Künftig sollen ausländische Korrespondenten in den USA ihre Visa nicht mehr für mehrere Jahre erhalten, sondern ihre Aufenthaltserlaubnis bereits nach 250 Tagen erneuern müssen. Zudem sollen sie bei jeder Verlängerung Arbeitsproben ihrer journalistischen Tätigkeit vorlegen. Kritiker sehen darin eine erhebliche bürokratische Verschärfung, die geeignet ist, ausländische Medienvertreter unter zusätzlichen administrativen Druck zu setzen.
Auslöser der Debatte dürfte unter anderem der Fall des ZDF-Korrespondenten Elmar Theveßen gewesen sein. Er hatte dem später ermordeten US-Aktivisten Charlie Kirk öffentlich eine Aussage zugeschrieben, die dieser nie getätigt hatte. Nachdem sich die Behauptung als falsch erwiesen hatte, korrigierte Theveßen seine Darstellung und entschuldigte sich. Der Vorgang sorgte insbesondere im Umfeld der Trump-Regierung für erhebliche Verärgerung.
Die nun angekündigten Verschärfungen gehen jedoch über den konkreten Einzelfall hinaus. Sie erfassen sämtliche betroffenen Korrespondenten und werden deshalb als Signal verstanden, dass Washington gegenüber ausländischen Medien künftig einen deutlich restriktiveren Kurs einschlagen will. Kritiker befürchten, dass die verkürzten Visalaufzeiten und die wiederkehrenden Prüfungen geeignet sind, den Handlungsspielraum ausländischer Journalisten schrittweise einzuengen.
Washington verschärft die Regeln für ausländische Medienvertreter