Die Schuldenbombe hat eine Zündschnur, die nicht mehr gelöscht werden kann

Die westlichen Staaten ersticken an ihren extrem hohen Schulden. Das ist allgemein bekannt. Aber noch herrscht die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm und es scheint sich niemand vor der anstehenden und immer unausweichlicher werdenden Explosion der Schuldenbombe zu fürchten. Dabei ist die Lage längst mehr als nur kritisch.

Problematisch ist vor allen Dingen, dass die westlichen Staaten durch die Bank weg ein sogenanntes Primärdefizit aufweisen. Damit ist gemeint, dass die Einnahmen der Staaten im Verhältnis zu den Ausgaben so niedrig sind, dass sie nicht einmal mehr die Zinslasten für die bestehenden Schulden decken.

Wenn am Aktienmarkt ein Unternehmen sogar die Zinsen, die es zu zahlen hat, nicht mehr aus seinen laufenden Einnahmen bezahlen kann, sondern dafür neue Schulden aufnehmen muss, reagieren die Anleger zumeist sehr nervös und trennen sich so schnell wie möglich von den Aktien dieses Unternehmens. Droht ein ähnlicher Schritt in Kürze auch am Rentenmarkt?

Das Beispiel Japan zeigt, wohin die Reise bei allen westlichen Staaten gehen wird

Undenkbar ist eine solche Reaktion des Marktes nicht mehr. Die Schuldenlast ist mittlerweile so hoch, dass der politische Druck auf die Notenbanken, die Zinsen zurückzunehmen, damit die Last der Schulden wieder etwas besser bezahlbar wird, immer größer wird. Damit verliert der Zins aber einmal mehr seine Signalfunktion. Hohe Zinsen warnen die Anleger vor möglichen Ausfallrisiken. Auf politischen Druck künstlich abgesenkte Zinsen verschleiern allerdings diese Wahrheit. Sie suggerieren eine heile Welt, die längst nicht mehr existiert.

Wie gefährlich die Lage für einige Länder bereits ist und für die anderen über kurz oder lang werden kann, zeigt das Beispiel Japan. Die Schuldenlast liegt hier bereits bei 235 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Um nur die Zinskosten für die in der Vergangenheit aufgenommenen Kredite bezahlen zu können, muss Japan 1,8 Prozent seiner jährlichen Wirtschaftsleistung aufwenden. 1,8 Prozent das mag sich für viele im ersten Moment noch als beherrschbar anfühlen, doch die Wahrheit ist längst eine andere, denn Japans Wirtschaft wächst pro Jahr lediglich um durchschnittlich ein Prozent pro Jahr.

Oder anders ausgedrückt: Japans Schulden sind inzwischen so hoch, dass die Zinskosten schneller wachsen als die Wirtschaft des Landes. Da der Zinseszins eine Exponentialfunktion ist, arbeitet die Zeit damit massiv gegen den Japanischen Staat und seine Einwohner, denn sie werden am Ende die Zeche zu zahlen haben. So wie die Europäer eines nicht mehr allzu fernen Tages für ihre Desaster zur finanziellen Verantwortung gezogen werden.