in USA

Soraya Sepahpour-Ulrich

Politische Beobachter wissen seit langem, wie Hollywood die Politik der USA wiedergibt und befördert (die ihrerseits von Israel und seinen Anhängern gefördert wird). Diese Tatsache wurde öffentlich, als Michelle Obama den Oscar für ‚Argo‘ bekanntgab – ein äußerst propaganditischer, anti-iranischer Film. Inmitten des Geglitzers und der Aufregung enthüllen Hollywood und das Weiße Haus ihren Pakt und schicken ihre Botschaft in die Welt vor den bevorstehenden Gesprächen über Irans Atomprogramm, die am 26. Februar stattfinden sollen.

Hollywood hat eine lange Geschichte der Förderung der US-Politik. 1917, als die USA in deen 1. Weltkrieg eintraten, heuerte Woodrow Wilsons ‚Komitee für Öffentliichkeits-Information‘ (CPI) die Hilfe der US-Filmindustrie an, um Filme und Aufzeichnungen zu machen, um die „Sache“ zu unterstützen. George Creel, Vorsitzender der CPI, meinte, dass Filme eine Rolle spielen müssen, “um die Botschaft Amerikas in jeden Winkel der Erde zu verbreiten“.

Der Pakt wurde enger während des 2. Weltkrieges, als – wie der Historiker Thomas Doherty schreibt – „die Verbindung zwischen Hollywood und Washington eine entschieden amerikanische und demokratische Abmachung war, eine Mischung aus Öffentlichkeitspolitik und privater Initiative, staatlichen Bedürfnissen und Geschäftspolitik“. Hollywoods Beitrag war, die Propaganda zu liefern. Nach dem Krieg revanchierte sich Washington, indem es Subsidien vergab, besondere Klauseln im Marshall-Plan und seinen Einfluss, um den widerstrebenden europäischen Filmmarkt zu öffnen [i].

Hollywood entlehnte oft seine Ideen von der Tagesordnung amerikanischer Außenpolitik und verstärkte sie zuweilen. Eine der Film-Anleihen, die zum Knüller der Filmindustrie in den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde, ist der moderne internationale Terrorismus gewesen. Hollywood berührte das Thema kaum in den 60-er und 70-er Jahren, als es noch nicht auf der Tagesordnung der US-Außenpolitik, den Nachrichten oder des öffentlichen Bewutseins stand.

In den 80-er Jahren, der Reagan-Politik auf dem Fuße folgend, brachte die kommerzielle Filmindustrie „Terror“-Schurken auf die Leinwand (nach der Besetzung der US-Botschaft in Teheran – ein Topos in ‚Argo‘), was in den 90-er richtige Hits wurden.

Heute kann diskutiert werden, ob Hollywood der US-Politik folgt oder ihr vorangeht. Aber es ist offenkundig, dass Hollywood von den Israelis und ihren Anhängern beherrscht wird, die früher ihre Identität verbargen. Laut einem ‚Haaretz‘ -Artikel von 2012 „erschien Hanukkah zwischen 1930 und 1950 niemals auf der Leinwand. Und zwar deswegen, weil die jüdischen Studiochefs ihr ethnisches und religiöses Erbe lieber verbargen, um den Anklang ihrer Produkte zu vergrößern. Juden wurden damals portraitiert als typische Teilnehmer an einer amerikanischen normalen Religion, deren Mitglieder die Synagoge besuchen oder auch nicht, ganz nach Wahl, aber ansonsten sich nicht groß unterschieden im Aussehen, Sprache, Sitten und Gebräuchen von der großen amerikanischen Mehrheit“. Die ist nicht mehr der Fall.

In scharfem Kontrast zur Vergangenheit „feierte“ Hollywood Israels 60. „Geburtstag“ [Besatzung] mit einer Gala, die „Von der Vision zur Wirklichkeit“ genannt wurde. Der israelische TV-Blog schrieb über die Gala:

„Sorge dich nicht, Israel, Hollywood steht hinter dir. Der Schauspieler Jon Voight sagte: ‚Die Welt spielt ein gefährliches Spiel, wenn sie sich gegen Israel stellt.‘ Der israelische Geschäftsmann und Hollywood-Produzent Arnon Milchan war ein langjähriger Waffenhändler und israelischer Geheimdienstagent, der die Ausrüstung für Israels Atom-Programm beschaffte (das Buch „Confidential: The Life of Secret Agent Turned Hollywood Tycoon Amon Milchan“ [Vertraulich: Das Leben des Geheimagenten, der zum Hollywood-Boss Amon Milchan wurde), geschrieben von Meir Doron und Joseph Gelman, erzählt die Lebensstory von Milchan, seine Freundschaft mit israelischen Premiers, US-Präsidenten und Hollywood-Stars).“

Es ist wichtig, Hollywood zu begreifen nicht nur im Zusammenhang einer Multi-Milliarden-Dollar-Industrie, sondern auch seinen Propaganda-Aspekt und als eine der mächtigsten und universalsten Methoden, Ideen durch visuelle Propaganda zu verbreiten. ‚Propaganda ist definiert als eine gewisse Art der Verbreitung von Botschaften, die einem bestimmten Zweck dienen zur Verbreitung oder Einimpfung einer bestimmten Kultur, Philosophie, Ansicht oder sogar bestimmter Schlagworte‘. Mit dieser Fähigkeit besitzt Hollywood die Welt der Ideen in einem Maße, die zu groß und gefährlich ist zu ignorieren. Man nehme nur das ausgezeichnete Beispiel von Gilad Atzmon ‚Hollywood und die Vergangenheit‘ .

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=GhtbpmuO8oI[/youtube]

Atzmon schreibt: „Geschichte wird gewöhnlich als Versuch begriffen, einen strukturierten Bericht von der Vergangenheit zu liefern, was aber in den meisten Fällen misslingt. Stattdessen versucht man, unsere Scham zu verbergen, all jene verschiedenen Elemente, Ereignisse, Zwischenfälle und Begebenheiten in unserer Vergangenheit zu verstecken, mit denen wir nicht fertig werden. Geschichte kann daher als ein System der Verheimlichung gesehen werden. Folglich ist die Rolle eines echten Historikers der eines Psychoanalytikers ähnlich. Für den Psychoanalytiker ist es das Unterbewusstsein. Für den Historiker ist es unsere kollektive Scham.“

Während Hollywood und das Weiße Haus ‚Argo‘ und seine propagandistische Botschaft eifrig in ihre Arme schließen, verbergen sie schamhaft und bewusst einen entscheidenden Aspekt dieses „historischen“ Ereignisses. Das Geglitzer verbirgt die allentscheidende Tatsache, dass die iranischen Studenten, die die Botschaft in Teheran besetzten, sich daran machten, Israels dunkle Geheimnisse der Welt kundzutun. Hochgeheime Dokumente enthüllten die Aktivitäten der LAKAM. LAKAM, 1960 begonnen, war ein israelisches Netzwerk für Wirtschaftsspionage in den USA zur „Sammlung von wissenschaftlichen Geheimnissen in den USA für die israelische Kriegsindustrie“. [ii]

Doch der Zweck des Films und seiner Förderer war es, die außergewöhnlichen Enthüllungen wegzudrücken und dem nichtsahnenden Publikum die visuelle Botschaft zu vermitteln, mit der die Schuld am potentiellen (und wahrscheinlichen Scheitern) der bevorstehenden Gespräche über Irans Atomprogramm den Iranern in die Schuhe geschoben wird – den Gewehre schwingenden, bärtigen Iranern aus ‚Argo‘, die Amerikas kollektive Bestrafung und die lähmenden, tödlichen Sanktionen verdienen.

Soraya Sepahpour-Ulrich hat Public Diplomcy studiert und ist unabhängige Forscherin und Schriftstellerin mit dem Fokus auf US-Außenpolitik und die Rolle der Lobbyisten.

Fußnoten:

[i] Martha Bayles, Wilson Quarterly, Summer 2005

[ii] U.S. Central Intelligence Agency (CIA), Israel: Foreign
Intelligence and Security Services, Washington, D.C., March
1979, p. 9 (typescript). The report classified SECRET, was
released to the world by Iranian students who occupied the
U.S. embassy in Tehran in 1979. Cited by Duncan L. Clarke,
“Israel’s Economic Espionage in the United States” (1998).

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