in Finanzsystem

In China und in den USA wird offenbar schon an der Einrichtung von digitalem Zentralbankgeld gearbeitet. Die Europäische Zentralbank sieht sich deshalb unter Zugzwang, eine Alternative zum Bargeld zu kreieren. Auch Facebook hat bereits seine eigene Währung „Libra“ vorgestellt. Die deutschen Banken reagierten nun. Mitte Juni hat der Bundesverband deutscher Banken (BDB) ein Positionspapier zu „Europas Antwort auf Libra“ veröffentlicht. Darin untersucht der Bankenverband das Potenzial und die Bedingungen eines digitalen, programmierbaren Euro aus.

Planungen gehen voran

Der italienische Bankenverband ABI soll bereits eine Stellungnahme zum digitalen Zentralbankgeld Euro veröffentlicht haben. Darin konzentriert sich ABI auf „10 Kriterien für digitales Zentralbankgeld“: Sowohl der italienische als auch der deutsche Bankenverband fordern angesichts der bereits weit fortgeschrittenen Bestrebungen Chinas und der USA ein schnelles und entschlossenes Handeln.

Der Präsident der französischen Zentralbank, Villeroy, sieht das ähnlich. Die Politik müsse das Projekt des digitalen Zentralgeldes schnell vorantreiben, denn die Sicherung der geldpolitischen Souveränität sei von zentraler Bedeutung für die Euro-Länder. Villeroy gilt als vehementer Verfechter des digitalen Euro-Zentralbankgeldes und soll sich Medienberichten zufolge innerhalb der EZB am ausführlichsten zum digitalen Zentralbankgeld geäußert haben.

Das ehemalige EZB-Direktoriumsmitglied Coeure betonte bereits vor zwei Jahren die Wichtigkeit der Einführung von digitalem Zentralgeld: Man könne die Geldpolitik effizienter machen, in dem man digitales Zentralbankgeld verzinse. Coeure präsentierte seinerzeit eine Modellrechnung, derzufolge der Effekt einer Leitzinsänderung auf Wachstum und Inflation im Fall von verzinstem digitalen Zentralbankgeld um bis zu 30 Prozent höher ausfallen könnte.

Die Aussage steht im Widerspruch zu der Befürchtung, mit der Einführung von digitalem Zentralgeld das Bargeld zu verdrängen, um Negativzinsen in der Breite durchsetzen zu können. Villeroy sieht aber noch zwei weitere Gründe, das Projekt digitales Zentralbankgeld voranzutreiben: Zahlungen mit Bargeld würden aus der Mode geraten und die Digitalisierung von Zentralbankgeld würde zu einem effizienteren Zahlungsverkehr führen.

Auch wenn die Argumente vernünftig klingen mögen, liegen in der Einführung von digitalem Geld und der Abschaffung von Bargeld Risiken, die zum derzeitigen Zeitpunkt nicht eingegangen werden dürfen. Solange Regierungen, Banken und Großkonzerne weiterhin alle Befugnisse besitzen, um den Bürger gläsern und somit überwachbar und abhängig zu machen, darf das Bargeld nicht abgeschafft werden. Nur in einer Gesellschaft, in der kein Profit, keine Manipulation, keine Machtausübung und keine Überwachung mit dem gläsernen Bürger mehr gemacht werden, kann digitales Geld zum Zahlungsmittel werden. Von dieser Gesellschaft sind wir aber noch Lichtjahre entfernt. Hier geht es offenbar um Kontrolle – wie Sie hier lesen. 

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Kommentar

  1. Zbigniew Brzezinski war der absolute Verfechter der NWO. In seinem Buch hat er jedoch seine Sorgen geäußert, die Menschen können diese Entwicklung, mit einer Revolte stoppen. Laut viele Wissenschaftler, gibt es auf der Erde Platz für 50 Milliarden Menschen, wenn das Geld anders verteilt wird.

    • Es wäre viel gewonnen, würde beschlossen, dass Geld einzig ein Tauschmittel ist und keine Ware, mit der spekuliert werden kann. Geld, das nicht als Tauschmittel benötigt wird, müsste an den Geldausgeber zurück gegeben und dem Zurückgebenden gutgeschrieben werden. Der kann dann später – bei Bedarf – darauf zurück greifen.
      Der Zins müsste entfallen, weil er nicht benötigt wird. Zinseszinsen sind erst recht abzuschaffen.
      Stellt sich ein Wirtschaftsraum wie Europa (= nicht EU!) in verschieden leistungsstarke Wirtschaftsregionen dar, könnte das Geld verschieden ausgegeben werden:
      (1) für jede Wirtschaftsregion eine eigene Währung;
      (2) alternativ eine zentrale Währung, deren Ausgabe sich nach regionaler Leistungskraft bemisst („Warenkorb“).

      • Da gibt es sicher schon Literatur darüber die auch der einfache Mensch so versteht dass ihm eine eigene Meinung dazu auch leicht fallen wird. Ich bitte darum mir diese Literatur zu nennen. Dafürschon heute: DANKE !

        • Das Beste, was mir zu dieser Thematik begegnet ist, ist das Buch

          Peter Haisenko / Hubert von Brunn
          „DIE HUMANE MARKTWIRTSCHAFT.
          Das Wirtschafts- und Finanzsystem zum Wohle aller Menschen“
          (2. Auflage 2015), 205 Seiten, ISBN 978-3-940321-13-8, 25,00 €.

          Im ersten Teil des Buches wird das bestehende System ausgeleuchtet. Der 2. Teil enthält interessante Änderungsvorschläge, die den Vorteil haben, im Einklang mit unserer Rechtsordnung konkret, realistisch und machbar zu sein.

          Empfehlen würde ich auch, sich in die Weltanschauung der Permakultur einzulesen. Da geht es nicht um rechts- oder linksdrehende Kräuterspiralen, sondern um eine Weltanschauung, die auf den Prinzipien der Ethik, der Kooperation und der Ganzheitlichkeit gründet.

          • P.S.:
            Permakultur als Weltanschauung ist das Anliegen des Buches, das die Osttiroler Bergbauern und Permakulturdesigner Sepp und Margit Brunner vor einigen Jahren geschrieben haben.

    • zur Ergänzung, er, Frater Kronos ist ein Freimaurer-Urlogengründer und
      Mitglied. Schon deshalb st er mit vorsicht zu genießen. Er ist Gründungsmitglied der Three Eyes, Lux ad Orientem sowie die MAAT.

  2. Alles was digital ist

    kann und wird manipuliert werden. Die meisten Menschen begreifen nicht, dass die Speicherung jeglicher Art von digitalen Daten, durch „1“ und durch „0“ realisiert wird. Eine Kontrolle über die weltweite digitale Verarbeitung, Speicherung, Sicherung und Verbreitung ist bereits heute nicht mehr möglich. Wer die Mittel, die Spezialisten und die entsprechende Technik hat, der kann zum Beispiel digitale Währungen manipulieren, löschen, oder aber verschieben. Verschlüsselungen sind nicht sicher, da in die entsprechenden Programme Hintertüren eingebaut werden können.

  3. Sollte das Bargeld abgeschafft werden,

    dann wird alles was wir bezahlen mit, Ort, Datum, Zeitpunkt und Art zentral gespeichert werden. Man wird unsere politische Ausrichtung durch den Kauf der entsprechenden Zeitungen und Bücher erfahren. Man wird erfahren wann wir wie viel Alkohol getrunken haben und wo das war. Man wird unser ganzes Leben digital abbilden können. Wir werden zu gläsernen Menschen werden. Wir werden rechtlose Leibeigene und Sklaven sein, da wir keine anonymen finanziellen Rücklagen aufbauen können.

    • Ja richtig @John Kangal -„Wir werden rechtlose Leibeigene und Sklaven sein,…“
      ….und jeder Beamten(xxxch) kann dir jederzeit dein Konto sperren- da mag dann manch Befürworter der Abschaffung von Bargeld beim Einkauf dumm aus der Wäsche schauen, wenn’s heißt: „Der Computer sagt nein“…dein ist dann nicht mehr dein…“Alles meins“ höhnt der liebe fürsorgliche Staat…

Webmentions

  • Das Ende der Freiheit? EZB arbeitet an Alternative zu Bargeld – Die Welt 7. Juli 2020

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