Altersvorsorgedepot: Der Wettbewerb um Ihr Geld hat begonnen

Noch bevor das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot 2027 an den Start geht, zeichnet sich ein intensiver Preiswettbewerb ab. Zahlreiche Banken, Broker und Fondsgesellschaften bereiten Angebote vor. Für Sie als Anleger könnte sich das lohnen: Einige Anbieter werben bereits mit kostenloser Depotführung und besonders günstigen ETFs.

Wer bislang für das Alter sparen wollte und dabei staatliche Förderung nutzen wollte, musste häufig komplizierte Verträge und vergleichsweise hohe Kosten in Kauf nehmen. Das neue Altersvorsorgedepot soll hier mehr Spielraum schaffen. Sie können künftig stärker auf Aktien und ETFs setzen und zugleich von staatlichen Zulagen profitieren. Eine Garantie auf das eingezahlte Kapital ist bei diesen Depots nicht vorgesehen.

Es gibt inzwischen viele Angebote

Wie eine Marktübersicht von Finanztip zeigt, sind bereits etliche angekündigt. Dazu zählen bekannte Namen wie Trade Republic, Scalable Capital, flatex, Smartbroker+, die Sparkassen mit der Deka und weitere Fondsgesellschaften.

Besonders auffällig sind die angekündigten Gebühren. Trade Republic und Scalable Capital wollen ihre Depots ohne laufende Depotgebühren und ohne Kosten für Sparplanausführungen anbieten. Bei ausgewählten ETFs sollen sogar die laufenden Fondskosten zeitweise oder unter bestimmten Bedingungen erstattet werden. Auch flatex, Smartbroker+ und Traders Place setzen auf günstige Konditionen. Die Deka hat für ihr Standarddepot ebenfalls eine kostenlose Depotführung angekündigt.

Allerdings sollten Sie bei solchen Angeboten genauer hinsehen. Manche Gebührenvorteile gelten nur während der ersten Jahre oder für bestimmte Fonds. Entscheidend ist deshalb, was Sie dauerhaft bezahlen. Gerade bei einer Altersvorsorge, die über 20 oder 30 Jahre läuft, können bereits kleine Unterschiede bei den jährlichen Kosten erhebliche Auswirkungen auf das spätere Vermögen haben.

Für die meisten Anleger dürfte außerdem die Frage wichtig sein, wie viel sie selbst bestimmen möchten. Bei einem freien Altersvorsorgedepot können Sie Ihre ETFs innerhalb des angebotenen Sortiments selbst auswählen. Andere Varianten übernehmen die Zusammenstellung und Anpassung der Geldanlage weitgehend für Sie. Beim sogenannten Standarddepot sind die jährlichen Effektivkosten gesetzlich auf 1 % begrenzt. Viele der bisher angekündigten Angebote liegen deutlich darunter.

Hinzu kommt die staatliche Förderung. Wer jährlich 1.800 € aus eigener Tasche einzahlt, kann eine Grundzulage von bis zu 540 € erhalten. Für förderberechtigte Kinder sind zusätzlich bis zu 300 € pro Kind vorgesehen. Damit kann der Staat einen erheblichen Teil zum langfristigen Vermögensaufbau beitragen.

Sie müssen sich allerdings nicht schon jetzt für einen Anbieter entscheiden. Die bisher veröffentlichten Konditionen sind Ankündigungen. Bis zum geplanten Start am 1. Januar 2027 können weitere Angebote hinzukommen und bestehende Preislisten verändert werden.

Für Sie zählt am Ende vor allem das Gesamtpaket: eine breite Auswahl kostengünstiger ETFs, dauerhaft niedrige Gebühren und ausreichend Freiheit bei der Geldanlage. Die ersten Ankündigungen zeigen immerhin, dass der Wettbewerb um die künftigen Altersvorsorgesparer bereits begonnen hat. Davon könnten insbesondere Anleger profitieren, die ihre zusätzliche Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen möchten.