Trump fordert Nato-Staaten zur Hilfe in der Straße von Hormuz auf

Die Lage im Nahen Osten verschärft sich zusehends – und sie setzt auch das westliche Bündnis unter Druck. In einem Interview mit der „Financial Times“ wandte sich US-Präsident Donald Trump ungewöhnlich scharf an die Nato-Partner. Sollten sie Washington nicht bei der Absicherung der Straße von Hormus unterstützen, stellte er offen die Zukunft der Allianz infrage. Die Botschaft war eindeutig: Wer sich verweigere, gefährde das transatlantische Verhältnis.

Seit Ende Februar führen Israel und die USA militärische Angriffe gegen den Iran. Ziel waren vor allem Anlagen des Atomprogramms sowie militärische Infrastruktur. Mehrere Einrichtungen wurden zerstört, hochrangige Vertreter der Führung in Teheran kamen ums Leben. Nach dem Tod von Ajatollah Ali Chamenei übernahm dessen Sohn Modschtaba Chamenei die Führung. Der Iran reagierte umgehend – mit einer Blockade der Straße von Hormus. Durch diese Meerenge wird ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Gastransports abgewickelt. Die Sperrung hat daher unmittelbare Auswirkungen auf Energiepreise und Weltwirtschaft.

Die Ölpreise drohen weiter durch die Decke zu gehen. Deutschland möchte den Spritpreis an den Tankstellen bürokratisch regeln. Eien ausgesprochen umstrittene Vorgehensweise.

Deutschland wird sich nicht beteiligen

Washington fordert nun konkrete militärische Unterstützung von europäischen Partnern, insbesondere Minensuchboote. Europa verfüge über deutlich mehr dieser Schiffe als die USA. Zugleich erinnerte Trump daran, dass Amerika in der Ukraine militärisch geholfen habe, obwohl der Konflikt weit entfernt liege.

In Berlin stößt diese Forderung bislang auf Zurückhaltung. Außenminister Johann Wadephul erklärte, derzeit sehe man keinen Anlass für eine deutsche Beteiligung an einer Mission in der Region. Zunächst müssten Ziele und weitere Schritte der USA und Israels klarer werden.

Während politische Entscheidungen diskutiert werden, sind die Folgen bereits spürbar: steigende Energiepreise und wachsende Sorge vor einer länger anhaltenden Krise. Experten rechnen damit, dass eine Blockade der Meerenge den Energiemarkt noch länger belasten könnte.