in Asien

Gewinnt Rodrigo Duterte das Rennen um die Präsidentschaft, könnten die Philippinen das vor dem Putsch befindliche Brasilien als Teil der BRICS-Gruppe beerben. Dann hieße diese wohl PRICS.

Während die politische Nomenklatura der Philippinen eigentlich ein recht gutes Verhältnis zu den USA besitzt, welche das Land einige Zeit lang als Kolonie beherrschten, kann sich der aussichtsreichste Präsidentschaftskandidat im aktuellen Kampf um den Posten des Präsidenten des Landes, Bürgermeister Rodrigo Duterte, mit den „Freunden aus Übersee“ nicht wirklich anfreunden.

Duterte, der langjährige Bürgermeister der Hauptstadt Mindanaos, Davao City, ist nicht nur ein Law-and-Order-Typ, der mit brutalen Maßnahmen wie Todesschwadronen die Kriminalität in dem von den korrupten Oligarchen arm und dumm gehaltenen Land bekämpfen will, sondern auch ein strategisch denkender Mensch.

Innenpolitisch sucht er den Ausgleich mit den Muslimen, die vor allem in einigen Provinzen im Südwesten der Insel Mindanao die Bevölkerungsmehrheit stellen und sich mehr Autonomie wünschen und bekämpft gleichzeitig jene Extremisten, welche ein unabhängiges muslimisches Mindanao einfordern. Aber auch er scheint zu wissen, wer oftmals wirklich hinter den radikalen islamischen Gruppen steht – neben den Saudis ist dies nicht selten die CIA (Dazu reicht die Verbindung von CIA zu Al-Quaida und von dort zu Abu Sayyaf).

Außenpolitisch wird es jedoch wirklich interessant: Nachdem China bereits in der Vergangenheit bei einem Runden Tisch mit allen Staaten die im Südchinesischen Meer (Spratly Islands) Areale für sich reklamieren, versucht hatte eine für alle Seiten tragbare Verhandlungslösung zu finden, stellte sich die phhilippinische Führung später quer – weil Washington den quertreibenden Einflüsterer spielte. Doch wer die Amerikaner kennt, der weiß, dass diese ihre Verbündeten auch gerne mal im Stich lassen, wenn es sich innenpolitisch nicht mehr lohnt. Doch für die Philippinen ist China ein Nachbar, einer mit dem man umfangreiche wirtschaftliche Beziehungen unterhält noch dazu. Dann darf man nicht vergessen, dass ein enger Freund Dutertes ein chinesischer Geschäftsmann ist, was wohl durchaus einen gewissen Einfluss auf dessen Außenpolitik haben könnte.

Insofern erscheint es gar nicht einmal so abwegig, dass sich die Philippinen unter der Führung Dutertes stärker von den USA abwenden und sich im Gegenzug dann auch enger an das wirtschaftlich und finanziell mächtige China binden. Dies würde auch Russland die Möglichkeit eröffnen, über die diplomatischen Kanäle die bislang eher unterentwickelte wirtschaftliche Zusammenarbeit auszudehnen. Zudem wäre das südostasiatische Land ein passender Ersatz für Brasilien, welches aufgrund des zu erwartenden politischen Umsturzes wohl aus der BRICS-Gruppe ausscheiden und sich den USA zuwenden könnte.

Man mag von Duterte halten was man will – aber in Sachen Außenpolitik könnte der umstrittene Politiker durchaus neue Akzente setzen und die Karten in der Region neu mischen. Auch wenn ihn das zum Ziel von False-Flag-Operations der CIA machen könnte, welche die Interessen des amerikanischen „Shadow States“ vertritt. Wir dürfen jedenfalls gespannt darauf sein, wie es nach den Wahlen um 9. Mai weitergeht.

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Kommentar

  1. Der Text ist von wenig Sachkenntnis über die innenpolitischen Verhältnisse und die Person des Bürgermeisters Duterte getrübt. Seit den 90-er Jahren sind in „seiner“ Stadt, der Millionenmetropole Davao, mehr als 1000 Menschen, darunter hunderte Straßenkinder, Opfer der sogeannnten „Todesschwadrone“ geworden. Duterte hat mehrfach öffentlich zugegeben, deren Initiator zu sein. Für die ersten sechs Monate seiner Präsidentschaft verspricht er,, „weitere 100 000 zu töten“. Er kündigt an, sich selbst vom Vorwurf des Massenmordes freizusprechen und auch die die Täter der „Todesschwadrone“ – auch die künftigen – nicht zu bestrafen. Das Land taumelt aus eine Diktatur zu, wie unter Marcos, den Duterte verklärt und verehrt.

  2. Ich reise seit 25 Jahren in regelmässigen Abständen nach Davao und in den Süden Mindanaos. Davao ist heute nicht wiederzuerkennen, ein Verdienst von Duterte. Ich setze grosse Hoffnung in ihn und traue ihm viel zu. Er räumt auf. Mit den anderen Kandidaten bleibt alles beim Alten.

  3. Sehr schön, gerade hier einen Artikel zu lesen, der das vielleicht im Moment interessanteste Kapitel macht-elitären Geschehens in der Welt aufgreift:

    Ein Mann bekämpft ein durch und durch korruptes System (mit internationalen Verbindungen, a.v. der USA) mit dessen eigenen Mitteln und (sprichwörtlich) Waffen, und das mit enormer Wirkung – möge man halten davon, was man will – denn das Volk steht geschlossen hinter ihm.

    Dies bedarf mehr an differenziert investigativer Berichterstattung statt einseitiger emtionsgeladener Systemtröten-Polemik….