In den vergangenen Tagen ist vielerorts darüber diskutiert worden, dass das Modell RCP 8.5 des Weltklimarats IPCC als „Business as Usual“ (Standardfall, wenn alles so läuft wie bislang) abgeschafft worden ist. Der Pfad sei nicht mehr plausibel, heißt es allerorten. Dabei wäre die Erde bis 2100 um bis zu 5 Grad aufgeheizt worden. Daran glaubt dieser Teil der Wissenschaft nicht mehr. Allerdings wurde es schon vor Jahren angezweifelt.
Es ist zu extrem. Es trifft nicht ein, so kann man die aktuelle Debatte wohl zusammenfassen. Welche Szenarien eintreffen, ist selbstredend umstritten. Allerdings werden derzeit wohl durchschnittliche Entwicklungspfade mit Erwärmungen von 2,5 bis 3,2 bevorzugt behandelt.
Was hat geholfen?
Die Debatte jetzt ist interessant, weil nun auch Stefan Rahmsdorf, vielzitierter Klimaforscher aus Potsdam, per Tweet eingeräumt ht, dass das Szenario nicht mehr plausibel sei. Dies wäre ein Erfolg der weltweit laufenden Energiewende. Dies ist erstaunlich, beruft sich Rahmsdorf dort doch auf Zeke Hausfather „von vor zwei Jahren“. Der hatte allerdings schon 2020 mit Glen Peters zusammen das Modell angezweifelt: „Emissions – The ‚business as usual‘ story is misleading“. Das ist also beendet. Seit langem.
Dann wäre die Frage, wie die Klimaktivitäten der zurückliegenden fünf Jahre dann dazu hätten beitragen sollen, wenn das Modell doch schon 2020 zu den Akten gelegt wurde. Rahmstorf hatte schon am 2. April 2023 selbst noch das Modell gefeiert. Die „Emissionen“ seien „closest to rcp 8.5“. Dieses Modell also würde wohl das am besten erklärende sein.
In einer Antwort von Zeke Hausfather selbst als Kommentar unter diesem Tweet hieß es übersetzt jedoch schon: „Gott sei Dank, nicht mehr wahr“). Jedenfalls für den Wissenschaftler Zeke Hausfather. Bleibt die Frage, auf welcher Basis nun die aktuellen Debatten um „gesundheitliche Folgen“ formuliert werden, mit denen Karl Lauterbach in der WHO um einen „Gesundheitsnotstand“ bittet. Wohlgemerkt: „Die“ hier zitierte Wissenschaft legt das Extremmodell beiseite und lehnt es ab. Nicht den Klimawandel selbst.