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Nestlé, der Wasserraub von Vittel und ein neues Gerichtsverfahren

Nestlé hat ein Problem in Vittel. Jüngsten Meldungen zufolge klagt Vittel gegen den Wasserraub vor Ort, wie Kritiker das Abpumpen des Quellwassers nennen. Denn das Mitglied der Kommission vor Ort, die dies entschieden hat, ist verheiratet mit einem Angestellten von Nestlé. Mögliche Interessenkonflikte sind also nicht ausgeschlossen. Gut wäre es, denn die Wasserprivatisierung ist eines der heikelsten Themen, die wir mit der Umweltpolitik tatsächlich lösen könnten. Watergate.TV hatte darüber vielfach berichtet. Hier einige wichtige Ausschnitte für Sie, um diesen Fall einzuordnen.

Wasser wird privatisiert – Danke EU

Wir hatten darüber berichtet, wie Wasser privatisiert wird. Die EU hat durch die Kommission bereits im Jahr 2013 zugesichert, dass die Wasserversorgung nicht wie viele andere Bereiche privatisiert werden würde. Doch schon Griechenland musste zwangsweise Wasser privatisieren. Verantwortlich: Die EU und ihre Bedingungen für die Finanzierung in der Schuldenkrise.

Nestlé allerdings sieht ohnehin kein Problem in der Privatisierung. Wie wir berichtet hatten, hat deren Vorstand Brabeck schlicht festgestellt, Wasser sei für ihn kein Allgemeingut, sondern habe einen Preis. Wie jede andere Ware auch. Das ist natürlich in der Form schlicht falsch und verloren.

Fakt ist: Jedes Gut, das zu einer Ware gemacht wird, kann einen Preis haben. Den machen die Marktteilnehmer oder oftmals auch der Staat. Jedes Gut, das nicht zu einer Ware gemacht wird, hat keinen Marktpreis. Ganz einfach. Preise sind nicht naturgesetzlich da, sondern werden von Menschen gemacht. Also bleibt es Menschen überlassen, ob Wasser einen Marktpreis haben soll oder nicht – hier geht es um Macht. Nichts anderes.

Die EU hat dies wiederum gefördert und zugelassen. Im Falle von Vittel wird Wasser abgepumpt, der Grundwasserspiegel sinkt und Vittel wird wiederum aus einer anderen, naheliegenden Region selbst mit Wasser beliefert.

Den Preis zahlen die Bewohner.

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Kommentar

  1. Ein hervorragendes Fazit im Artikel. Preise für Wasser ist kein Naturgesetz!
    Und ja, die Menschen sind verantwortlich für den öffentlichen Zugang eines Jeden zu Wasser. Und in einer Volksherrschaft ist der einzelne Mensch in seiner Gesamtheit der Staat, die Öffentlichkeit. Deshalb braucht es in Deutschland eine volksherrschaftliche Verfassung um das Recht auf Wasser für Jeden zu erhalten. Und um Rechte durchsetzen zu können, muß man Pflichten erfüllen.

    • Und in Deutschland, vor allen Dingen in größeren, landschaftlich gelegenen „Bade-„-Seen, wird bis zum Anschlag und sogar aufs Wasser hinaus privatisiert. Am besten sieht der Bürger dies, wenn nicht so viel Wasser aus den Bergen in den See fließt, der zuvor in Reservespeichern gehalten wird. Dann fällt automatisch der Wasserpegel, klaro. Die Spuren an den Ufergestaden sprechen für sich.

  2. Das sind so Großkonzern Ideen und Gehabe und Politik. Hier und bei Monsanto ist jetzt ein Schlußstrich zu setzen. Die Führungsebene gehört aus meiner Sicht sofort abgelöst (wenn nicht in Untersuchungshaft) und es gehören Gesetze gemachtr, die Wasser als Grundrecht, wie Luft und Sonne festschreiben.

  3. Die Politik wird nicht ein Gesetz erstellen um das Wasser als „Allgemeingut“ zu schützen. Dann würden sie freiwillig ihre Macht gegenüber uns Bürgern einschränken – und das wollen sie auf keinen Fall. Markt hat aber auch eine andere Komponente: Angebot und Nachfrage. Warum nutzen wir nicht alle diese Möglichkeit. Nicht den Vorstand absetzen, sondern einen Monat überhaupt kein Produkt von Nestle kaufen – konsequent. Das trifft und bewirkt wesentlich mehr, weil es den Kern des Unternehmens trifft: Geld und Macht.

  4. Die Verantwortung liegt bei jedem persönlich und nicht bei den Politikern, denn diese sind meistens korrupt. Kauft von jetzt an keine Nestlé-Produkte und deren Tochtergesellschaften mehr, dann gibt es in absehbarer Zeit diese Firma nicht mehr !! und das Problem hat sich von selbst gelöst !!

  5. Ich kaufe schon seit Jahren keine Nestle Produkte. Aber viel gebracht hat es bis jetzt nicht. Sicher habe ich auch schon Waren von Nestle aus Versehen gekauft, aber aus diesen kleinen Fehlern lernt man. Wir als Verbraucher können gut und gerne auf Produkte von Nestle verzichten, also wir brauchen Nestle nicht. aber der Konzern braucht uns als Konsument. Aber ich alleine kann nichts erreichen. Wenn dann müssten alle mitmachen. Doch das wird sehr schwer sein.