicht. Auf dem realen Wirtschaftsmarkt, haben wir eine Deflation erkannt, die in ihrem Ausmaß nichts Vergleichbares seit den 70-er Jahren zu bieten hat. Stattdessen ist es den Notenbanken gelungen den Finanzmarkt derartig aufzupumpen, dass das Spannungsverhältnis zwischen der Deflation auf dem realen Wirtschaftmarkt und der Inflation auf dem deregulierten Finanzmarkt kaum größer sein kann: Die perfekte Konstellation für die Implosion der Finanzmärkte.

In diesem Artikel werde ich aufzeigen, mit welcher Strategie es uns gelingen kann, beim Crash (=Deflation) an den Finanzmärkten unsere Ersparnisse zu retten.

Dazu müssen wir die globale Funktion des US-Dollar (USD) untersuchen:

Unter dem Gesichtspunkt der Inflation gehört der USD zu den weichsten Währungen der Welt. Die USD Druckmaschine läuft auf Hochtouren und bewirkt die größte Flutung an den globalen Finanzmärkten. Das heißt, der USD ist die Hauptursache für die derzeitige Finanzblase.

Wie kann es sein, dass die weiche Währung USD trotzdem als stabil angesehen wird, denn 60 % aller Währungsreserven auf der Welt werden in Dollar gehalten.  „Es gibt keine Alternative“, aber dieses Argument allein verursacht bei mir höchste Skepsis. Ich habe schon zu oft gehört, dass etwas alternativlos sei, obwohl das Gegenteil auf der Hand liegt. Die Antwort ist, dass alle Rohstoffe auf der Welt in USD gehandelt werden. Wer Rohstoffe irgendwo auf der Welt kaufen will, braucht den USD. Und dieses Privileg  werden die USA auch in Zukunft mit allen Mitteln verteidigen, denn sie ist die wirtschaftliche Basis der Weltmacht USA. Ohne einen allgemein akzeptierten USD können sie ihre geostrategischen Ziele nicht verwirklichen. Nur so haben sie die Mittel auch in Zukunft ihre Militärausgaben und ihre Geheimdienste zu finanzieren. Die USA werden den USD an sich mit allen Mitteln verteidigen, damit sie überall auf der Welt das kaufen können, was sie für ihre Vormachtstellung brauchen. Der Wechselkurs zu anderen Währungen kann ihnen aus geostrategischer Sicht egal sein, denn sie können so viele Dollars drucken, wie sie wollen, um alles zu kaufen, was sie als Hegemonialstaat brauchen. Wenn wir also unsere Ersparnisse auf einem USD Währungskonto parken, wird die Großmacht USA den USD verteidigen, aber nicht  den Wechselkurs zu anderen Währungen. Dieses Währungskonto sollte aus Sicherheitsgründen dem Depot angegliedert werden. Ein normales Währungskonto bei einer Bank ist Teil einer möglichen Konkursmasse.

Was wird also mit dem EUR/USD Wechselkurs passieren, wenn die Börsen crashen?

Die hoch inflationierte Weichwährung USD hat bei den großen Aktienindizes als Hauptverursacher dafür gesorgt, dass sie aufgepumpt wurden. Wenn das Geld aus den Aktien abgepumpt wird, fließt es in die USA zurück, um die zuvor für Aktieninvestitionen benötigten Kredite zu tilgen, d.h. Deflationierung der Aktienmärkte. Der Wechselkurs des Dollars gegenüber allen anderen Währungen wird steigen, da die US-Amerikaner alle anderen Währungen in den USD zurücktauschen müssen, um in den USA die Kredite zu tilgen.

Das nenne ich das USD Paradoxon:  Die Weichwährung USD wird in der Deflation stark !

Zudem gibt es weitere handfeste Gründe, warum der Euro in seinem Kurs gegenüber dem USD sinken wird:

  1. Innerhalb der EU haben die wirtschaftlich schwachen Länder nur eine Chance ihre Waren zu exportieren, wenn der Euro abgewertet wird.
  2. Wenn die wirtschaftliche schwachen Länder der EU Probleme bei ihrer Staatsfinanzierung bekommen, werden die großen Schattenbanken massiv gegen diese Länder und gegen den Euro wetten. Dies wird zu einer Flucht in die Angst-Währung USD führen.

Fazit: Bei einem Crash an den Börsen wird der USD gegenüber dem Euro an Wert gewinnen.

Die nächste Blase wird vermutlich eine USD-Blase sein, denn alle anderen Anlageformen haben ihre Blase hinter sich!

Nun müssen wir nur noch möglichst früh erkennen, wann es soweit ist. Das Problem dabei ist, dass niemand Kurse vorhersagen kann. Wenn ich sage niemand, dann meine ich niemand. Es gibt absolut keinen Guru auf diesem Gebiet. Wir müssen das schon selber machen!

In dem Dax- Artikel habe ich das Bild von den Löwen und der Herde Gnus gebraucht. Das ist nicht abwertend gemeint. Solche Bilder erleichtern es mir, Zusammenhänge zu verstehen und gleichzeitig ist das meine Art von Humor.

Also an den Börsen haben wir es mit extrem  finanzstarken Gegenspielern zu tun, die sich in ihrer Masse so verhalten, wie eine große Herde Gnus mit Hochleistungsrechnern im Gepäck. Diese Rechner flüstern jedem einzelnen Gnu in Nanosekunden-Geschwindigkeit etwas ins Ohr, um die Laufrichtung zu bestimmen. Es liegt auf der Hand, dass wir uns nicht unter die Herde mischen, um es ihnen gleich zu machen. Wir würden den Überblick verlieren und zu sehr unseren Emotionen folgen.

Stattdessen ist es sinnvoll, sich das Treiben aus der Perspektive eines Adlers anzuschauen. Denn aus dieser Sicht hat die Herde lediglich eine Strecke von A nach B zurückgelegt. Die Herde ist z.B. am Anfang des Monats an Punkt A losgelaufen und am Ende des Monats an Punkt B angekommen. Dazwischen liegt eine gerade Strecke von A nach B. Welche Umwege sie zwischendurch gemacht hat interessiert uns nicht.

Dazu werde ich eine simple Methode vorstellen, wie sie mit jedem Charting-Programm, das im Netz kostenlos angeboten wird, selber Signale generieren können, um Anlageentscheidungen zu treffen.

Betrachten wir uns also die Kursentwicklung EUR/USD in einem Chart mit der „Adler-Methode“:

Wenn Sie mit irgendeinem Charting-Programm das EUR/USD Währungsverhältnis darstellen lassen und die Einstellungen Monat, Linie, SMA2 und  SMA5 vornehmen , erhalten Sie diesen Chart. Das bedeutet, Sie sehen eine schwarze Kurslinie pro Monat. Die rote Linie glättet die schwarze Linie auf 2 Monate (SMA2) und die blaue Linie auf 5 Monate (SMA5).

Zusätzlich habe ich einige Trendlinien in verschiedenen Farben eingezeichnet. Trendlinien sind meiner Ansicht nach die mächtigsten Werkzeuge, die uns für eine Chart-Analyse zur Verfügung stehen.

Also, was sehen wir auf dem Chart?

  1. Wir sehen einen riesigen Abwärtstrend des Euro von 2008 bis heute, innerhalb der lila gestrichelten Trendlinien. Auf der Grundlage dieses Abwärtstrends kann man aber keine Anlageentscheidung treffen, er zeigt uns nur die grobe Richtung an. Innerhalb dieses Trends hat der Euro  viele kleinere Trends ausgebildet (grün und rot gestrichelte Linien). Die kann man handeln.
  2. Wenn wir unser Geld im oberen Bereich der grün gestrichelten Linie in Euro geparkt hätten, wären wir auf der richtigen Seite gewesen. Wir hätten am Ende des Trends mehr USD kaufen können als zu Beginn des Trends.
  3. Wenn wir unser Geld im unteren Bereich der rot gestrichelten Linie auf einem USD Währungskonto  geparkt hätten, wären wir auf der richtigen Seite gewesen. Wir hätten am Ende des Trends mehr Euro zurückkaufen können als wir zu Beginn des Trends angelegt hatten.

Soweit der einfache Teil der Chart-Analyse. Aussagen über die Vergangenheit kann jeder machen.

Jetzt kommen wir zu dem Teil, wo jeder eine Entscheidung für sich selber treffen muss.

Wann wechselt der Euro vom grünen Aufwärtstrend in den roten Abwärtsmodus ?

1. Seit dem 01.07.2012 bis heute ist der Euro im Aufwärtstrend zum USD. Einen möglichen Abwärtstrend erkennt man erst später. Nun, wer mit mir übereinstimmt, dass die Börsen gleichzeitig mit dem Euro crashen werden, der wird warten, bis DAX, DJI und S&P 500 gleichzeitig ein Top ausbilden. Für den Dax würde das bedeuten, dass er nicht mehr über das alte Top von  9.794 (=Top1) kommt, sagen wir, er kommt beispielsweise nur bis 9750 (=Top2). Dann rauscht er wieder in die Tiefe Richtung 9000, um anschließend beispielsweise wieder auf  9700 (=Top3) zu kommen. Anschließend könnte ein mächtiger Abwärtsimpuls folgen. So ein Verhaltens-Muster hat es schon oft gegeben. Nun werden einige Fragen: Was ist, wenn der Dax ein neues Hoch über 9.794 ausbildet? Ganz einfach: Warten, bis das nächste Top entstehen könnte. Das ist das Los eines Kontraanlegers. Er erkennt das nahe Ende eines Trends, wartet geduldig bis es soweit ist und handelt dann konsequent.

2. Es ist auch möglich, dass der Euro langsam den Rückwärtsgang einlegt. Jetzt kommt der obige Chart ins Spiel. Beim nächsten Wendepunkt wird die schwarze Linie von oben zuerst die rote Linie schneiden . Wenn dann beide Linien ständig nebeneinander herlaufen haben Sie einen klaren Trend, bei dem Sie USD haben müssen.

Ausschnitt aus dem oberen Chart:

Vom 01.07.2008 – 01.11.2008 und vom 01.11.2009 – 01.06.2010 hätten Sie damit Geld verdient.

3. Leider gibt es auch weniger eindeutige Situationen. Jetzt kommt die blaue Linie ins Spiel. Hierzu ein anderer Ausschnitt:

Die grünen Punkte kennzeichnen den Einstieg in den USD und die roten Punkte den Ausstieg. Dort kreuzt die schwarze Linie die blaue. Die roten Punkte sind Ausstiegs- oder Rettungspunkte , danach könnte ein Trendwechsel stattfinden, wie es nach dem 01.08.2012 der Fall war.

4. Wo stehen wir jetzt? Hierzu ein anderer Ausschnitt:

Wir sehen einen langen Aufwärtstrend des Euro. Das ist gut so, denn wir können irgendwann mehr USD für unser Geld kaufen als am 01.08.2012. Der Aufwärtstrend war sehr holperig und das ist auch gut, denn der aufmerksame Leser kann die Signale jetzt selber lesen und sich auf solche Situationen mental vorbereiten, denn das Spiel ist schwieriger als es aussieht. Es wird auch in Zukunft verwirrende Signale geben, die wir meistern müssen (hierzu werde ich abschließend einige Tipps geben).

Da aber der Aufwärtstrend des Euro schon lange intakt ist, siehe grüne gestrichelte Linie, haben wir einen starken Trend, mit dem wir arbeiten können. Wir haben drei Punkte, an denen die schwarze Kurslinie die Trendlinie berührt.

„Wieso 3?  Ich sehe 4!“, wird jetzt der aufmerksame Leser fragen. Die Antwort ist:“Den Punkt am 01.01.2014 können wir noch nicht zählen!“ Wir erinnern uns, die schwarze Linie zeigt die Bewegung der „Herde“ von A nach B innerhalb eines Monats. Der Monat Februar läuft aber noch. Erst am Ende des Monats können wir sehen, welche Strecke zurückgelegt wurde. Es kann sein, dass der Monatsschlusskurs dann unter 1,3500 liegt und nicht wie jetzt bei 1,3691. Dann werden wir die Signale zu bewerten haben.

Fazit und Tipps zur „Adler-Methode“:

Ziel dieser Methode ist es, dem Leser, der sich noch nicht mit Chart-Analyse beschäftigt hat, einen Einstieg zu liefern. Ohne Chart-Analyse werden Sie es schwer haben, erfolgreich am Markt zu handeln. Die vorgestellte Methode können Sie im Übrigen auf alle Anlageformen anwenden: Aktien, Edelmetalle usw.. Es würde mich sehr freuen, wenn auch andere ihre Methoden-Vorschläge veröffentlichen würden.

Diese Methode hört sich einfach an, ist aber in der Ausführung nicht immer einfach. Wäre die Methode einfach, würden alle an der Börse reich werden. Das ist aber nicht der Fall!

Deshalb zum Abschluss noch einige Tipps:

  1. Wenn Sie demnächst ein Einstiegssignal sehen und eine größere Position aufbauen wollen, fangen Sie klein an.  5-10%  scheinen mir angemessen. Wenn der Trend bestätigt wird, bauen Sie weiter aus. Wenn Sie nachts nicht schlafen können, verkleinern Sie die Position.
  2. Das Ausstiegssignal ist mindestens genauso wichtig wie das Einstiegssignal. Es ist ihre Absicherung. Wenn das Signal raus sagt dann raus! Nicht drin bleiben aufgrund von Hoffnungen, dann werden Sie das Spiel nicht gewinnen.
  3. Funktionieren Sie bei dem Spiel wie ein Roboter. Betrachten Sie die Linien und treffen mechanisch konsequent Entscheidungen. Halten Sie Ängste und Hoffnungen raus. Leben Sie Ihre Emotion im realen Leben.
  4. Wenn Sie das Spiel mit 6:4 gewinnen, sind sie gut. Bei 7:3 sind sie Champion. Abgerechnet wird am Ende der Saison. Knappe Niederlagen gehören auch zum Spiel.
  5. Nur wer Geduld hat, auf Signale zu warten, wird gewinnen.
  6. Blenden Sie Tagesmeldungen aller Art aus ! Analysten, Politiker, Notenbanken, Manipulationen usw.. Sie kennen nicht die kursbildenden Ereignisse, die im Verborgenen am anderen Ende der Welt stattfinden. Sie würden versuchen, ein Puzzle zusammenzusetzen, bei dem wichtige Teile fehlen. Trotz aller Meldungen bewegt sich die Herde nur von A nach B. Diese Strecke ist das Ergebnis aller öffentlichen und verborgenen Aktionen.

Abschließende Worte:

Mir ist klar, dass ich als „Deflationist“ eine Außenseiterrolle einnehme. Als „Inflationist“ würde ich auf einer Welle des Zuspruchs schwimmen. Für mich geht aber die Gleichung Notenbanken drucken Geld=Inflation nicht auf. Auf den ersten Blick scheint sie richtig. Aber wenn man differenziert zwischen realer Ökonomie und Finanzmarkt, funktioniert die Gleichung nicht mehr. Falls die Börsen demnächst crashen, heißt die Gleichung Notenbanken drucken Geld=Deflation.

Ich hoffe, dass meine Artikelreihe jemandem helfen konnte und wünsche viel Erfolg. Vor allem aber genießen Sie das Leben. Denkt außerhalb der Box!

Juristische Absicherung: Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Analyse nach bestem Wissen und Gewissen. Er ist keine  Anlageempfehlung. Sollte jemand daraus eine Anlageentscheidung ableiten, macht er das auf eigenes Risiko. Der Autor ist derzeit (geringfügig) im USD investiert.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. danke fuer deine impulse! gerade weil du damit KEINEN persoenlichen nutzen verbindest, sind sie glaubwuerdig, was fuer unerfahrene kleinstanleger wie mich, die ihre rentenruecklage irgendwie absichern wollen, das a und o is!

  2. Die Weltwirtschaft wird implodieren…

    Ich bin wahrlich kein Pessimist, sondern zähle mich zu den Realisten und gerade deshalb bin ich der Ansicht, jeder sollte die Augen nicht vor der Realität verschließen…

    Anbei ein Artikel, den ich veröffentlich habe und der sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt…

    http://www.be24.at/blog/entry/690980/die-weltwirtschaft-wird-implodieren-der-tag-des-gro%C3%9Fen-knall-kommt-naeher/fullstory