in Finanzsystem

Wird der Goldpreis manipuliert? Wer steckt dahinter?

Der Goldpreis sackt derzeit nach unten. Das ist ungewöhnlich. Gerade in Zeiten unsicherer politischer Entwicklungen, im Handelskrieg zwischen China, USA, Russland und der EU, in Zeiten des Rückzugs der USA aus Menschenrechtsorganisationen sollte der Preis steigen. Gold gilt als Vertrauenswährung. Nun hat der Goldpreis den tiefsten Stand der vergangenen sechs Monate erreicht.

Ab Freitag sackt die Notierung

Es ging los am Freitag. Etwa um die Mittagszeit fing der Goldpreis an zu rutschen. Deshalb lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen. Der Goldpreis ist genau ab dem Zeitpunkt nach unten gesackt, als China selbst in den Handelskrieg eingriff. Die Chinesen hatten angekündigt, die USA mit Strafzöllen zu überziehen. Als Gegenschlag zum US-Handelskrieg. Die USA hatten chinesische Güter mit Strafzöllen belegen wollen – im Umfang von gleich 50 Milliarden US-Dollar.

Sofort begann die sogenannte Flucht in den Dollar. Auch der Dollar gilt als Schutzhafen, wenn die internationale Unsicherheit zu groß wird. Der Dollar ist faktisch „die“ Weltwährung, nachdem die USA weltweit teils militärisch die Akzeptanz des Dollars durchgesetzt haben, etwa beim Ölpreis. Solange in Dollar gehandelt wird, bleiben die USA am Drücker. Experten sind nun der Meinung, die Dollarflucht hätte gar nicht einsetzen dürfen, da die USA ihre Strafzölle bereits längere Zeit vorher angekündigt hätten.

Genau deshalb wird hier mit einem Vorwand gerechnet. Am Freitag wurden insgesamt nach Angaben verschiedener Beobachter, hier zitiert unter anderem aus dem „Focus“, 260.000 Gold Futures verkauft worden. Dies sind Termingeschäfte, die darauf beruhen, dass eine Partei einer anderen den Verkauf oder Kauf zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem fixen Preis garantiert. Ein Verkauf wiederum signalisiert die abnehmende Bereitschaft, zu einem bestimmten Preis zu liefern. Mit anderen Worten: Der Markt wurde künstlich unter Druck gesetzt. Sinkende Preise sind dann der Lohn für Spekulanten, die genau darauf per Futures gesetzt hatten.

Da der Futures-Markt den realen Goldmarkt im Handelsvolumen um ein Mehrfaches übertrifft, wird an den Future-Märkten der Goldpreis maßgeblich mitbestimmt. Täglich werden Futures im Wert von gut 20 Milliarden Dollar gehandelt, während die jährliche Goldschöpfung (Neugewinnung) bei den aktuellen Goldpreisen einen Wert von ungefähr 130 Milliarden Dollar hat.

In der Vergangenheit hat sich oft gezeigt, dass gerade US-Banken wie Goldman Sachs den Goldpreis „manipuliert“ haben -oder jedenfalls unter Verdacht standen, den Preis nach unten zu drücken. Zahlreiche Analysen aus dem Haus deuteten an, dass der Preis sinken würde. Gleichzeitig war die Bank im Besitz von Futures, bei denen sie zu einem bestimmten Goldpreis liefern müsste – zu gegebenen Zeitpunkten. Diese „Short“-Spekulation auf fallende Preise ist in vielen Fällen aufgegangen, wie sich vor Jahren zeigte, als der Goldpreis bis auf annähernd 1.000 Dollar pro Unze nach unten fiel.

Die tatsächlichen Einflüsse am Markt sind indes nicht so gut überschaubar, dass Täter und Opfer in jedem Fall identifiziert werden könnten. Wer wie viele Futures hält und welche Lieferverpflichtungen damit eingegangen werden, ist so gut wie nicht zu ermitteln. Auffallend sind deshalb lediglich große Massenbewegungen an Futures sowie ein Nachrichtenstrom gerade aus den US-Banken, der den Goldpreis beeinflussen kann.

Insofern fehlt in diesem Beispiel bislang der letzte Beweis für eine Goldpreismanipulation. Die sehr hohen Handelsvolumina der Futures im Zusammenhang mit der Verkündung der Strafzölle als Vorwand legen jedoch mit höherer Wahrscheinlichkeit nahe, dass der Preis zumindest beeinflusst werden sollte.

Das wiederum bedeutet auch, dass der Goldpreis keinesfalls dauerhaft auf dem aktuell niedrigen Niveau verharren wird. Spekulanten verdienen an der kurzfristigen, überraschenden Bewegung, von der aus es Rückzugsbewegungen geben wird.

Die Spannung steigt – denn auch die Dollar-Spekulation läuft auf Hochtouren. Die Rückzugsgefechte aus dem Euro-Raum laufen. Die Kapitalströme aus Italien in das Ausland sollen aktuell bereits sehr hoch sein. Die Krise zeigt ihre Vorzeichen.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Sehr geehrte Redaktion,

    ein Kommentar von mir ist nach dem Absenden verschwunden.
    War das eventuell eine technische Panne, wo auch immer, auf dem langen Datenweg?

    Oder gab es Gründe, ihn nicht zu veröffentlichen, dann reicht ein kurzes „Ja“ und ich akzeptiere es.

    • Hallo gerifreki,
      wir löschen generell keine Kommentare. Gerade Neopresse steht für freie Meinungsäußerung ein. Wir filtern lediglich Beleidigungen und dergleichen heraus.

      Bitte versuchen Sie erneut Ihren Kommentar zu senden. Der Fehler muss technischer Natur gewesen sein. Dies gilt für alle Betroffenen.

      Mit freundlichen Grüßen.

    • Was gehört zum Artikel, was ist Werbung? War früher besser, die Werbung macht NP unlesbar.

      und nur noch redaktionsbeiträge? sind die „freien autoren“ alle abgesprungen?

  2. Da Gold aufgrund seiner überschaubaren Fördermenge und den gleichzeitigen natürlichen Verlusten und im technischen Einsatz, ein begrenzt verfügbares Gut ist, lassen sich mit ihm exorbitante Gewinne einfahren.

    Diejenigen, die den globalen Goldmarkt und die Verteilerzentren (Banken) beherrschen, müssen nur dafür sorgen, dass die Angst- , Krisen- und Rückversicherungsanlage Gold, in bestimmten Zeitabständen zu ihnen „zurückfließt“ und das zu einem, für sie, günstigen Preis.

    Dafür eignen sich selbstinszenierte Abwärtskurse hervorragend.

    Es gibt noch einen anderen Grund für das Sinken des Goldpreises, das sind deutlich sinkende Arbeitslosenzahlen, steigende Entgelte, steigende Zinsen, Zukunftsoptimismus – genau das haben wir in den USA

  3. Wir sind weit weg von einer Freien Marktwirtschaft .
    Wir haben, wie unter totalitären Systemen üblich, umfassende Manipulation .
    So ist es auch beim Goldpreis . Es fällt auf, wie der Goldpreis seit einiger Zeit am fiat money Euro ( Etwa eine Billion wurde in den vergangenen Jahren pro Jahr „gedruckt“) festgeklebt ist .

    • du hast gar keine ahnung was ein totalitäres system ist. ein bisschen bildung würde dir nicht schaden. aber deine wortwahl gibt aufschluss. du fühlst dich „unten“. kleiner tipp: weniger np lesen, mehr aus dem eigenen leben machen.

    • Stimmt,…tatsächlich befinden wir uns in der Endphase des Weltfinanzsystems. Dabei ist so ziemlich alles auf Spekulation und somit Manipulation ausgelegt. Das kann nicht mehr lange gutgehen. Die Ablenkungsmanöver werden zunehmend drastischer. Die mediale Zensur und die fast monokausalen Themen, die die Nachrichten bestimmen, haben mit der Realität nur in sofern zu tun, dass sie durchaus berechtigte Ängste um die eigene wirtschaftliche Existenz unterfüttern. Wobei die wenigsten merken, dass die Ursachen zum geringsten Teil bei den „vermeintlichen Flüchtlingen, weil eigentlich Zuwanderern“ zu suchen wäre. Die Ursachen sind eigentlich im asozialen Finanzsystem mit ihren Schmarotzern zu suchen.

  4. Hexensabbat war an dem besagten Freitag! Fibonacci 78% angelaufen, somit hat Gold seinen Boden gefunden und steigt jetzt.

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  • Wird der Goldpreis manipuliert? Wer steckt dahinter? – Die Welt 23. Juni 2018

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