Trumps Bitte bei Partner im Kampf um die Straße von Hormus geht derzeit ins Leere!

Der Ölmarkt reagierte zuletzt mit Nervosität auf die Zuspitzung rund um die Straße von Hormus. Der Preis für Rohöl überschritt dabei zeitweise die Marke von 100 Dollar pro Barrel, während gleichzeitig der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge nahezu zum Stillstand kam. In dieser Situation verschärfte US-Präsident Donald Trump den Ton gegenüber Staaten, die nach seiner Ansicht bislang zu wenig zur Sicherung der Route beitragen.

Während eines Flugs mit der Air Force One erklärte Trump am Sonntag, dass die Vereinigten Staaten nicht länger bereit seien, allein für die Sicherheit der Meerenge einzustehen. Länder, die von den Energielieferungen aus dem Persischen Golf abhängig seien, müssten selbst Verantwortung übernehmen. Er betonte, dass gerade jene Staaten aktiv werden sollten, deren Energieversorgung maßgeblich durch die Passage der Straße von Hormus verlaufe.

Besonders deutlich richtete sich diese Forderung an China. Trump verwies darauf, dass ein überwiegender Teil der chinesischen Rohölimporte durch die Meerenge transportiert werde. Im Vergleich dazu seien die Vereinigten Staaten nur in geringem Umfang von diesem Seeweg abhängig. Vor diesem Hintergrund stellte er die Frage, warum Washington weiterhin die Hauptlast für Schutz und Sicherheit dieser Route tragen solle.

Trump droht damit, man werde es sich merken

Aus Peking kam daraufhin eine eher zurückhaltende Reaktion. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums rief zur Deeskalation auf und forderte alle Beteiligten dazu auf, militärische Aktivitäten einzustellen. Konkrete Schritte, etwa die Entsendung chinesischer Marineeinheiten zur Sicherung der Route, wurden jedoch nicht angekündigt. Beobachter verwiesen zudem darauf, dass China seine Energieversorgung in den vergangenen Jahren stärker diversifiziert und gleichzeitig strategische Reserven aufgebaut habe.

Auch mehrere traditionelle Partner der Vereinigten Staaten signalisierten wenig Bereitschaft, militärisch aktiv zu werden. Japans Premierministerin Sanae Takaichi erklärte, dass derzeit keine Pläne bestünden, Marineschiffe in die Region zu schicken. Ähnliche Signale kamen aus Australien. Transportministerin Catherine King stellte klar, dass Canberra keine Schiffe entsenden werde. Neuseeland wiederum erklärte, es habe bislang nicht einmal eine entsprechende Anfrage erhalten und verfüge ohnehin nur über begrenzte Treibstoffreserven.

Hinter den Kulissen verwiesen Beobachter auf einen weiteren Aspekt. Die US-Regierung hatte ihre Verbündeten im Vorfeld militärischer Schritte gegen den Iran offenbar nicht konsultiert. Gleichzeitig waren mehrere dieser Partnerstaaten zuvor mit neuen Zöllen belegt worden. In diesem Kontext wirkte Trumps Forderung nach militärischer Unterstützung für manche Regierungen wenig überzeugend.

Ein weiteres Detail unterstrich die Unsicherheit in der Region. Berichten zufolge eskortierte selbst die US-Marine derzeit keine Handelsschiffe durch die Meerenge. Anfragen aus der Schifffahrtsbranche nach Geleitschutz seien wiederholt abgelehnt worden, weil das Risiko möglicher Angriffe als zu hoch eingeschätzt werde.

Für Europa hat diese Entwicklung besondere Bedeutung. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energierouten weltweit und transportiert rund ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssiggasaufkommens. Nachdem die Europäische Union im Zuge des Ukraine-Krieges ihre Energieimporte aus Russland stark reduziert hatte, gewann die Versorgung aus dem Persischen Golf deutlich an Gewicht. Aus Moskau kam in diesem Zusammenhang ein spöttischer Kommentar. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Europa habe sich selbst in eine neue Abhängigkeit manövriert und müsse nun höhere Energiepreise in Kauf nehmen.