in Wirtschaft

Der neue Freihandelsvertrag mit „Mercosur“ ist vor gut einer Woche beschlossen worden. Schon schließen die Medien die Berichterstattung wieder ab. Absicht oder mangelnde Sensibilität? Schon jetzt sind Familienbetriebe in der Landwirtschaft entsetzt. Die rindfleischzüchtenden Großkonzerne in Südamerika werden den Markt überschwemmen. Bauernpräsident Joachim Rukwied forderte bereits, dass die EU-Kommission die Vereinbarung nicht freizeichnen solle. Die Staats- und Regierungschefs wie auch das EU-Parlament sollten die Standards in unserer Landwirtschaft schützen. Die Standards selbst werden hier von zahlreichen Umweltschützern (aus Sicht dieser Redaktion: Zu Recht) kritisiert. Und dennoch wird es zunehmend fataler.

Die „Klimapolitik“ der EU, die Umweltpolitik der Bundesregierung würden noch einmal verstärkt zur Farce, wenn die Vereinbarungen sich durchsetzen.

Standards werden unterhöhlt

Die Landwirte sind der Meinung, sie würden hier – und insbesondere die Familienbetriebe – zugunsten der Automobilindustrie „geopfert“ werden. Die wiederum profitiert massiv von dem neuen Abkommen, da der neue Markt in Südamerika ohne wesentliche Handelshemmnisse wie etwa Vorschriften und Zollabkommen zu erobern ist. Sowohl als Produktionsmarkt wie auch als Absatzmarkt.

Die „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ lehnt das „unqualifizierte Freihandelsabkomen“ ab. Die Referentin des Verbandes, Berit Thomsen, ließ wissen, dass wir „aus diesen Ländern künftig nicht nur Rindfleisch, sondern die mit der stark industriellen Produktion verbundenen Klimaschäden und menschunwürdige(n) Produktionsbedingungen“ importierten.

Tatsächlich ist das Abkommen bedenklich. Es hat fast 20 Jahre gedauert, bis es zu dieser Vereinbarung kam. Ausgerechnet mit dem neuen Präsidenten Bolsonaro in Brasilien ließ es sich nun umsetzen. Der agiert eindeutig gegen die kleineren Landbesitzer und Landwirte in seinem Land und protegiert die großen Landbesitzer. Nachhaltigkeit, Umweltschutz oder auch die soziale Gerechtigkeit bleiben auf der Strecke – und genau auf diesen Zug springt die EU mit dem neuen Abkommen auf. Das stellt auch die Glaubwürdigkeit der eigenen Politik auf die Probe. In wessen Interesse die EU handelt – sehen Sie hier. 

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