in Europa

Günther Oettinger wird formal Ende Oktober sein Amt als EU-Kommissar abgeben. Schon vor dem Ende einer sogenannten „Abkühlfrist“ von zwei Jahren jedoch möchte er eine eigene Firma gründen, die Unternehmen „berät“. Kritiker werfen ihm vor, damit seine zahlreichen Kontakte und sein Wissen über Hintergründe zu vermarkten. Ein „goldener Sprung“ steht dem früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten vor. Angeblich möchte EU-Kommissionschef Juncker höchstselbst dieses Vorhaben bremsen.

Goldman Sachs „kaufte“ Barroso

Was passieren kann, wenn die Karriere in der EU endet, zeigen zahlreiche Fälle, etwa der des früheren EU-Kommissionschefs Josè Manuel Barroso. Der ist bei der US-Investmentbank Goldman Sachs aufgegangen. Von dieser möglicherweise einflussreichsten Bank der Welt wiederum kommt der noch amtierende EZB-Chef Mario Draghi. Die Goldmänner haben sich also in der EU den wohl seinerzeit einflussreichsten Politiker gesichert.

Die frühere Kommissarin für Wettbewerbsrecht und Digitales, Neelie Kroes, arbeitet für Uber sowie Salesforce. Auch dies ist ein Wechsel gewesen, der Lobbygegnern wie „Lobbycontrol“ ein Dorn im Auge sein dürfte. Uber gilt als ausgesprochen interessiert daran, Lizenzen in den europäischen Märkten zu bekommen und zu erhalten. Dies scheint nunmehr zu gelingen.

Die Gründung von Oettinger selbst jedoch scheint noch einmal massiver gegen die politische Ethik zu verstoßen: Schließlich arbeitet Oettinger dann nicht nur für einen Arbeit- oder Auftraggeber, sondern in seinem Idealfall für verschiedene, wahrscheinlich zahlungskräftige Auftraggeber. Dass sich Oettinger noch bremsen lässt, dürfte daher unwahrscheinlich sein. Ob Jean-Claude Juncker noch rechtlichen Halt organisieren kann, ist fraglich. Oettinger dürfte sich seine Kontakte und auch den Einfluss – durch Wissen – vergolden lassen. Was sollte ihn daran hindern? Eine ernsthafte politische Zukunft in anderen Gremien trauen ihm offenbar die wenigsten zu, Vorschläge dazu sind bis dato nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. Wir werden Herrn Oettinger und seine Geschäfte beobachten – sehen Sie hier.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Ach ja, der Herr Oettinger. Das ist der Politiker, der vor Jahren dem Ex Marinerichter und späterem Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Filbinger, der mindestens ein Todesurteil und weitere Terrorurteile verhängte, als Widerstandskämpfer gegen Hitler reinwaschen und hochlügen wollte. Man hält zusammen in diesen honorigen Kreisen, ist doch klar.

    Ein weiterer Schritt in Richtung Abgrund für die EU in dieser Form.

    • OETTINGER dieser EU Spezialist den keiner wirklich braucht, sahnt ab obwohl die Leistung sehr aufgebauscht wird. Sowas trägt zur Politikverdrossenheit bei , wie Gazpromgerd nutzt auch er sein EU Netzwerk aus. Tatsächlich wollte der Herr mit einer Rede bei der Beisetzung FILBINGERs , diesen von der Nazivergangenheit des Marine Todesrichters reinwaschen. Noch nach dem Freitod HITLERs verhängte K.F. gegen einen 20jährigen Matrosen eines seiner vielen Todesurteile, tatsächlich ordnete ER die sofortige Vollstreckung an. Trotzdem machte IHN diese scheinheilige CDU zum Ministerpräsidenten von Baden- Wtbg. AKK weiß wohl von nichts , sonst würde SIE nicht so dümmlich gegen die Wahl eines NPD Mannes zum Ortsvorsteher schwadronieren.

  2. Der war schon immer einer der grüßten Schmier Lappen Deutschlands.
    Für Geld macht der alles auch Falschaussagen.

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  • EU-Kommissar Oettinger: Nach dem politischen Ende unter Abkassierer-Verdacht - Leserbriefe 11. September 2019

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