Von der Leyen weiter unter Druck: BioNTech-Impfstoff-Preise anders als dargestellt

Ursula von der Leyen gerät in ihrer Rolle als EU-Kommissionspräsidentin weiterhin unter Druck. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, BioNTech / Pfizer würden für ihren Impfstoff von der EU 54,08 Euro pro Dose verlangt haben. Dies sind mehr als 20mal so viel, wie etwa AstraZeneca für seinen Impfstoff haben möchte. Die Meldung hatte der bekannte „Rechercheverbund“ von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung“ herausgegeben.

Nun hat der Gründer von BioNTech die Meldung zurückgewiesen und damit auch massive Kritik an der EU ausgelöst.

EU mit Falschnachrichten?

Ugur Sahin, der Firmengründer, hat der „Bild“-Zeitung gegenüber erklärt, dass „die ersten Zahlen nicht das echte Angebot waren, sondern eine Wasserstandsmeldung“. Kurze Zeit später würde das Unternehmen seine Impfdosen deutlich günstiger angeboten haben.

Die „Bild“-Zeitung nun berichtet darüber, dass es auch aus der Union heraus Stimmen gibt, die darin vor allem ein „Fehlerverhalten“ der EU sehen. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, lässt sich zitieren: „Das Platzieren von Schnipseln aus den Verhandlungen ist ein erbärmliches Ablenkungsmanöver.“

Es sei zum „Fremdschämen“, dass ein solcher Vorgang sogar nach dem „verstolperten Impfstart“ der EU on top käme. Auch der Generelsekretär der CSU, Markus Blume, ließ sich zitieren: „Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier mit ein paar Nebelkerzen von dramatischen Unzulänglichkeiten bei der Impfstoffbeschaffung abgelenkt werden soll“.

Der Finanzstaatssekretär Wolfgang Schmidt von der SPD meint dazu: „Langsam werde ich auch sauer auf von der Leyen & Co.“. Dabei deutete er an, dass sogar Papiere „verteilt“ werden würden, „die andeuteten, BioNTech habe zu viel für sein Vakzin verlangt“.

Auch Karl Lauterbach sieht im Angriff auf BioNTech einen „plumpen Versuch“, vom eignen Versagen abzulenken.“ Wir dürfen gespannt sein.