in Finanzsystem

Schweiz: Abstimmung über „echtes“ Geld – Die Vollgeldinitiative

Am Sonntag wird es in der Schweiz spannend. Das Nachbarland führt am Sonntag eine Volksabstimmung durch, in der es um nichts Bedeutenderes geht als das bestehende Geld bzw. die Geldsystematik. Bislang funktioniert auch die sogenannte Geldschöpfung in der Schweiz so, wie wir es bei uns kennen: Im Wesentlichen produzieren die Banken Geld, indem sie Kredite vergeben. Dafür benötigen sie nur etwa 10% der Spareinlagen als Sicherheit, den Rest (je nach Land eher mehr) schöpfen sie quasi aus dem Nichts – weil nicht jeder Sparer sein Geld einfach wieder abhebt. Jeder Kredit stellt nach der Bewilligung zunächst lediglich eine Forderung des Kreditnehmers auf seinem Konto gegen die Bank dar und kann fortan eingesetzt werden. Deshalb produzieren Kredite neues Geld.

Vollgeld: Die Alternative

Die Schweizer nun stimmen darüber ab, ob es eine sogenannte „Vollgeld“-Umstellung geben soll. Dies würde dem Bankensystem schaden, insofern es nicht mehr die Geldproduktion unter Kontrolle hätte und damit – so die Kritiker des Systems – automatisch auch Blasen herbeiführe. Das System ist perfide: Solange die Wirtschaft läuft, solange ein Bereich gut funktioniert und die Preise steigen wie etwa in der Immobilien-Boomphase der USA bis etwa 2006, werden auch immer mehr Kredite gegen die scheinbar sicheren Immobilien vergeben. Neues Geld heizt die Vermögenspreisblase an, ohne dass sich irgendetwas am „Gebrauchswert“, wie Karl Marx es umschrieben hätte, geändert hätte.

Wankt das System, fordern Banken ihre Kredite zurück, teils auch bereits vor dem formalen Vertragsende. Jeder eingezogene Kredit aber reduziert die Geldmenge wieder, sodass sich eine Abwärtsspirale in Gang setzen kann. Bei den Immobilien etwa stand der inzwischen größeren Menge neuer Immobilien in den USA immer weniger Geld gegenüber – die Preise sanken, die Sicherheiten schwanden über Nacht, die Panik wuchs.

Insofern möchte die Volksinitiative den Banken ihr Geldproduktionsmonopol einfach am liebsten nehmen. Wenn nur noch die Notenbanken selbst Geld produzierten, was sie bislang zu etwa 10% machen, dann sei dies sogenanntes „Vollgeld“. Die Kreditvergabe würde dann darauf beruhen, dass Banken nur das Geld ausgeben können, was sie wirklich von den Sparern erhalten.

Banken wollen dies vermeiden – Volkswirte haben Angst vor der lähmenden Kraft dieser Kreditsperren. Wir interessieren uns für Ihre Meinung – und den Ausgang der Wahlen GEGEN die Banken.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Ist doch Sonne klar: Jeder Schuh- oder Traktoren Verkäufer kann das eine paar Schuhe oder den einen Traktor nur an einen Kunden verkaufen. Nur die Bankster können wegen einem Buchhaltiungsbbeschiss den selben einen Kredit an mehrere Kunden gleichzeitig vergeben. Notabene nicht vorhandenes Geld! Das ist Betrug im höchsten Mass. Genau wegen dieser illegalen Tätigkeit wird es bald zum Finanzcrash kommen.

  2. Dies wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Ich denke allerdings, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht über dieses kriminelle System korrekt informiert ist. Die MainShit-Lügenpresse hat hauptsächlich im Interesse der Bankster-Lobby berichtet.
    Mehr als 20% Zustimmung wird es nicht geben. Leider ?

  3. NEOPresse: „Wir interessieren uns für Ihre Meinung – und den Ausgang der Wahlen GEGEN die Banken“ – ist das hier ein Gesellschaftsspiel oder eineneue Art von Journalismus?

    Wenn ich nicht zufällig Finanzexperte bin, wird meine Meinung höchstens Meinungsforscher und Soziologen interessieren. Ich würde im Zweifel aber lieber gern dazu lernen statt auf meine bescheidenen eigenen Vorstellungen abgeklopft zu werden!

  4. Angefangen bei Karl Marx „Das Kapital“ über Gottfried Feder „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft“ bis zu einigen Schriften von Christian Felber, wird das Grundproblem der Geldwirtschaft und insbesondere des international operierenden Finanzkapitals immer wieder dargelegt.

    Spätestens seit der Finanzkrise 2008 und den dann staatlich aufgelegten Rettungsschirmen (Bankenrettungen) muss eigentlich jedem klar sein, die internationalen Banken bestimmen über uns und die Politiker sind ihre Handlanger.

    So sind alle, die die Wahrheit sagen, dieses System ehrlich ändern wollen, auch mit Vollgeld, „Verschwörungstheoretiker“, „Spinner“ oder „Kommunisten“. Wobei die richtigen Kommunisten, DIE LINKEN, als Systempartei dazu schweigen.