in Finanzsystem

Wie jeder inzwischen weiß, sind das Hauptinstrument der US-Notenbank im Wirtschaftskrieg extrem niedrige Zinsen und damit extrem billiges Geld für große Institutionen mit Hilfe der umstrittenen quantitativen Lockerung (quantitative easing, QE).

Nun hat das Klima des “Wie niedrig kann es noch werden” negative Zinsen geschaffen, was nicht nur bedeutet, dass viele Investitionen keinen Ertrag mehr generieren, sondern auch dass das Sparen Geld kostet.

Der bekannte Citigroup-Ökonom William Buiter sagt, die Lösung für diesen auf den Kopf gestellten Markt liegt darin die Attraktivität der normalen Zahlungsmittel, wie Bargeld, zu verringern, da es den Manipulationen der Zentralbanken “Probleme verursacht”:

When economic conditions worsen, they react by reducing interest rates in order to stimulate the economy. But, as has happened across the world in recent years, there comes a point where those central banks run out of room to cut — they can bring interest rates to zero, but reducing them further below that is fraught with problems, the biggest of which is cash in the economy.
(Wenn sich die wirtschaftliche Bedingungen verschlechtern, reagieren sie, indem sie die Zinsen senken, um die Wirtschaft anzukurbeln. Aber es kommt, wie es auf der ganzen Welt in den letzten Jahren geschehen ist, ein Punkt, wo diesen Zentralbanken die Optionen ausgehen – sie können die Zinsen auf Null setzen, aber reduzieren sie sie weiter nach unten, das ist mit Problemen behaftet, von denen das größte das Bargeld in der Wirtschaft ist.)

Negative Zinsen werden durch die “effektive Untergrenze” unwirksam gemacht – im Wesentlichen ist das der Punkt an dem eine vernünftige Person aufhören würde Geld auf Bankkonten zu deponieren und in Anleihen zu stecken, da es ihr Kosten verursachen würde. Und stattdessen würde diese vernünftige Person Bargeld horten – auch wenn es keine Erträge bringt, denn so bleibt es zumindestens flüssig und greifbar.

Aus Ökonomensicht sind es jedoch die Bargeldbesitzer, die man angehen muss (nicht die Wall Street oder die Zentralbanken):

Fundamentally, the ELB [effective lower bound] problem comes down to cash. According to Buiter, the ELB only exists at all due to the existence of cash, which is a bearer instrument that pays zero nominal rates. Why have your money on deposit at a negative rate that reduces your wealth when you can have it in cash and suffer no reduction?
Cash therefore gives people an easy and effective way of avoiding negative nominal rates.
(Grundsätzlich läuf das ELB-Problem [Problem der wirksamen Untergrenze] auf das Bargeld hinaus. Nach Buiter, existiert das ELB überhaupt nur wegen der Existenz von Bargeld, das ein Besitzinstrument ist und das keinen Nominalzins zahlt. Warum Ihr Geld auf einem Konto mit einem negativen Zins, der Ihr Vermögen reduziert, lassen, wenn Sie es bar haben können und dabei keinen Verlust erleiden?
Bargeld gibt daher Menschen eine einfache und effektive Möglichkeit zur Vermeidung von negativen nominalen Zinsen.)

Die Lösung? Für diese großen Spieler ist es eine einfache Sache Bargeld und andere einfache Zahlungsmöglichkeiten zu verbieten oder zumindest deren Nutzung mit zusätzlichen Transaktionsgebühren zu bestrafen:

Buiter’s note suggests three ways to address this problem:
Abolish currency.
Tax currency.
Remove the fixed exchange rate between currency and central bank reserves/deposits.
(Buiters Anmerkung beruhen auf drei Möglichkeiten dieses Problem anzugehen:
Abschaffung des Bargelds [Zahlungsmittel].
Zahlungsmittel für Steuern.
Abschaffung des festen Wechselkurses zwischen Währungs- und Notenbankreserven/Einlagen.)

SHTF berichtete erst vor Tagen über die Änderung bei der Behandlung von Bargeld, als der CEO von JPMorgan Jamie Dimon auch davon sprach den Status des Bargelds zu beschneiden, in dem man den Kunden die “wahren Kosten” bei der Verwendung dieses alltäglichen Instruments in Rechnung stellt:

Moreover, JPMorgan and other big banks are expanding their policies of charging customers to hold deposits, validate funds and make transactions – charges that JPMorgan sees as the “true cost of moving money.”
With new measures for cybersecurity, fraud protection and payment verification in mind, JPMorgan is slated to tack on new processing fees and add costs for all transactions, and especially ‘outmoded’ payments like cash and checks and the loafing “free riders” who use them.
(Zudem erweitern JPMorgan und andere große Banken ihre Politik Kunden zu belasten, die Einlagen halten, Fonds validieren und Geldtransaktionen machen – Gebühren, die JPMorgan als die “tatsächlichen Kosten der Geldbewegungen” ansieht.
Mit neuen Maßnahmen zur Cybersicherheit, Schutz vor Betrug und Zahlungsüberprüfungen im Hinterkopf plant JPMorgan neue Bearbeitungsgebühren einzuführen und alle Transaktionen mit Kosten zu versehen, und dies gilt insbesondere für ‘überholte’ Zahlungsarten wie Bargeld und Schecks und den faulenzenden “Trittbrettfahrern”, die sie nutzen.)

In Bezug auf Bargeld, sagte Dimon:

We need to build a real-time system that properly charges participants for usage, allows for good customer service, and minimizes fraud and bad behavior.
(Wir müssen ein Echtzeit-System aufbauen, das ordnungsgemäß die Teilnehmer für die Nutzung belastet, das einen guten Kundenservice ermöglicht und das Betrug und Fehlverhalten minimiert.)

Werden sie wirklich das Bargeld verbieten?

Für Buiter gibt es Nachteile beim Verbot von Bargeld – insbesondere für den einfachen Menschen, der noch immer mit Papiergeld bezahlt, den Armen, die in Gemeinschaftsmärkten einkaufen und für diejenigen, die sich Sorgen um ihre Privatsphäre machen. Er führt weiter aus:

1. Abolishing currency will constitute a noticeable change in many people’s lives and change often tends to be resisted.
2. Currency use remains high among the poor and some older people. (Buiter suggests that keeping low-denomination cash in circulation — nothing larger than $5 — might solve this.)
3. Central banks and governments would lose seigniorage revenue.
4. Abolishing currency would inevitably be associated with a loss of privacy and create risks of excessive intrusion by the government.
5. Switching exclusively to electronic payments may create new security and operational risks.
(1. Die Abschaffung des Bargelds (Zahlungsmittel) wird eine deutliche Veränderung im Leben vieler Menschen darstellen und Veränderungen führen oft zu Widerstand.
 2. Der Einsatz von Bargeld bleibt unter den Armen und einigen älteren Menschen hoch. [Buiter legt nahe, dass man Bargeld mit niedrigem Nennwert im Umlauf belässt – nichts höher als 5$ – was das Ganze lösen könnte.]
3. Notenbanken und Regierungen würden Münzgewinne verlieren.
4. Die Abschaffung des Bargelds würde zwangsläufig mit einem Verlust der Privatsphäre in Verbindung gebracht werden und würde das Risiko übermäßiger staatlicher Überwachung schaffen.
5. Das Umschalten auf ausschließlich elektronische Zahlungssysteme könnte zu neuen Sicherheits- und Betriebsrisiken führen.)

Aber letztlich ist es Buiter egal. Für ihn sind das nur “schwache” Argumente gegen das Verbot von Bargeld, und scheinbar sollte alles, wirklich alles getan werden, um dieses bizarre Geldssystem am Leben zu erhalten – und die gesamte Wirtschaft sollte in die Hände der US-Notenbank übergeben werden.

Es ist auch egal, dass ein solches System ohne Bargeld nur denjenigen zugute kommt die an der Spitze stehen, oder dass es die Armen und die Arbeiterklasse bestrafen wird – auch bei den üblichsten Transaktionen – während es die Massen zur Nutzung einer elektronische Plattform zwingt, wo man alles nachverfolgen und beschränken kann – basierend auf den Regeln der an der Spitze Stehenden.

Offenbar hat das seit Jahrzehnten auf der Tagesordnung gestanden – mit Plänen die Bevölkerung über ein digitales, bargeldloses Kontrollnetz zu steuern.

Sobald dieser Punkt erreicht ist, wird Bargeld nicht nur obsolet sein, seine Benutzung wird illegal sein. Dieser Punkt steht kurz bevor. Die Frage ist nur, wie schnell wird er in der Realität ankommen?

(Teil-/Übersetzung des Artikels Expert Says “Banning Cash” The Only Solution to Negative Interest Market Problems von Mac Slavo/SHTFplan.com)

Quellen:
Expert Says “Banning Cash” The Only Solution to Negative Interest Market Problems
Citi Economist Says It Might Be Time to Abolish Cash
“There Will Be a More Volatile Crisis”: JPMorgan Chief Signals Coming Financial Tsunami

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11 Kommentare

  1. Wo fang ich an..?! Ein Bauer bestellt seinen Acker und erwirtschaftet einen Ertrag . Er bekommt dafür Papier in die Hand(mit Zahlen bemalt)um dann damit selbst beispielsweise Brot und Wurst zu kaufen,und all die vielen Zwischenhändler verdienen daran mit. Alle rennen den ganzen Tag wie die Ameisen durch die Gegend,machen und schaffen und arbeiten und tun,um dann wieder mit bemaltem Papier belohnt zu werden. Um dann dafür auch nur meist minderwertige Waren und“Lebensmittel“zu erhalten . Und dass alles einzig und allein,damit sich wirklich nur einige wenige auf dieser Welt alles-also wirklich alles leisten zu können. Damit Aktionäre und Konzernchefs am Ende des Jahres über die Vervielfältigung von Zahlen(also bemaltem Papier)freuen können . Und die,um einiges größere Masse von Menschen,erhält gerade soviel von diesem bemalten Papier um Zufrieden zu ,um eben wie die Ameisen ihr Tag-und Lebenswerk zu verrichten. Zum Leben ausreichend,zum sterben zu viel. Und werden mit unendlich Schwachsinn im TV beschäftig,werden manipuliert,gegeneinander aufgehetzt…,zu dem Zweck um dieses bemalte Papier zu vermehren. Vergiften die Welt,auf der sie leben..,was man einem intelligenten Wesen nicht zutrauen würde.. Und wofür?
    Für bemaltes Papier!
    Ohne Worte ..

    • Die artgerechte Menschenhaltung funktioniert schon Jahrtausende. Jetzt versucht man das Geld virtuell zu machen, die virtuelle Plünderung ist dann aber immer noch real. Allerdings ist man für die Geldschöpfung sowieso niemandem rechenschaftspflichtig. Auch über die Aneignung von 84 Prozent des Bruttosozialproduktes der Welt für Umme hat man noch nie Rechenschaft abgelegt. Dafür läßt man die Leute wählen, aber es ist ein Unterschied, ob man wählen darf oder die Wahl hat. Mal sehen, wann die Leute das begreifen.

  2. Das ist ja alles schön und gut. Es mag Länder geben in denen das auch angenommen wird. Aber gerade hier in Deutschland ist man dem Fortschritt eher abgeneigt und ich glaube nicht, dass ein Bargeldverbot zeitnah umsetzbar ist. Dafür ist der demografische Wandel zu weit fortgeschritten. Gerade die älteren Generationen würden dann dermaßen auf die Barrikaden gehen, dass jegliche soziale Ordnung zusammenbrechen würde, wenn man daran festhält.

  3. Ich werd‘ demnächst mal fragen ob meine Kunden mich auch mit Wertvollen Edelmetallen bezahlen und frag‘ alle anderen auch ob die dagegen Tauschen – Glaub‘ ja nicht das es klappt, aber falls ja, können mich die Bänker mal am Ar..llerwertesten.