Das Bahnprojekt Stuttgart 21 könnte noch später fertiggestellt werden als bislang sozusagen noch später erwartet. Medienberichten z. B. aus der FAZ zufolge wird inzwischen mit einer vollständigen Inbetriebnahme Ende 2031 gerechnet. Damit würde sich die Fertigstellung gegenüber den ursprünglichen Planungen um mehr als ein Jahrzehnt verschieben. Bereits bei der Finanzierungsvereinbarung im Jahr 2009 war von einer Eröffnung im Jahr 2019 ausgegangen worden.
Eine offizielle Bestätigung der neuen Terminplanung liegt bislang nicht vor. Die Deutsche Bahn verweist auf eine anstehende Sitzung des Lenkungskreises und kündigte an, anschließend über das weitere Vorgehen zu informieren. Erste betriebliche Verbesserungen sollen nach aktuellen Planungen bereits ab Ende 2027 spürbar werden.
Als wesentliche Ursache für die Verzögerungen gelten technische Herausforderungen bei der Umsetzung des digitalen Bahnknotens Stuttgart. Das Projekt soll als erster vollständig digitalisierter Bahnknoten Deutschlands betrieben werden. Hierzu gehört die Einführung des europäischen Zugsicherungssystems ETCS, das künftig große Teile der bisherigen Signaltechnik ersetzen soll. Die Umsetzung dieser Technologie hat sich jedoch als komplexer erwiesen als ursprünglich angenommen.
Neben dem Zeitplan haben sich auch die Kosten deutlich verändert. Während die ursprünglichen Planungen von rund 4,5 Milliarden Euro ausgingen, werden die Gesamtkosten inzwischen auf etwa 11,3 Milliarden Euro geschätzt. Die Finanzierung zusätzlicher Kosten wurde bereits Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen.
Stuttgart 21 zählt damit zu den größten und zugleich umstrittensten Infrastrukturprojekten Deutschlands. Die Entwicklung des Projekts wird häufig als Beispiel für die Herausforderungen großer Bauvorhaben angeführt, bei denen technische Anforderungen, Planungsänderungen und lange Genehmigungsprozesse erhebliche Auswirkungen auf Zeitpläne und Budgets haben können.