Hat Spahn wieder Ambitionen auf das Kanzleramt?

Im Juni 2017 war Jens Spahn zum ersten Mal beim Bilderberger Treffen eingeladen. Wer dorthin eingeladen wird, könnte potenzieller Kandidat für ein politisches Schlüsselamt werden. Spahn hat es im Oktober 2017 zwar nicht ins Kanzleramt geschafft, aber immerhin hat ihn die sogenannte „Mutti Merkel“ zum „Gesundheitsminister“ – Pharmaminister – ernannt. In dieser Rolle macht er sich recht gut, strengt sich an, auch um die sogenannte „Organmafia“ zu bedienen. Dieser Vorstoß, aus allen Deutschen ein wandelndes Ersatzteillager zu machen, ist zumindest vorerst gestorben. Spahn hat immerhin die Masern-Impfpflicht durchgeboxt und damit der Pharmaindustrie ein großes Geschenk gemacht. Die nächsten Vorhaben, die Herr Spahn durchsetzen soll, warten bestimmt schon in der Pharma-Lobby-Ideenkiste.

Spahn legt sich auch sonst mächtig ins Zeug, denn nächstes Jahr sind ja wieder Wahlen, wenn die BRD bis dahin nicht abgeschafft worden ist. In der Coronavirus-Krise präsentiert sich Spahn als souveräner Krisenmanager. Spahn versteht es, sich zu inszenieren und zu verkaufen. Kaum ein Tag vergeht, an dem sich der 39-Jährige von der CDU nicht vor laufender Kamera zum Coronavirus äußert. Im Gepäck hat er dabei stets eine doppelte Botschaft: Die Lage ist ernst – aber wir haben sie im Griff. Spahn empfiehlt sich als Mann der Tat und damit für Höheres. Denn die Kanzler-Frage ist derzeit bei der CDU vollkommen offen.

Auch wenn sich Merz von BlackRock verabschieden will, weil er – wie es heißt – sich mehr der Politik widmen will, dürfte dieser – zumindest bei den Wählern – kaum eine Chance haben. Merz wird nur Kanzler, wenn die CDU oder besser gesagt deren Hintermänner das wollen. Spahns auffällige Betriebsamkeit der letzten Tage ist ein Beleg für seine Ambitionen. Bei seinem Auftritt in Bonn beschwichtigt er: „Dem neuen Virus sollten alle mit der nötigen Gelassenheit begegnen. Wir haben für jede Entwicklung Pläne. Wir haben gelernt aus den letzten Jahren.“

Kanzlerin Merkel lobte den braven Zögling denn auch jüngst: „Er schafft eine Menge weg.“ Da stört es auch kaum, dass ihm eine Nähe zur Apotheker- und Pharmalobby vorgeworfen wird oder wenn ein Projekt scheitert – wie zuletzt das Vorhaben, die doppelte Widerspruchslösung bei der Organspende einzuführen. Spahn ist ja noch jung und wird in den vier Jahren unter Merkels Fittichen viel über Machtpolitik und Korruption dazugelernt haben.

Bleibt es bei der aktuellen politischen Verfassung in Deutschland, werden die Wähler in Deutschland  wohl mit ihm – und dem Finanzlobbyisten Friedrich Merz – wieder rechnen. Denn neue, fähige Köpfe, sucht man in der CDU vergeblich. Mehr über Jens Spahn lesen Sie hier.