USA werfen Übungsatombomben an der Grenze zu Russland ab

Die neue US-Atomwaffenstrategie, von der wir vor einigen Wochen berichteten, zeigt nun auch praktische Auswirkungen. Um weiter Druck auf die russische Regierung auszuüben, führte die US-Army Atomübungsbombenabwürfe in Lettland durch. Ein paar Wochen zuvor wurde die Möglichkeit geschaffen, in der Ukraine Atombomben zu stationieren.

An der Grenze gegen Russland

Schon seit längerem bereitet die NATO unter der Federführung der USA eine neue aggressivere Nuklearstrategie vor, um der „Aggression Russlands“ zu begegnen. Das erfuhr der britische „Guardian“ am letzten Mittwochabend aus Nato-Quellen. Nato-Vertreter ließen wissen, dass die Änderungen die stärkere Einbeziehung von Einheiten für nukleare Kriegsführung in laufende Manöver an den Grenzen Russlands sowie neue Richtlinien für eine nukleare Eskalation gegen Russland betreffen sollen.Es gibt eine ersthafte Sorge darüber, wie Russland sich öffentlich zu Nuklearfragen äußert. Daher gibt es in der Allianz eine ganze Menge Überlegungen über Atomwaffen“, sagte ein ungenannter Nato-Diplomat dem „Guardian“.

Dazu passt das neue ukrainische Gesetz mit der Bezeichnung „Gesetz über die Bedingungen der Streitkräfte anderer Staaten auf dem Territorium der Ukraine“, über das wir vor zwei Wochen berichteten. Darin heißt es, dass eine Stationierung von Nuklear- und Massenvernichtungswaffen auf dem Boden der Ukraine „bis zum Erreichen des Stationierungsziels“ legal ist. Vorher war dies per Gesetz ausgeschlossen.

Passend zur neuen NATO-Nuklearstrategie sind so längerfristige Stationierungen direkt an der Grenze zu Russland möglich, was für den Kreml eine riesen Sicherheitsbedrohung bedeutet. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass jenes neue ukrainische Gesetz ganz konkret im Zusammenhang mit möglichen US-Atomwaffenstationierungen auf ukrainischem Boden steht. Damit wären die Nuklearwaffen direkt an der Grenze zu Russland einsatzbereit.

Was genau sich die NATO und die USA unter der neuen Strategie vorstellen, wird in einem Bericht des US-Amerikanischen Militär-Think-Tanks „Center for Strategic and International Studies“ (CSIS), der fast zeitgleich mit dem ukrainischen Atomwaffen-Gesetz und der neuen NATO-Militärstrategie veröffentlicht wurde, mehr als deutlich. Darin heißt es, dass die USA ihr Atomarsenal „für einen Krieg gegen Russland, China oder eine andere Macht“ leichter einsetzbar machen sollen. Das Militär müsse eine Nuklearstrategie entwickeln, die den Realitäten des 21. Jahrhunderts entspreche und sich auf eine neue Generation von taktischen Gefechtsköpfen und Trägersystemen stütze.

Der CSIS-Bericht argumentiert, hochentwickelte taktische Atomwaffen würden es Washington ermöglichen, kleinere Atomkriege anzudrohen und zu führen, ohne sich von der Gefahr eines nuklearen Holocausts abschrecken zu lassen. Dies würde die Sicherheitslage der USA und der Welt verbessern und für Abschreckung sorgen.

Für weitere Informationen über die neue US-Strategie – NEOPresse: „Neue Atomwaffenstrategie der USA: Stationierungen an Russlands Grenze zur „Androhung kleiner Atomkriege“.

Abwürfe in Lettland

Nun werden entsprechende Strategien in Tat umgesetzt. Die Atomare Bedrohung Russlands durch die USA wird direkt im Baltikum ausgereizt. n. Denn die New York Times gab am 23.6.2015 bekannt, dass neun Atom-Übungsbomben über Lettland abgeworfen wurden, nahe der russischen Grenze mit baltischer militärischer Unterstützung. Das Ganze wurde gerechtfertigt mit der Notwendigkeit, einem Erstschlag der Russen zuvorzukommen. (Quelle: Stöver)