„Unterstützung für Israel ist Deutschlands Zweck als Staat“

Vor ziemlich genau einem Monat kam es in Berlin zu einem hervorragenden und sehr gut dokumentierten Beispiel des massiven Einflusses der sogenannten Israel-Lobby – zutreffender wäre zionistische Lobby – in der deutschen Politik. Als der jüdisch-amerikanische Journalist Max Blumenthal und der israelische Dokumentarfilmer David Sheen auf der Volksbühne ihre Erfahrungen über den Gaza-Krieg im Sommer 2014 sowie über den offenen Rassismus in Israel dem interessierten Publikum mitteilen wollten, wurden parteiübergreifend die deutschen Politiker aktiv um auf Geheiss Israel`s diesen geplanten Auftritt zu vereiteln. Volker Beck von den Grünen und Petra Pau der Linken, sowie Reinhold Robbe in seiner Funktion als Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gelang es im ersten Moment auch tatsächlich die Volksbühne dazu zu bringen, das gebuchte Theater für diesen Auftritt nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Anschliessend gesellte sich ihnen auch Gregor Gysi dazu und sollte im Bundestag dafür sorgen, dass die Herren Blumenthal und Sheen keine Möglichkeit erhalten ihren Vortrag zu halten.

Volker Beck, der sich für Menschenrechte einsetzt, trifft sich mit AJC-Vertreter, einer amerikanischen Israel Lobbyistin, die sich für Israels rechtsgerichtete Politik einsetzt und auf Menschenrechte keine Rücksicht nimmt

Nachdem sich dann auch noch die Medien, und am lautesten unter ihnen die Blätter des Axel Springer Verlags, auf diese Story stürzten und die beiden Besucher in Deutschland aufs übelste beschimpften, ohne sie aber zu Wort gekommen lassen haben, möchte ich hier die Stellungnahme von Max Blumenthal zu diesem Vorfall übersetzen. Auf der Internetseite der Organisation Jews for Justice for Palestinians (Juden für Gerechtigkeit für die Palästinenser) erschien seine Stellungnahme mit dem Titel „Supporting Israel is Germany`s Purpose as State“ (Unterstützung für Israel ist Deutschland`s Zweck als Staat):

„Warum ich zensiert wurde um in Deutschland über Israel zu sprechen (von Max Blumenthal)

Ich kam in Deutschland an nachdem ich formell von Mitgliedern einer politischen Partei eingeladen wurde um über meine Reportage über den Gaza Krieg zu sprechen. Ich verliess das Land gebrandmarkt als Antisemit und verrückter Säufer. Mit maschinenartiger Effizienz bezeichneten mich und meinen jüdischen Kollegen David Sheen die deutsche Medien als gewalttätige Judenhasser, nie von dem Skript abrückend die ein seltsamer, amerikanischer Neokonservativer für sie geschrieben hat der für eine Organisation arbeitet, die von dem rechtsgerichteten Casino Mogul Sheldon Adelson subventioniert wird, noch machten sie sich die Mühe uns nach einem Kommentar zu fragen. Als Antisemiten verleumdet, versuchten wir den linken Politiker zu treffen der sich gezwungen fühlte, die Kampagne zur Unterdrückung unserer Rede zu organisieren: der Vorsitzende der Partei der Linken Gregor Gysi.

Als Gregor Gysi sich weigerte mit uns zu sprechen, folgten wir ihm als er aus seinem Büro ran. Der per Video festgehaltene Zwischenfalls endete vor einer Tür die sich als Badezimmer herausstellte, was einen Skandal auslöste und als „Toilettengate“ bekannt wurde. Wir haben die ungeschriebenen Gesetze einer unnachgiebigen politischen Kultur gebrochen, wonach Konflikte normalerweise die Form einer sorgfältig zusammengesetzter Erklärung annehmen und durch die richtigen bürokratischen Kanäle geliefert werden. Damit lösten wir die Entrüstung in Deutschland aus, von links nach rechts flink manipuliert durch einen neokonservativen Trick.

Gemäss dem rechten Boulevardblatt „Die Bild“, waren Sheen und ich „irre Israel Hasser“ die „Gysi gejagt“ haben. Verschiedene Experten im deutschen Rundfunk erklärten dass ich „bekannt wäre für die antisemitische Denkweise“. Und der Präsident des Bundestages stellte den Antrag uns bis zum Lebensende ein Hausverbot zu erteilen. Als der Wahnsinn eskalierte, gaben die drei Bundestagsabgeordnete der Linken die uns zu Gysi`s Büro geführt haben – Inge Höger, Annette Groth und Heike Hänsel – Gysi eine erbärmliche öffentliche Entschuldigung.

Das Gewinsel unserer Gastgeber diente nur dazu dass ihre Feinde angestachelt wurden. Mehr als 1000 Mitglieder der Linken aus dem Flügel der „Reformisten“ haben eine Petition unterschrieben den drei Bundestagsabgeordneten das Mandat zu entziehen. Mit dem Titel „Ihr sprecht nicht für uns“ eröffnete das Manifest mit einem Auszug aus einer Bundestagsrede von 2008 des ehemaligen israelischen Präsidenten Shimon Peres, wo er Iran mit Nazi Deutschland verglich und mit der Bekräftigung der besonderen Beziehung zu Israel endete, (sozusagen) als Wiedergutmachung für den Holocaust.

Spiegel-Kolumnistin Sibylle Berg schloss sich dem Sturm mit einem rüden Stück von sexistischem Psychogeschwafel an, indem sie Groth und Höger beschuldigte ihre sexuelle Begierde für palästinensische Militante in antizionistischen Aktivismus zu sublimieren. Im Tagesspiegel nannte uns der Linke Bundestagsabgeordnete Michael Leutert „antisemitischen Mob“. Und in Der Zeit, einem anderen Mainstream Blatt, bezeichnete Elisabeth Niejahr Groth und Höger als „Holocaust Relativisten“. Sie hatte keine Beweise, aber in der deutschen politischen Kultur sind auch keine notwendig. Entweder du bist all-in mit Israel`s Politik, oder du bist ein all-out Antisemit.

Der Sturm der Entrüstung der sich durch unsere Präsenz in Berlin erhob, war die Kulmination des langjährigen und mörderischen Konflikts der Linken Partei über Israel-Palästina. Seit sie als Deutschlands führende linke Oppositionspartei in Erscheinung trat, präsidierten die Führer der Linken Partei über einen grossflächigen Angriff auf die wenigen Parteimitglieder, die Deutschlands unkritische besondere Beziehung zu Israel ablehnen. Hinter der Attacke steckt eine Gruppe von vermeintlich linksgerichteten Intellektuellen die sich mit finanziell sehr gut ausgestatteten Neokonservativen verbündet haben. Die effektivste Waffe dieser von dieser links-rechts Allianz in einer von der Holocaust Schuld aufgebrauchten Gesellschaft, ist was einige Deutsche als „Antisemitismuskeule“ oder als „Antisemitismusklub“ angefangen haben zu bezeichnen.

Anschwärzung und Unterdrückung

Die Story über mein und David Sheen`s Abenteuer als „Antisemiten“ begann sogar vor unserer Ankunft in Berlin. Ich habe über den Gaza Krieg berichtet (Anm. war während des des israelischen Bombardements im Gaza Streifen) und habe über meine Reportage in ganz Europa gesprochen, oft als geladener Gast von Parlamentsmitgliedern: in London im House of Commons, in Brüssel vor dem Europa Parlament, in Oslo auf Einladung der Linkssozialistischen Partei, und in Kopenhagen wo ich von einem Parlamentsmitglied vorgestellt wurde. Sheen hat mit der Reportage über die staatliche Diskriminierung in Israel gegen Palästinenser und afrikanische Migranten, sowie der Angriffe auf sie aus dem rechten Lager, Lob geerntet. Zusammen haben wir eine original Dokumentation über den Rassismus gegen nicht-jüdische Flüchtlinge aus Afrika produziert, welche über eine Million mal auf YouTube angeschaut wurde.

Als wir uns für unsere Flüge vorbereiteten, wurden wir von einem Artikel eines neokonservativen Autors mit dem Namen Benjamin Weinthal vom 6. November in der Berliner Morgenpost begrüsst, wo er die Stornierung unserer geplanten Diskussion im Bundestag ankündigte. Der Vorsitzende der Partei Die Linke, Gregor Gysi, übernahm die Verantwortung für den Abbruch der Diskussion, während Volker Beck von der Grünen Partei und Vorsitzender des Deutschland-Israel Komitees seine Meinung dem Autor übermittelte, dass meine Arbeit „konsequent antisemitisch“ sei. Weinthal beschuldigte mich für seinen Teil für „den öffentlichen Missbrauch der Juden“.

Am nächsten Tag veröffentlichte Beck einen von der Vizepräsidentin des Bundestags Petra Pau (eine Schlüsselfigur für die Israel Lobby in der Partei der Linke) und von Reinhold Robbe, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, unterzeichneten Brief, mit welchem die Stornierung unseres Anlasses auf der Volksbühne in Berlin gefordert wurde. In dem Brief wurde behauptet, dass unser Anlass der „Promotion von antisemitischem Vorurteil durch den Vergleich des Nazi Terrors mit der Politik Israels“ dienen würde. Innerhalb von wenigen Stunden zogen die Offiziellen der Volksbühne den Stecker. Weinthal verkündete vor dem Zubettgehen in der Jerusalem Post, dass ein Anlass storniert wurde der „Antisemitismus verbreiten“ würde.

Am 9. November, dem Morgen wo unsere Volksbühne Diskussion geplant war, sprachen wir durch einen Lautsprecher an über 100 Unterstützer die sich vor der geschlossenen Volksbühne versammelt haben. Es war der 76. Jahrestag der Reichskristallnacht und der 25. Jahrestag des Falles der Berliner Mauer. Für unsere Gegner war das irgendwie ein Datum das jegliche Kritik an Israel und deren Politik verboten machte, zusammen mit Hitler`s Geburtstag und jedem anderen Datum das auch nur im entferntesten mit dem Holocaust zu tun hat. Für uns war es das perfekte Datum zu erklären, wie das Erbe des europäischen Genozids unsere Arbeit inspiriert hat, zu betonen dass „niemals wieder“ für alle gilt.

Während meiner Ansprache beklagte ich, dass die einfachsten universellen Lehren des Holocausts von der deutschen Regierung zugunsten einer billigen Absolution abgelehnt wurde, die die Form von verbilligten Waffenlieferungen für eine Besatzungsarmee angenommen hat. Tatsächlich hat die deutsche Regierung erst kürzlich Israel eine Flotte von Corvette Angriffsschiffen mit einem Rabatt von 30% verkauft, um die Belagerung von Gaza weiter aufrechtzuhalten und weitere Angriffe auf die bedrängte Fischerei-Industrie der Küstenenklave zu ermöglichen. Nächstes Jahr werden 250 deutsche Soldaten bei Israel`s Häuserkampf Training Center für die Aufstandsbekämpfungs gedrillt, ein noch nie dagewesener Schritt in der militärischen Kollaboration. Als ein einfacher Besucher in Deutschland wurde ich von den langfristigen persönlichen Konsequenzen der Frage verschont, wie Militärhilfe für Israel die Millionen zu Asche gemachten (Menschen) geehrt werden sollen. Als der berühmte deutsche Autor Günter Grass die Waffenverkäufe in einem polemischen und wohl ungeschicktem Gedicht in Frage stellte, wurde er einer Flutwelle von versuchtem Rufmord ausgesetzt, der zu einem augenblicklichen Prestigeverlust geführt hat (der damalige israelische Innenminister Eli Yishai erklärte Grass zur persona-non-grata und erliess eine Anweisung ihm den Eintritt in von Israel kontrolliertem Territorium zu verweigern).

Nach dem Protest marschierten wir zu einem vollgepackten Anti-Kriegs-Kaffee ein paar Strassen weiter um unsere eigentliche Diskussion über den Gaza Krieg und den von Israel staatlich geförderten Rassismus fortzusetzen. Während wir zu einer überlaufenen Menge in einem Katakomben-ähnlichen Keller sprachen, marschierten 500 Fussball Neonazis nebenan gegen eine angebliche Bedrohung durch „Salafismus“. Die Polizei beschützte diesen Protestzug und löste eine kleine Gegendemonstration auf.

Währenddessen wartete auf Gysi auf Instruktionen im Falle wir finden einen anderen Weg um unser Gespräch im Bundestag am nächsten Tag zu führen. Obwohl er kaum ein Cheerleader für Netanyahu war, zeigte er sich doch als wichtiger Verbündeter der Israel-Lobby in seinem Land indem er den Übergang des Antizionismus der Linken zum vollumfänglichen Konsens des wiedervereinigten Landes zu Israel überwachte.

„Jüdischer Antizionismus als eine totale Illusion“

Einst als Anführer des reformistischen Flügels von Erich Honeckers Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in Ostdeutschland, unterstützte Gysi die Demontage seiner Partei obwohl er die Wiedervereinigung mit Westdeutschland ablehnte. Seitdem entwickelte er sich zu einer der charismatischsten Personen der gegenwärtigen Opposition im deutschen Parlament,  wo er sich immer wieder die Aufmerksamkeit mit scharfen Kommentaren verdient, und nebenbei einen aggressiven Gerichtsstreit führt um eine öffentliche Diskussion seiner angeblichen Rolle als Stasi Agent zu unterdrücken.

Als Merkels Mitte-Rechts Christlich Demokratische Union (CDU) an die Macht kam, begann Gysi mit der Arbeit um die Linke als potentiellen Koalitionspartner neu aufzustellen, die in der Lage wäre mit den Grünen oder den Sozialdemokraten (SDP) eine Koalition zu bilden. Das bedeutete rechtsgerichtete Elemente wie den Forum Demokratischer Sozialismus (FDS) auf Kosten der Anti-Kriegsspuren der Partei aufzunehmen. (Die meisten die den Brief unterschrieben haben um mich, Sheen und unsere Gastgeber der Linken zu denunzieren, kamen von der FDS)

Während einer Ansprache zum Anlass von Israels 60-Jahrfeier im Rosa-Luxemburg Stiftung 2008, machte Gysi seinen bis dato wichtigsten Schritt in Richtung Mainstream-Akzeptanz. Während er erklärte das Antiimperialismus nicht mehr länger in „einer sinnvollen Art und Weise“ innerhalb des linken Diskurses geführt werden kann, wetterte Gysi gegen Solidaritätsbekundungen aus seiner Partei für Palästinenser. „Antizionismus kann nicht mehr länger eine akzeptable Position für die linke im Allgemeinen sein, und insbesondere nicht für die Partei Die Linke“, erklärte er. Weiter beschrieb die „Solidarität mit Israel“ als eine essentielle Komponente der deutschen „Staatsräson“.

Nach einer historischen Untersuchung der Geschichte des Zionismus und dessen Kritik von links, kam Gysi zum Entschluss: „Wenn wir eine Position des aufgeklärten jüdischen Antizionismus wählen, … haben wir noch immer das Problem der Ignorierung der schlimmsten Erfahrungen des 20. Jahrhunderts, die den aufgeklärten jüdischen Antizionismus als eine totale Illusion entlarven.“

Die Rede des Vorsitzenden der Linken ähnelte einer Rede von Kanzlerin Angela Merken nur einige Monate zuvor vor der israelischen Knesset, wo sie erklärte dass „Israel`s Sicherheit Teil unserer Staatsräson“ ist.

In einer sarkastischen Beurteilung von Gysi`s aussenpolitischem Wandel, schrieb der linke Kolumnist Werner Pirker: „Gysi bewundert die israelische Demokratie nicht trotz ihrer, sondern wegen ihrer Exlusivität… Mit seiner aussenpolitischen Rede für Israel bestand Gregor Gysi seinen aussenpolitischen Test.“

Im Juni 2011 setzte Gysi ein de facto Maulkorberlass für seine Partei durch den „Drei Punkte Katalog“ ein. Da steht folgendes geschrieben: “ Wir werden weder an Initiativen im Nahen Osten teilnehmen die eine Ein-Staaten-Lösung für Israel und Palästina fordern (1), noch für Rufe für den Boykott von israelischen Produkten (2), noch werden an der diesjährigen Gaza-Flotilla (3) teilnehmen. Wir erwarten von unseren persönlichen Angestellten und unseren Fraktionsangestellten dass sie diese Positionen einhalten.“

Einen Monat später stimmte die Exekutive der Linken zum ersten Mal für eine Anerkennung von Israels „Existenzrecht“. Unter denen die den Lob für diese Abstimmung und für den andauernden Druck auf Gysi für sich beanspruchten, war eine erst kürzlich gegründete pro-Israel Organisation mit dem Namen „BAK Shalom“.

Die Anti-Deutschen

BAK Shalom zog seine Mitgliedschaft von Anhängern aus der bizarren Bewegung „die anti-deutsche Linke“ – kurz die Anti-Deutschen. Nach der Wiedervereinigung gegen die Phantombedrohung eines zweiten Holocausts und der angeblichen Opposition zum deutschen Nationalismus aus der Taufe gehoben, beabsichtigte die anti-deutsche Bewegung linke, antifaschistische Zirkeln zu infiltrieren um für unerschütterliche Unterstützung für die israelische Regierung zu werben und um die traditionellen Netzwerke der linken Organisationen zu unterminieren. BAK Shalom`s Manifest verspricht „Solidarität mit Verteidigungsmassnahmen jedweder Art“ gegen die Palästinenser und stellt sich hinter die amerikanische Aussenpolitik aus reinem reaktionären Impuls heraus: Amerika ist Israel`s aggressivster Patron und das ultimative Ziel von den Feinden Israel`s, deshalb müssen die Gegner des „Antisemitismus“ totale Unterstützung für (Amerika) gewähren.

Antideutsche Ideologen entsprangen aus marxistischen und anarchistisch Intellektuellen Zirkeln, sie sind vereint in ihrer Opposition zum wie sie es nennen „regressiven Antikapitalismus“. Weil „komplexe und abstrakte Kapitalisten Beziehungen als Juden personifiziert und identifiziert wird“, ist gemäss dem BAK Shalom Manifest Antikapitalismus eine subtile, aber gefährliche Form von Judenhass. 2012 mobilisierten anti-deutsche Aktivisten eine Gegenbewegung gegen die Blockupy Bewegung die die Europäische Zentralbank und die Deutsche Bank in Frankfurt „besetzt“ hatte, und beschimpften sie als inhärent antisemitisch nur weil sie gegen den globalisierten Kapitalismus waren. Unfähig Juden als Individuen oder als normale Menschen mit unterschiedlichen Sichtweisen zu betrachten, haben die anti-Deutschen ungewollt die antisemitische Trope von jüdischer Kontrolle über die Weltfinanz gefördert.

2003 sind Hardcore anti-Deutsche Aktivisten auf die Strasse gegangen um für George W. Bush`s Irak Invasion zu demonstrieren. Auf Demonstrationen zur Unterstützung von Israels Angriffen auf Süd-Libanon und Gaza schmetterten anti-deutsche Kräfte Gesänge an der Seite von rechtsextremen Jewish Defence League Militanten und trugen israelische Fahnen neben den rot/schwarzen Bannern die aus anti-faschistischen Kräften bekannt sind. Einer der TOP-Ideologen der Bewegung, der österreichische Politwissenschaftler Stephan Grigat, steht einer pseudo-Gruppe mit dem ironischen Namen „Stop the Bomb“ bevor, die sich für unilaterale Bombenangriffe gegen den Iran einsetzt. Grigat arbeitet eng mit rechtsgerichteten Organisationen wie das Simon Wiesenthal Center sowie die ultrazionistische BAK Shalom Verbündete wie Petra Pau der Linken.

Es mögen nur ein paar tausend Deutsche sein die sich mit den Anti-Deutschen identifizieren. Die intellektuelle Avantgarde der Bewegung, eine Sammlung von mürrischen kritischen Theoretikern und politischen Wissenschaftlern die sich um obskure Journals wie die Bahamas scharen, zählt maximal wenige Hunderte. Gemäss dem BAK Shalom Sprecher und Mitglied der Linken, Benjamin Krüger, zählt seine Organisation nur 140 Mitglieder. Aber dank der Holocaust Schuld die die deutsche Gesellschaft durchdringt, operieren diese Elemente auf fruchtbarem Boden. Indem Jugendgruppen der Linken und der Sozialdemokraten sowie linke Schlüsselorganisationen wie die Rosa-Luxemburg Stiftung infiltriert wurden, erklärte der Übersetzer und anti-Rassismus Aktivist Maciej Zurowski, „sind die Anti-Deutschen Elemente strategisch gut platziert um „junge Talente“ zu fördern, während sie den Gegnern die Geldzufuhr abschneiden.“

Wo sie vorher nur auf den Schwergewichtsbereich des (deutschen) politischen und Finanz-Establishments beschränkt war, konnte die pro-Israel Lobby schliesslich durch solche sektiererische Gruppierungen eine Basis in der deutschen Linken sichern.

Guter Jude, schlechter Jude

Im Jahr 2009, zwei Jahre nach der Gründung von BAK Shalom, zwang eine Hexenjagd den Linken Politiker Hermann Dierkes seine Kampagne für die Wahl zum Bürgermeister der Stadt Duisburg aufzugeben. Er wurde des „puren Antisemitismus“ vom Zentralrat der Juden beschuldigt, weil er die palästinensisch geführte BDS Kampagne (Boykott, Diversifizierung, Sanktionierung von Israel) unterstützte: eine Menschenrechtskampagne die die Unterstützer von Israel in Deutschland routinemässig mit dem Boykott der Juden aus der Nazi-Ära vergleichen.
Im selben Jahr zwang der Druck der Israel Lobby die Münchner Stadtverwaltung einen Auftritt des dissidenten israelischen Historiker Ilan Pappe zu streichen. Pappe protestierte danach dass sein Vater „auf die gleiche Weise als deutscher Jude in den 1930er Jahren zum Schweigen gebracht wurde.“

2010 verlangte BAK Shalom die Stornierung einer von ein paar anti-imperialistischen Bundestagsabgeordneten der Linken organisierten Rede von Norman Finkelstein, einem sehr bekannten Politwissenschaftler (auch ein Jude wie Ilan Pappe) der eine äusserst kritische Haltung gegenüber Israel`s Politik hat. BAK Shalom Führer beschuldigten Finkelstein, dem Sohn von Holocaust Überlebenden, des „historischen Revisionismus“ und das er „international populär unter den Antisemiten“ wäre – schuldig durch Assoziierung von ungenannten Bösewichten. Weinthal verstärkte die Attacken noch indem er in der Jerusalem Post behauptete, dass Finkelstein „sich subtilem Antisemitismus anbiedert.“ Als seine Events durch die Rosa-Luxemburg Stiftung storniert wurden und seine finanzielle Unterstützung der den Grünen nahestehenden Heinrich Böll Stiftung verloren hat, stornierte er sein Flugticket und blieb zu hause in Brooklyn.

Im selben Jahr erhöhte BAK Shalom den Druck auf ihre Verbündeten innerhalb der Linken um sich der Abgeordneten Groth und Höger zu entledigen. Diese zwei Abgeordneten waren auf der Free Gaza Flotilla und verbrachten Zeit in einem israelischen Gefängnis nachdem israelische Marinekommandos neun Passagiere an Bord der Mavi Marmara massakriert haben. Nach ihrer Rückkehr nach Berlin wurden die zwei Politiker als Hamas Verbündete und Antisemiten gebrandmarkt, weil sie an einer humanitären Mission teilgenommen haben. Die Attacken bereiteten den Sturm vor der losbrechen würde, als Groth und Höger sich entschieden mich und Sheen einzuladen und sich mit uns zu einem Gespräch im Bundestag zu treffen.

Als die berühmte jüdisch-amerikanische Gelehrt und ausgesprochene Israel Kritikerin Judith Butler mit Frankfurts Prestigeträchtigen Theodor Adorno Preis 2012 ausgezeichnet wurde, eskalierte Deutschland`s Israel Lobby ihre Kampagne zur Unterdrückung der freien Rede über das Thema Israel. Bei dem Protest von Matthias Kuntzel vor der Frankfurter Kirche wo Butler ihren Preis erhalten sollte, einem anti-deutschen Akademiker und ehemaliger Berater der Partei der Grünen, beschwor Kuntzel das Schreckgespenst eines zweiten Holocausts auf deutschem Boden hervor. Er bezeichnete Butler als die Schlüsselfigur der Vorläufer eines „neuen antisemitischen Diskurses“. Als die Demonstration vor der Kirche aufgepeitscht wurde, fühlte sich Butler gezwungen, die Zeremonie ihr zu Ehren durch einen Hintereingang zu betreten.

Mit rücksichtsloser Effizienz begründete Deutschlands Israel Lobby einen neuen jüdischen Verhaltenskodex: Juden die Israel uneingeschränkt unterstützen waren notwendigerweise „gut“, während diejenigen die sich für die Menschenrechte der Palästinenser einsetzen oder eine universelle Perspektive in Bezug auf den Holocaust ausdrücken absolut „schlecht“ sind. Die guten Juden würden mit Verherrlichung und öffentlichem Fetisch überschüttet, während die schlechten Juden (Finkelstein, Pappe, Butler, uvm.) boykottiert und mit der Antisemitismuskeule geschlagen werden können. Sogar die nichtjüdischen Enkel der Nazis sind willkommen um diese stumpfe Waffe gegen die schlechten Juden zu erheben. Durch die Unterdrückung kritischer Diskussion über Israel, wurden sie vom Makel des Holocausts gereinigt und dadurch in der Lage, eine Rolle des Richters in der alten Frage zu spielen: wer ist ein Jude?

Letztes Jahr wurde ich auf einer schwarzen Liste als schlechter Jude etikettiert, das der deutschen Israel Lobby als einziges Kriterium meiner Arbeit dienen sollte.

Adelson`s Mann in Berlin

Im Dezember 2013 tauchte mein Name auf der Liste der top „antisemitischen/anti-israelischen Beleidigungen“ des Simon Wiesenthal Centers auf. Ich war Nummer 9, zusammen mit der Pulitzer Preisträgerin Alice Walker und acht Plätze hinter Ayatollah Khomeini. Es war ein lächerliches Dokument des Neo-McCarthyismus gefüllt mit Verzerrungen, Übertreibungen und bizarren Ungereimtheiten. In Amerika wurde es ignoriert wenn es nicht verspottet wurde.

Die Listung geschah aufgrund meines neuen Buches „Goliath: Leben und Abscheu in Gross-Israel“, aber es wurde nicht ein einziges Fakt der 450-seitigen Arbeit bestritten. Anstatt das sie die Substanz meines Buches ansprachen, haben es dem Wiesenthal Center viele Titel der einzelnen Kapitel angetan, wo sie behaupteten dass ich direkte Vergleiche zwischen Israel und Nazi-Deutschland gezeichnet habe, obwohl diese Kapiteltitel aus Aussagen von Leuten genommen wurden, die die aktuellen Vorfälle in Israel beschrieben haben. Tatsächlich hat nichts was ich geschrieben oder gesagt habe die Schärfe eines kürzlichen Kommentars des berühmten israelischen Schriftstellers Amos Oz erreicht, der die gewalttätigen jüdischen Siedler als „hebräische Neo-Nazis“ bezeichnet hat.

Während Oz diesen Monat der Sigfried Lenz Literatur Preis durch den deutschen Aussenminister Frank-Walter Steinmeier überreicht wurde, wurde ich als Antisemit von den Führern der mutmasslichen deutschen linken Partein verurteilt, die ausschliesslich mit der Wiesenthal-Liste durch den neokonservativen Publizisten Benjamin Weinthal informiert wurden.

Als ehemaliger Journalist der zwischen kleinen linksorientierten Journalen erfolglos hin und her hüpfte, fand Weinthal seinen Ruf als engagiertester Arbeiter der Israel Lobby in Berlin. Seine Karriere wurde seitdem von dem neokonservativen Think Tank „Foundation for the Defence of Democracies“ (FDD) in Washington D.C gefördert. Dieser Think Tank wird zum Teil von dem Kasinomogul Sheldon Adelson finanziert, einem der TOP Gönner der (amerikanischen) Repulikaner und Israel`s rechtsgerichteter Likud Partei, der vor kurzem erst murrte dass Israel „keine Demokratie braucht“ und das er „Journalismus nicht mag“. FDD warb für die präventive Invasion des Iraks und präventive Bombardierung des Irans, sowie Netanyahu`s expansionistischer Politik in den besetzten palästinensischen Gebieten. Auf der FDD Webseite als „unsere Augen und Ohren auf dem Boden von Zentraleuropa“ beschrieben, veröffentlicht Weinthal regelmässig seine Arbeit auf der rechtsgerichteten englischsprachigen Tageszeitung Jerusalem Post. (Herausgeberin ist Caroline Glick, die dem ganz rechts stehenden Center for Security Policy angehört und vor kurzem ein Buch veröffentlicht hat: „The Israeli Solution: a One-State Plan for Peace in the Middle East“, in dem sie für die komplette Ausradierung palästinensischer Rechte einsteht.)

In den Tagen vor unserer Ankunft (in Berlin), telefonierte Weinthal mit Gysi, Beck und einer ganzen Reihe von lokalen Israel Lobbyisten um für die Verurteilung meiner Person, David Sheen und unseren Gastgebern zu werben. Da Gysi der englischen Sprache nicht mächtig ist, war er auf Weinthal sowie auf die Rezitation des Simon Wiesenthal Center`s als Übersetzer angewiesen. Gysi war offensichtlich verängstigt und eingeschüchtert gewesen. Als er mich fälschlicherweise beschuldigte israelische Soldaten als „jüdische Nazis“ bezeichnet zu haben, war klar dass er sich nie die Mühe gemacht hat um die Anschuldigungen gegen mich zu untersuchen. Tatsächlich wurde der Begriff  „jüdische Nazis“ von dem weithin verehrten israelischen anti-Establishment Philosoph Yeshayahu Leibowitz geprägt, der von den Israelis als einer der einflussreichsten jüdischen Anführer aller Zeiten (in Israel) gewählt wurde, und den ich in meinem Buch näher beschrieben habe. In seinen Anklagen gegen Rassismus und Militarisierung, warnte Leibowitz die Israelis davor sich in ihren schlimmsten Albtraum zu verwandeln. Als eine hektische Puppe die an der Schnur von einem dreckigen neokonservativen Trick tanzt, bewies Gysi dass er ebenfalls ein Ignorant über Israel ist.

Sobald die Volksbühne dem Druck der Israel Lobby nachgab und die Bühne für den Auftritt mit mir und David Sheen stornierte, telefonierte Weinthal mit dem Dekan des Simon Wiesenthal Center Rabbi Abraham Cooper. „Die Deutschen sollten dankbar sein dass einige wichtige Funktionäre der Linken (Partei) gehandelt haben um diese Schändung und Perversion der Erinnerung zu verhindern“, gab Cooper an.

Als dann „Toilettengate“ ausbrach, griffen die deutschen Medien nach dem Simon Wiesenthal Dossier, die Weinthal gerne zur Verfügung stellte, als einzige Referenz zu meiner Arbeit. Wie Gysi beschuldigte mich Der Spiegel fälschlicherweise israelische Soldaten als „jüdische Nazis“ genannt zu haben, und weigerten sich zu antworten als ich eine Korrektur verlangte. Keine einzige der grossen Medien die über diesen Vorfall berichteten, machten sich die Mühe um David Sheen oder mich um einen Kommentar zu fragen. Stattdessen hämmerte die deutsche Presse auch unseren angeblichen „Antisemitismus“ heraus, ohne einmal inne zu halten und skeptisch die Sache zu hinterfragen oder mich um eine Stellungnahme zu fragen.

Die aggressivsten Attacken kamen von Zeitungen die zum Axel Springer Verlag gehören, Deutschland`s Version von Rupert Murdoch`s News Corp. Eine Bastion von gelber Presse, nötigt Springer alle seine Mitarbeiter (Anm. Redakteure und Journalisten) einen Loyalitätsschwur auf Deutschland`s besonderer Beziehung zu Israel abzugeben. Als die Springer Zeitung „Die Bild“ mich und Sheen als „verrückte Israel Hasser“ beschrieb, gab mir ein Freund die Telefonnummer des politischen Redakteurs der Zeitung, Ralf Schuler.

„Warum haben Sie nicht versucht mich nach einem Kommentar zu fragen?“ fragte ich ihn.

„Weil ich es nicht muss. Ich will nicht mit Ihnen reden oder hören was Sie zu sagen haben“, sagte Schuler.

„Sie wollen uns also bloss anschmieren?“

„Ja!“ erklärte er mit Nachdruck. „Und damit hat es sich.“

Schuler fragte mich in einem anklagenden Tonfall ob ich tatsächlich ein „Antisemit“ wäre. Dann hing er abrupt auf.

Die Exilanten

Mein letztes Gespräch in Berlin nahm in einem antiseptischen Klassenzimmer innerhalb des höhlenartigen Hauptgebäudes der Technischen Universität der Stadt statt. Während meiner Präsentation kam ich auf den Fall von Ibrahim Kilani zu sprechen, einem deutschen Staatsangehörigen der zusammen mit dem grössten Teil seiner Familie während des israelischen Angriffs auf den Gaza Streifen diesen Sommer ums Leben kam. Die deutsche Regierung verurteilte dieses Massaker nicht, noch bemühte sie sich um der restlichen Familie in Deutschland das Beileid auszusprechen. Stattdessen wurde Israel nur gefragt die Umstände die zum Tod der Familienmitglieder geführt haben zu klären.

Das Schweigen der Regierung über die Kilanis wühlte die 80`000 Mann starke Gemeinschaft der palästinensischen Immigranten in Deutschland auf. Als meine Rede endete, erklärte die junge palästinensisch-deutsche Anwältin Nadia Samour die diesen Anlass mitorganisierte, dass sie sich nicht mehr länger in Deutschland zuhause fühlt nachdem sie mitbekommen hat wie ihre Regierung diesen Mord gehandhabt hat. Ihr Gefühlt der Entfremdung war fast omnipräsent unterhalb den vielen geschulten und weltlichen Arabern die ich während meinem Aufenthalt in Deutschland getroffen habe. Und es war kaum überraschend.

In dem vorgeschlagenen Einbürgerungstest in Hessen aus dem Jahr 2006, wurde von Immigranten erwartet ihre Unterstützung für Israels „Existenzrecht“ zu bestätigen. Der letzte Bundeskanzler Gerhard Schröder der Sozialdemokraten, polterte öffentlich gegen einen Zwang von den Immigranten einen Loyalitätsschwur (Anm. auf ein Drittland!) zu leisten, während die gegenwärtige Kanzlerin Merkel erklärte dass der „multikulti absolut gescheitert ist“. In einer Umfrage aus dem Jahr 2010 erklärten sich 55% der gefragten Deutschen mit der Meinung einverstanden, dass Araber ein „unangenehmes Volk“ wären. In den letzten Jahren waren die Medien voll mit Kommentaren die die muslimischen und arabischen Immigranten als Brutstätte von potentiellen Rekruten für Gruppen wie Al Qaida oder ISIS beschrieben.

Immigranten in Deutschland werden bei jeder Gelegenheit dazu gezwungen der Leitkultur Beachtung zu schenken, dem nationalen Narrativ der den Ausdruck der Schuld für den Holocaust fordert, obwohl sie damit nichts zu tun haben. Für Palästinensisch-Deutsche dient diese Leitkultur dazu ihr eigenes Narrativ über die Enteignung zu unterdrücken.Wie Ibrahim Kilani`s einzig überlebender Sohn Ramsis dem Journalisten Emran Feroz sagte, „in Deutschland werde ich als Antisemit bezeichnet nur weil ich von mir sage das ich ein Palästinenser bin.“

Während Palästinenser aus dem deutschen öffentlichen Diskurs ausgeschlossen werden, stellt sich eine unwahrscheinliche Immigrantengruppe gegen diesen nationalen Konsens. Ungefähr 20`000 israelische Juden haben in Berlin Zuflucht gesucht, weil sie vor einem Staat der vom Militarismus und religiösem Fieber überrannt wurde geflohen sind, für ein Leben in einer stabilen sozialen Demokratie. Die meisten sind jung, kosmopolitisch und absolut gegen die Regierung von Netanyahu. Als Merkel und eine Gruppe von deutschen Politfiguren, inklusive Gysi, diesen Sommer eine Demonstration gegen „Antisemitismus“ organisiert haben die sich zu einer Doppeldemo zur Unterstützung von Israels Angriff auf Gaza entwickelt hat, organisierte eine Gruppe von israelischen Exilanten eine Gegendemo. Sie hielten ein grosses Banner mit den Worten „Merkel, gib uns Pässe, nicht Waffen!“ hoch.

Einer dieser Israelis erhob sich nach meiner Rede in der Technischen Universität. Er stellte sich als Schriftsteller vor, der zu dem ernüchternden Feststellung gekommen ist, dass es für ihn keine Zukunft in Israel gibt. Er sagte dass er sich davor fürchtet seinen Sohn in einer Umgebung aufwachsen zu lassen, die die israelischen rechtsgerichteten Herrscher „unbewohnbar“ gemacht haben. Die Beziehung zwischen israelischen Juden und Palästinensern wären nicht mehr reparierbar, sagte er, so dass die Zwei-Staaten Lösung die einzig verbliebene Option ist die die zwei Gruppen trennen kann.

Ein palästinensischer Flüchtling mittleren Alters erhob sich von seinem Platz. „Mit ihrer Zwei-Staaten Lösung kann ich nie wieder nach Hause zurückkehren“, sagte er. „Sie müssen verstehen dass wir Palästinenser kein Problem damit haben mit Juden zusammenzuleben. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass wir kein Recht haben auf unserem Land zu leben.“

Der israelische Schriftsteller widersprach nicht und schlug auch nicht zurück. Stattdessen hörte er geduldig zu als der nächste Sprecher, Abir Kopty, ein palästinensich-israelischer Aktivist aus Nazareth der einem Studium in Berlin nachgeht, seinen Vorschlag für einen binationalen Staat machte. Einige deutsche Aktivisten schlossen sich dem an und zeichneten eine Vision der Gleichberechtigung, genau das was Gysi`s Maulkorb den Mitgliedern der Linken Partei verboten hat zu verfolgen.

Als sich die Diskussion in den Gang verlagerte, verschwanden sämtliche Differenzen die noch während der Frage- und Antwortzeit bestanden haben und wurden zu einer Kameradschaft die immer zwischen Aussenseitern besteht. Die israelischen Exilanten und die palästinensischen Flüchtlinge sind in Deutschland als Opfer der westlichen Aussenpolitik angekommen, jeder auf seine eigene Weise zum Opfer gemacht. Jetzt kämpfen sie zusammen für eine freie und offene Debatte. Und zusammen mit dem Rest von uns, taumelten sie von der Kraft der nationalen Antisemitismuskeule.“