in USA

„Alles, was sie den aufstrebenden Nationen der Welt bieten können, ist ein schlechtes Beispiel und die Gefahr der Vernichtung.“

Von Glen Ford – Es gibt kein Geheimnis um den ideologischen Zusammenbruch der Politik der herrschenden Klasse der Vereinigten Staaten von Amerika unter dem Kapitalismus im Spätstadium und unter dem imperialen Niedergang. Einfach ausgedrückt, haben die Konzernparteien den Massen des Volkes nichts zu bieten als unerbittliche Sparpolitik im eigenen Land und endlose Kriege im Ausland.

Ein geschrumpftes und privatisiertes Detroit dient als Vorbild für die städtische Politik in den USA; Libyen und Syrien sind die Spuren der Politik der verbrannten Erde eines außer Sinnen geratenen und sterbenden Imperiums. Der sich ausdehnende Schatten der wirtschaftlichen Finsternis durch den Osten lässt die U.S. Herren des Kapitals ohne andere Optionen zurück außer der Drohung mit dem Armageddon.

Während China seinen historischen Platz in der Mitte der Erde zurückerobert, neben der riesigen und schwer bewaffneten Landmasse Russlands, schlägt Washington in einem Rausch von Schutzbaut um sich, indem es Zeit mit dem Blut von Millionen kauft, in der Hoffnung, irgendwie seine verlorene Hegemonie zu bewahren. Aber die „außergewöhnliche“ Supermacht hat keinen Marshall-Plan, der sie vor dem Zerfall des Systems rettet, und alles, was sie den aufstrebenden Nationen der Welt bieten kann, ist ein schlechtes Beispiel und die Gefahr der Vernichtung. Ihre eigenen Menschen sind müde des“Großen Spiels“ und merken schließlich, dass sie es sind, mit denen gespielt worden ist.

„Washington schlägt in einem Rausch von Schutzbauten um sich und kauft Zeit mit dem Blut von Millionen.“

George Bush zeichnete das „letzte Hurra“ des Imperiums mit seiner Erklärung von „Mission Accomplished“ vor 15 Jahren – und wurde schnell widerlegt. Mit dem Scheitern im Irak wurde der Vorwand der „Verbreitung der Demokratie“ unrühmlich zunichte gemacht. Es wurde versucht, das imperiale Markenzeichen zu erneuern, mit einem strahlenden und glänzenden neuen Gesicht – einem schwarzen – und einem neuen Logo, das Invasion und Regimewechsel rechtfertigt: „humanitäre“ Intervention.

Doch Obamas Angriff auf Syrien zeigte, dass die USA und ihre Juniorpartner die Macht nur durch ein Bündnis mit dem islamischen Dschihad-Terror in die Region vorantreiben konnten. Die Architekten des Kriegs gegen den Terror waren in der Tat die Paten der Al Qaida.

„Ist euch jetzt klar, was ihr getan habt?“ forderte Vladimir Putin die Amerikaner bei den Vereinten Nationen im Jahr 2015 heraus (Link > Vladimir Putin – Rede vor der Generalversammlung der UNO). „Es ist heuchlerisch und unverantwortlich, lautstarke Erklärungen über die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus abzugeben und gleichzeitig die Augen vor den Kanälen der Finanzierung und Unterstützung von Terroristen, einschließlich des Prozesses des Handels und des illegalen Handels mit Öl und Waffen, zu verschließen.

Ebenso unverantwortlich wäre es, zu versuchen, extremistische Gruppen zu manipulieren und sie in den Dienst zu stellen, um die eigenen politischen Ziele zu erreichen, in der Hoffnung, sie später zu bearbeiten oder, mit anderen Worten, zu liquidieren“.

„Die USA und ihre Juniorpartner konnten die Macht in der Region nur durch ein Bündnis mit dem islamischen Dschihad-Terror vorantreiben.“

Washingtons dschihadistische Strategie hat sich seither rasch entfaltet. Das Imperium wurde im öffentlichsten Forum der Welt entlarvt und enthüllte die völlige Verderbtheit der US-Politik und, was noch wichtiger ist, die Schwäche von Washingtons Position in der Region.

Die mächtige Festung des globalen Kapitals, der selbsternannte Verteidiger der weltwirtschaftlichen „Ordnung“ offenbarte sich nicht nur in Absprache mit kopfabschneidenden, frauenversklavenden, sektiererischen, massenmordenden Terroristen, sondern auch militärisch abhängig von den Kräften, mit denen sie angeblich einen zwielichtigen „generationenübergreifenden“ Kampf zu deren Zerstörung zu führen behauptet. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben die Mutter aller Lügen beschworen, und die meisten Menschen wissen das. Tief im Inneren vermuten die meisten Amerikaner das auch.

Mit seiner Intervention in Syrien als unerschütterlicher Feind des Dschihadismus und zur Verteidigung des Prinzips der nationalen Souveränität sprach Russland die Sprache des Internationalen Rechts und der Moral und stellte eine fundamentale Herausforderung für den imperialen Exzeptionalismus der USA dar. Indem Putin seine Streitkräfte gegen Washingtons dschihadistische Söldner in einer von amerikanischen Stützpunkten verseuchten Region einsetzte, setzte er sich für eine „multipolare“ Weltordnung ein.

China versteht eindeutig, dass das ultimative Ziel der Vereinigten Staaten von Amerika darin besteht, Chinas Zugang zu Energie und Märkten der Region nach Belieben zu blockieren. Peking hat die militärische Rolle Russlands im Krieg gelobt und stand zu Moskau im Veto gegen westliche Resolutionen des Sicherheitsrates, die gegen Damaskus gerichtet waren. China schließt sich routinemäßig mit Russland – und den meisten anderen Nationen der Erde – zusammen, um eine „multipolare Welt“ zu schaffen.

„Putin hat seinen Ruf nach einer „multipolaren“ Weltordnung mit Nachdruck unterstützt.“

Die USA benutzen nun die verzweifelte kurdische Miliz als Surrogate in Syrien im Versuch, ihre Präsenz im Land zu rechtfertigen, während sie weiterhin andere „Rebellen“-Gruppen bewaffnen, finanzieren und ausbilden, darunter auch ehemalige ISIS-Kämpfer. Die USA haben es immer vermieden, die Al-Qaida-Tochtergesellschaft in Syrien, die früher als Al-Nusra-Front bekannt war, ins Visier zu nehmen, die, mit ISIS auf der Flucht, die effektivste regierungsfeindliche Kraft im Land bleibt.

Die Trump-Administration erklärt, dass sie auf absehbare Zeit in Syrien bleiben wird – ohne auch nur ein Feigenblatt legaler Deckung. Obwohl es jetzt keine Möglichkeit für einen Sieg der Dschihadisten mehr gibt, scheint Washington bestrebt zu sein, den Krieg so lange wie möglich hinauszuzögern. Die Wahrheit ist, dass Washington nicht weiß, wie man sich selbst herausretten kann, denn das zu tun, würde auf ein weiteres Eingeständnis der Niederlage hinauslaufen und schnell zur Auflösung der dschihadistischen Netzwerke führen, die das Pentagon so lange kultiviert hat.

Rückzug aus Syrien – und, eher früher als später, aus dem Irak, dessen Parlament diesen Monat einen Zeitplan für US-Streitkräfte forderte, um das Land zu räumen – würde total die Strategie der Vereinigten Staaten von Amerika zunichte machen, die Vorgänge in der ölreichen Region zu beherrschen. Obama startete 2011 den Dschihad-Krieg gegen die syrische Regierung, um sich den Weg ins Land zu erzwingen. Die Eroberung Mosuls, der zweitgrößten Stadt des Irak, durch ISIS gab den USA die Möglichkeit, militärisch in dieses Land zurückzukehren. Es wird keine dritte Chance geben, weder in Syrien noch im Irak.

„Washington weiß nicht, wie es sich herausretten kann, denn das wäre ein weiteres Eingeständnis seiner Niederlage.“

Das amerikanische Volk wird nicht für ein weiteres solches Abenteuer zur Verfügung stehen. Es fühlt sich durch die Erfahrungen sowohl in Syrien als auch im Irak angeschmiert und traut nicht dem, was seine Regierung über die „Guten“ und die „Bösen“ in der arabischen Welt sagt. Schon allein aus Gründen des Rassismus will es aussteigen.

Jeder riecht die Niederlage der USA, innerhalb und außerhalb des Imperiums. Es ist ein Gestank, an den sich nur Amerikaner erinnern können, die die Vietnam-Ära bewusst erlebt haben. Er macht die Leute ängstlich – wie der Verlust eines Kokons. Genauso wie die Weißen einen „psychologischen Gewinn“ von Jim Crow Privilegien ernteten, so W.E.B. Dubois, auch wenn sie arm waren, fühlen sich die Bürger des Imperiums psychologisch begünstigt, selbst wenn die Kosten der Kriegsmaschinerie das Land verarmen.

US-Politik in der Ära des imperialen Niedergangs wird böse, dumm, kleinlich und rassistisch sein – so wie wir es bereits erleben. Es muss Sündenböcke für die nationale De-Exzeptionalisierung geben. Die Russen passen fürs Erste, und jeder, der wie ein Russe oder ein Chinese redet – zum Beispiel Menschen, die in einer „multipolaren Welt“ leben möchten.

Erwarten Sie nicht, dass die Republikaner oder die Demokraten in einer Welt des unterrgehenden Imperiums irgendeinen Sinn haben werden. Die Duopolisten sind nicht in der Lage, eine Zukunft jenseits der Vision ihrer reichen Gönner zu sehen – und die Reichen haben keine Vision jenseits der fortgesetzten Anhäufung von Reichtum, die eine härtere und härtere Sparpolitik erfordert.

Am gefährlichsten ist, dass sie sich keine Welt vorstellen können, in der sie nicht an der Spitze stehen. Wir werden kämpfen müssen, um zu verhindern, dass sie uns alle in die Luft jagen, in der Verzweiflung des reichen Mannes.

Quelle: blackagendareport.com – Übersetzung: Klaus Madersbacher

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Kommentar

  1. Der Fall Skripal ist ein schönes Beispiel. Manipulation der Informationen, um mit einem großen Krieg wieder Geschäfte zu machen. Das beweist, wie das Finanzsystem am Ende ist.