in Politik

2007 hielt Wesley Clark eine Rede auf einer Veranstaltung des US-amerikanischen Think-Tanks Commonwealth Club of California. Clark ist ein General a. D. der US Army. Er berichtete unter anderem von einer Militärstrategie, die die Jahre nach den Terroranschlägen des 11. Septembers entwickelt wurde. Im wesentlichen ging es darum in mehreren Staaten der arabischen und afrikanischen Welt einzumarschieren und deren Regierungen zu stürzen. Die 2007 von Clark aufgezählten Länder sind heute entweder bereits militärisch unterworfen oder gerade im Fokus westlicher Militärstrategien.

Als Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) war Wesley Clark 1999 Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte im Kosovokrieg. Im Jahre 2004 bemühte er sich Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei zu werden. Von da an engagierte er sich politisch. Seine Rede am 10.03.2007 in San Francisco klingt wie eine Prophezeiung für die nächsten 5-10 Jahre. Er erzählt von der Zeit nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001.

Clark war damals im Gebäude des Pentagon und sprach mit einem hochrangigen Offizier des „Vereinigten Generalstabs“. Dieser solle ihm in einem Privatgespräch gesagt haben, dass die US-Administration beabsichtige, den Irak anzugreifen. Auf die Frage warum eine solche militärische Intervention geplant werden würde antwortete der Offizier: „Ich schätze sie [Anm. d. Autors: Die US-Regierung] wissen nicht was sie mit dem Terrorismus tun sollen, aber sie können Länder angreifen um dort stark und einflussreich aufzutreten“.

Sechs Wochen später ging Clark, nach eigenen Angaben, erneut zu jenem Pentagon-Offizier und fragte nach, wieso der Irak nicht bereits angegriffen wurde. Der Offizier soll geantwortet haben: „Wir haben vor den Irak anzugreifen. Aber Sir, es ist schlimmer als das“. Anschließen soll er Clark ein Dokument gezeigt haben mit den Worten: „Ich habe gerade diesen Merkzettel aus dem Büro des Verteidigungsministers bekommen, und hier steht wir werden 7 Länder angreifen und deren Regierung in innerhalb von 5 Jahren stürzen. Wir werden mit dem Irak beginnen, und dann nehmen wir uns Syrien, Libanon, den Sudan, Libyen, Somalia und den Iran. Sieben Länder in fünf Jahren.“ Das Dokument soll eigentlich geheim gewesen sein.

Aus heutiger Sicht sind Teile davon bereits erfüllt. Der Irak wurde angegriffen und die Regierung ersetzt. In Libyen wurde der Machthaber Gaddafi nach Luftschlägen der NATO von westlich unterstützten Rebellen getötet und die Regierung ersetzt. In Syrien scheiterte die Strategie der USA bislang daran den syrischen Präsidenten Assad aus dem Amt zu entfernen.

Seit Beginn der Amtszeit von George W. Bush und den Terroranschlägen am 11. September 2001 interessieren sich die USA auch wieder verstärkt für Somalia. Das Land wurde als möglicher Standort von Trainingslagern islamistischer Terroristen oder gar als Zufluchtsort für Osama bin Laden betrachtet. Die USA unterstützten zeitweise die Allianz für die Wiederherstellung des Friedens und gegen den Terrorismus, einen losen Zusammenschluss von Kriegsherren gegen die Union. Am 24. Dezember 2006 erklärte Äthiopien der Union islamischer Gerichte den Krieg.  Die USA, für die Äthiopien ein wichtiger regionaler Verbündeter im „Krieg gegen den Terror“ ist, billigten und unterstützten diese Intervention. Weitere Luftangriffe führten die USA im Juni 2007 in Bargaal im Nordosten Somalias, Anfang 2008 wiederum im Süden in Dhobley  und am 1. Mai 2008 in Dhuusamarreeb durch. Dennoch ist Somalia weiterhin in einer Bürgerkriegssituation.

Das iranische Regime ist schon länger im Fokus amerikanischer Geopolitik. Unter anderem ist das Land mit harten Wirtschaftssanktionen belegt.  Unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September nannte Präsident George W. Bush im Januar 2002 den Iran „Teil der Achse des Bösen“ In Juni 2005 rief die frisch ernannte Außenministerin Condoleezza Rice den IAEO-Chef Mohammed el-Baradei dazu auf, schärfer gegen den Iran vorzugehen. Im September 2006 bewilligte der US-Kongress 10 Millionen US$ für oppositionelle Gruppen im Iran (Iran Freedom and Support Act). Im April 2007 berichtete ABC News, die USA unterstützten seit 2005 die sunnitische Terror-Organisation Dschundollah im Iran.

Diese von langer Hand geplante Militärstrategie sei laut Clark nur zustande gekommen, weil eine Gruppe Außenpolitischer Hardliner einen „politischen Staatsstreich“ durchgeführt hätten. Eine Zentrale Rolle würden dabei das „Projekt für das neue amerikanisches Jahrhundert“ spielen. Es wurde im Frühjahr 1997 als nicht-kommerzielle Ausbildungsorganisation mit dem Ziel gegründet, für weltweite Führerschaft der Vereinigten Staaten zu werben. Das PNAC wurde im Jahr 2006 aufgelöst. Die 2009 gegründete Foreign Policy Initiative ist als Nachfolgeorganisation des PNAC zu sehen.

Das PNAC vertrat unter anderem folgende Thesen:

  • US-amerikanische Führerschaft ist sowohl gut für die Vereinigten Staaten von Amerika als auch für die ganze Welt.
  • Eine solche Führerschaft erfordert militärische Stärke, diplomatische Energie und Hingabe an moralische Prinzipien.
  • Eine multipolare Welt hat den Frieden nicht gesichert, sondern stets zu Kriegen geführt.
  • Die Regierung der Vereinigten Staaten soll Kapital schlagen aus ihrer technologischen und wirtschaftlichen Überlegenheit, um durch Einsatz aller Mittel – einschließlich militärischer – unangefochtene Überlegenheit zu erreichen.
  • Wenn Diplomatie gescheitert sei, seien Militäraktionen ein akzeptables und nötiges Mittel (Carl von Clausewitz). Das PNAC befürwortet die weltweite Errichtung dauerhafter eigener Militärstützpunkte, um die USA weitestgehend unangreifbar zu machen. Als „Weltpolizist” (bzw. „Welt-Ordnungs-Hüter”) hätten die Vereinigten Staaten die Macht, in einer chaotischen „hobbesianischen” Welt für die Einhaltung von Recht und Gesetz gemäß den von den USA gesetzten Maßstäben zu sorgen – wenn es sein muss, auch ohne Absprache mit oder Rücksichtnahme auf Verbündete und andere supranationale Organisationen, Verträge und sonstige Rechtsverbindlichkeiten

Laut Clark hätten wichtige Akteure, die diese Initiative vertreten, längst wichtige politische Ämter in den Vereinigten Staaten inne. Diese Entwicklung hätte laut dem NATO-Oberbefehlshaber nach dem Zerfall der Sowjetunion begonnen, da die USA nun ungehindert in der arabischen Welt agieren konnte. Verstärkt wurde die Entwicklung durch die Terroranschläge des 11. Septembers. Seine Schilderungen sind Teil seines Buches „Don’t Wait for the Next War: A Strategy for American Growth and Global Leadership„. Die volle Rede und das Originaltranskript kann <hier> nachgelesen werden.

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Kommentar

  1. Diese Rede ist zwar ziemlich weit bekannt, aber man kann sie nicht oft genug ans Licht der Öffentlichkeit zerren. Ein Mann mit großer Autorität in den USA spricht Klartext. Das kann man nicht als Verschwörungstheorie abtun, der General beschreibt hier eine Verschwörungspraxis von Kriegsverbrechern.

    Ein historisches Dokument!

  2. haftbefehl für sorros und rockefeller in russland , wie geil ist das denn . wie ich die mentalität der russen richtig einschätze würde es mich nicht wundern wenn putin mal eben ein paar elite killer los schickt . zeit wird es .

  3. Teil 1
    Die USA versuchen unter der Flagge der NATO die komplette EU-Mitgliedsstaatenriege zu erobern, sie versuchen die Konformität der EU-Mitglieder und deren Gehorsam gegenüber dem obersten Befehlshaber zu erzwingen, was buchstäblich einem Euro-Staatsstreich im Schatten des Ukrainekriegs gleichkommt.
    Mithilfe von TTIP will die USA eine Art Wirtschaftsnato errichten um komplett ganz Europa mit wertlosen Dollars aufkaufen
    TTIP,CETA und TiSA sollen die Macht der USA und von transnationalen Konzernen in Europa noch weiter zementieren und deren Macht und Einfluss auf Europas Politik noch erheblich erweitern…
    Der IWF ist eine Instrument zur Amerikansiierung der Welt.

  4. Teil 2
    US Ideologe Brzesinski fordert ganz offen von der US-Administration die Sicherung dem US-Hegemon zustehenden Energie-Ressourcen am eurasischen Balkan in
    Iran, Irak, Afghanistan und die kaspisch-kaukasische Region von der Ukraine bis Usbekistan.
    http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/obamas-anspruch-auf-eine-globale-vorwaertsverteidigung

    Daher die Kriege und versuchte Regime-Changes…
    Ukraine 2014 Maidan, Iran 2009 gescheiterte Farbenrevolution durch US,
    2005 durch USA initiierte Aufstände in Usbekistan, Georgiens gelungener Regime-Change und neuen Pläne von Georgischer Regirung NATO und EU beizutreten…und Fragmentierung des Irak um den Staat zu schwächen und Ressourcen zu sichern zugunsten der US Imperialisten…

  5. Teil 3
    Die EUSA Imperialisten wollen nun ihr Reichsgebiet nach Afrika expandieren.
    Da Ghaddafi der letzte große Opponent des EUSA Imperialismus beseitigt ist, sollte dies keine Probleme darstellen.
    Und der Plan der Expansion über ganz Afrika scheint tatsächlich aufzugehen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerunion
    http://www.swr.de/report/ruecksichtsloses-abkommen-wie-die-eu-ihre-wirtschaftlichen-interessen-gegenueber-afrika-durchsetzt/04/-/id=233454/mpdid=14467964/nid=233454/did=14245872/i5nw0t/index.html

  6. @ mickey , was sind denn „Elitekiller“ ? Putin hat bestimmt nicht vor deiner unüberlegten und vom blinden Hass zerfressenen Einschätzung zu folgen.

    Weltweiter Mord ist die Leidenschaft vom Friedensnobelpreisträger Obama, aber doch nicht von Putin.

  7. Interessante Dokomente über Pläne zur Vervollkommnung des amerikanischen Imperialismus. Es ist wirklich fast alles umgesetzt worden. Die Maxime zu diesem Vorgehen ist aber viel älter. Sie wurde noch während des 2. Weltkrieges entwicklet und wird seither konsequent umgesetzt.

    Der Iran aber ist einen Happen zu groß. Die USA werden auch an Russland, China, Indien und Brasilien scheitern. Villeicht scheitern sie auch an moralischen Projekten wie in Skandinavien und an Volksbewegungen in anderen Ländern.

    uch wenn es lange dauern kann, wird der Größenwahn nicht ewig dauern.

  8. Er wundert sich, warum die Länder umgewandelt werden sollen. Die Antwort liegt auf der Hand, es waren alles Länder, die noch keine private Rothschild-Zentralbank hatten und somit noch nicht in die Neue Weltordnung paßten.