Mindestlohn – “Ich hab´ das mal für mich durchgerechnet”

Die Einheitspartei feiert sich und ihren sogenannten Mindestlohn. Von sozial gerechter Bezahlung ist die Rede. Ein Mindestlohn von beispielsweise 8,5€/h hat nichts mit sozialer Gerechtigkeit zu tun. Ein solcher Lohn ist bittere Armut.

“Warum der Mindestlohn (trotzdem) die Singlehaushalte ausrottet”, hat der N-TV Moderator Frank Meyer sehr schön auf seinem Blog berechnet. Ich kann ihn bestätigen und komme auf ähnliche Zahlen. Bei einem Mindestlohn von 8,50€ kommt man mit einer 40 Stunden-Woche auf ein Bruttogehalt von 1.360€ pro Monat. Würde ich mit Steuerklasse 1 und ohne Kinder diesen Bruttolohn bekommen, dann hätte ich ein Netto von 991,53 Euro (nach GEZ und Kirchensteuer).

Was soll ich mit 991,53 Euro? Ich bezahle 580 Euro Miete (warm), fahre ein Auto (ca. 200 Euro) und habe Internet sowie einen Handy bzw Telefonvertrag (ca. 60 Euro). Strom bezahle ich ungefähr 70 Euro im Monat. Damit blieben mir zum Leben gerade noch 81,53 Euro pro Monat. Davon muss ich dann Hygiene- und Kosmetikartikel, Kleidung, eventuell mal Medikamente und natürlich Lebensmittel bezahlen. Wir reden hier von 2,63 Euro täglich! Das ist nicht einmal eine halbe Schachtel Zigaretten. Private Altersvorsorge oder sowas wie eine Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung könnte ich mir nicht leisten. Für eine günstige z.B. Brille müsste ich rechnerisch 57 Tage hungern.

Der Mindestlohn soll ab dem 1. Januar 2015 kommen und bundesweit 8,50 Euro pro Stunde betragen. Allerdings können die Tarifpartner auch Abschlüsse vereinbaren, die darunter liegen, aber ab spätestens 2017 sollen 8,50 Euro verpflichtend als Untergrenze gelten. “Durch die Einführung eines allgemein verbindlichen Mindestlohns soll ein angemessener Mindestschutz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sicher gestellt werden”, heißt es im Koalitionsvertrag. Ich könnte von diesem Mindestlohn absolut nicht leben. Aber was wäre das Problem? Die Höhe der Bezahlung oder die stetig sinkende Kaufkraft der Bezahlung?

Ich werde oft gefragt, wie lange dieses Papiergeldsystem noch funktionieren wird. Untergangsprognosen gibt es viele! Die Schulden und Guthaben wachsen exponentiell, während immer mehr Menschen verarmen. Meine klassische Antwort: “Das System wird so lange laufen, bis die Menschen hungern, frieren oder bluten. Vorher tut sich nichts.” Der Mindestlohn bringt uns wieder ein Stückchen weiter in diese Richtung.