Macrons Macht schwindet. Weiterer Unterstützer verlässt die Regierung

Nachdem Frankreichs beliebtester Minister, Umweltminister Nicolas Ende August überraschend seinen Rücktritt aus der französischen Regierung ankündigte, nimmt jetzt ein weiterer, ehemaliger Unterstützer Macrons seinen Hut. Der französische Innenminister Gérard Collomb kündigte an, nächstes Jahr aus der Regierung auszuscheiden. Damit fällt eine weitere, wichtige Stütze Macrons weg. Der Vertraute Macrons ist damit das dritte Kabinettsmitglied innerhalb von drei Wochen, das geht. Denn nach dem Umweltminister war auch die Sportministerin Frankreichs, Laura Flessel, vom Kabinett zurückgetreten.

Macrons Macht und Zustimmung schwinden. Seine Umfragewerte sinken in der Bevölkerung weiter. Sein Image ist seit der Leibwächter-Affäre zusätzlich angeschlagen. Laut einer Umfrage sollen nur noch rund 30 Prozent der Franzosen mit Macrons Amtsführung zufrieden sein, berichtet Zeit Online. Die Unzufriedenheit zieht sich dabei durch alle Altersschichten, unabhängig von der politischen Ausrichtung. Macron ist nach nur etwas mehr als einem Jahr schon jetzt unbeliebter als sein Amtsvorgänger François Hollande.

Collomb sagte, er wolle nach der Europawahl Ende Mai aus dem Kabinett austreten. Er wolle wieder Kommunalpolitik machen. Als Innenminister ist Collomb der ranghöchste Minister in Macrons Kabinett. Collomb ist jedoch nicht unumstritten. Gemeinsam mit Macron sorgte er dafür, dass viele Sonderbefugnisse, die nur im Ausnahmezustand herrschen, in der normalen Gesetzgebung verankert wurden. Kritiker werfen Collomb vor, nicht entschlossen genug gegen Islamisten und andere Gewalttäter vorzugehen.

Collomb war einer der ersten, der Macron half, die „En Marche“ Bewegung aufzubauen. Collomb geriet, wie Macron, durch die „Bellana-Affäre“ unter Druck. Der ehemalige Leibwächter Macrons hatte bei einer Demonstration Polizeikleidung getragen und einen Demonstranten zu Boden geschlagen. Die Justiz ermittelt gegen Bellana wegen Gewaltanwendung. Oppositionelle riefen Collomb auf, seinen Posten sofort zu räumen. Frankreich verdiene nur einen „Vollzeitminister“ und keinen, der nur an sich denkt, hieß es aus Oppositionskreisen. Macrons Kabinett gleiche inzwischen „der Titanic“. „Der Eisberg nahe“.