in Politik

Die SPD-Familienministerin Franziska Giffey könnte schon bald ihr Amt abgeben. Grund ist die Untersuchung der FU Berlin bezüglich der vermuteten Unstimmigkeiten bei der Autorenschaft ihrer Dissertation. Eventuell wird ihr der Dr.-Titel aberkannt. Dann würde sie jedoch ihr Amt abgeben wollen, so äußerte sie der derzeitigen SPD-Spitze gegenüber, um die ausufernden Diskussionen zu beenden, heißt es sinngemäß. Einige Beobachter sprechen von einem honorigen Entschluss, so etwa die kommissarische Vorsitzende Malu Dreyer. Andere sprechen fast von Flucht.

Gerüchte: Mehr als 30 % übernommen?

Gerüchten zufolge soll der aktuelle Stand der Dinge – basierend auf Algorithmen – eine Übernahmequote von mehr als 30 % bzw. 35 % ausweisen. Sollte sich diese Quote bestätigen, würde das beträchtlich sein, so die erste Einschätzung. Allerdings ist selbst dann nicht automatisch davon auszugehen, dass die Ministerin bei der Arbeit schlicht „geklaut“ hat. Denn eine wissenschaftliche Arbeit basiert im Idealfall auf vorhergehenden Erkenntnissen, die zusammen ein Aussagensystem ergeben. Die Frage, ob ein Plagiat vorliegt, zielt eher darauf, ob in Kombination mit der Übernahme der Texte möglicherweise auch die zentralen Ideen schlicht übernommen wurden. Zudem muss eine wissenschaftliche Arbeit einen eigenständigen Beitrag zur Erkenntnis bezüglich der zugrundeliegenden Fragen liefern.

All dies lässt sich von außen nicht beantworten. Interessant ist jedoch die Frage, ob die SPD davon profitieren könnte. Immerhin hat der öffentlichen Wahrnehmung nach Frau Giffey so deutlich wie wohl keine Politikerin zuvor die Konsequenzen solcher Vorwürfe angedeutet und auch Verantwortung übernommen. Insofern dürfte die SPD im Vergleich zum Festhalten anderer Politikern an Einfluss und Ämtern hier punkten können. So finden sich in der Kandidatendebatte um den neuen Vorsitz auch Altgediente wie Ralf Stegner wieder, der sich aus der Politik fast schon verabschiedet hatte. Frau Giffey gab bekannt, sie werde sich nicht als Kandidatin bewerben.

Es gibt auch andere Fälle, wie Sie hier sehen….

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. In diesem fundierten Artikel fehlt nur der Hinweis, dass für die Betroffene bis zum Gegenbeweis die Unschuldsvermutung gilt.
    Wenn man die Vorgäng um die SPD ansieht, könnte man eine gezielte Demontage vermuten.
    Immerhin war dieser Partei immer der Schutz des Einzelnen gegenüber den ungezügelten Machtansprüchen des Staates, resp. seiner Lenker erstes Anliegen.
    Wenn dieser Schutzschild zerschlagen ist, ist es bis zur Versklavung der Bürger nicht mehr weit.

  2. Sollte der Plagiatsvorwurf berechtigt sein, bin ich aber mal sehr gespannt, ob sie wirklich zurücktritt. Was kümmert manche SPD Politiker ihr „Geschwätz von gestern“. Mir fallen da Namen Schulz und Scholz ein.

    Warum sind so viele eigentlich so scharf auf einen Doktort Titel? Ist man damit mehr wert als Mensch?