in Finanzsystem

Die Chicago Board Options Exchange, eine der weltweit größten Optionsbörsen, hat am Montag den Handel mit Bitcoin Futures eröffnet. Damit ist in der Geschichte der Bitcoins eine neue Wegmarke erreicht.

Von Ernst Wolff – Futures zählen zu den Derivaten und sind nichts anderes als Wetten auf zukünftige Kursentwicklungen. Derivate erfüllen volkswirtschaftlich keine sinnvolle Funktion und dienen ausschließlich der Bereicherung von Spekulanten. Es waren diese Derivate, die das globale Finanzsystem bereits zweimal an den Abgrund geführt haben – 1998 und 2008.

Trotz aller Versprechen der Politik ist bis heute nichts gegen den Derivatehandel unternommen worden. Im Gegenteil: Wie man an der Einführung von Bitcoin-Futures sieht, werden sie trotz der offensichtlichen Gefahr, die sie für das globale Finanzsystem bedeuten, weiter aufgelegt. Für den Bitcoin heißt das: Sein Wert wird von nun an im globalen Finanzcasino bestimmt.

Der Bitcoin-Hype kommt dem System sehr gelegen

Das globale Finanzsystem ist seit 2008 nur durch das Schaffen enormer Geldsummen durch die Zentralbanken am Leben erhalten worden. Daher sind in den vergangenen Jahren an den Anleihen-, Aktien- und Immobilienmärkten riesige Blasen entstanden, die jederzeit zu platzen drohen. Vor allem aber ist ein historisch nie dagewesener Schuldenberg entstanden. Um ihn bedienen zu können, sind die Zinssätze immer weiter gesenkt worden – zum Teil bis in negatives Territorium.

Das aber zerstört zum einen das klassische Bankengeschäft (die Kreditvergabe), und führt zum anderen zwingend in eine nicht zu kontrollierende Inflation. Aus diesem Grund sind die Zentralbanken zurzeit bestrebt, die Zinssätze wieder anzuheben – angesichts des historischen Rekordstandes der globalen Schulden ein überaus heikles Vorhaben.

In dieser schwierigen Situation kommt dem System der Bitcoin-Hype sehr gelegen: Er zieht Gelder aus anderen Märkten ab und entspannt dort die Situation leicht. Zum anderen ermöglicht er Großinvestoren, in kurzer Zeit hohe Spekulationsgewinne einzufahren und so ihre Verluste durch Zinserhöhungen auszugleichen. Noch viel wichtiger aber ist die Tatsache, dass er sie in die Lage versetzt, die Bitcoin-Blase jederzeit nach ihren Wünschen platzen zu lassen. Bereits jetzt befinden sich große Bitcoin-Mengen in der Hand sehr weniger Besitzer – ein Trend, der wegen des Eingreifens institutioneller Anleger in naher Zukunft weiter zunehmen dürfte.

Da das Spekulationsgeschäft in der Hand erfahrener Börsenprofis liegt, ziehen diese natürlich alle Register und bemühen sich gegenwärtig nach Kräften, die Gans vor dem Schlachten noch richtig zu mästen. Dazu gehört vor allem eines: Große Mengen ahnungsloser Kleinanleger in das Geschäft mit hineinzuziehen. Das scheint – vor allem mit Hilfe der Mainstream-Medien – perfekt zu gelingen, denn beim Bitcoin-Rausch handelt es sich mittlerweile um den größten Hype in der gesamten Geschichte des Finanzwesens.

Die falschen Vorstellungen der Krypto-Anhänger

Bitcoin-Fürsprecher behaupten, ihr Produkt erfülle alle Voraussetzungen für eine Währung. Leider fehlt dabei die wichtigste: Bitcoins repräsentieren nämlich keinen realen Wert. Zwar leben wir in einer Welt, in der keine Währung mehr gedeckt ist, aber alle anderen sind früher einmal in Form der Edelmetalle durch einen realen Wert gedeckt gewesen. Dass sie es heute nicht mehr sind, ist das Ergebnis des Zerfalls des Bretton-Woods-Systems, das die USA 1971 zwang, den Dollar (und damit alle an ihn gebundenen Währungen) vom Gold zu lösen. Damit wurde eine Epoche eingeleitet, die zur Explosion des Finanzsektors und damit in das derzeitige globale Finanzcasino geführt hat.

Der durch nichts gedeckte Bitcoin ist somit die erste Währung, die von vornherein als Fiat-Währung zur Welt gekommen ist. Das allein zeigt: Kryptowährungen sind keine Herausforderung des bestehenden Geldsystems, sondern repräsentieren und symbolisieren ihrem Wesen nach die höchste Stufe seines Zerfalls und seiner Fäulnis.

Wie aber kann es sein, dass Krypto-Anhänger immer wieder darauf pochen, dass ihre vermeintlichen Währungen demokratisch seien und der Weltherrschaft der Banken ein Ende setzen würden? Auch das liegt in erster Linie daran, dass sie die Welt nicht in ihrer geschichtlichen Entwicklung betrachten und deshalb einem verhängnisvollen Irrglauben unterliegen: Sie meinen, dass die bestehenden Machtverhältnisse ohne politischen Kampf und nur mit Hilfe technischer Innovationen verändert werden könnten.

Das aber wird schon deshalb nicht möglich sein, weil sich die herrschende Finanzelite ihren wichtigsten Trumpf, nämlich das Monopol der Geldschöpfung, das zurzeit ausschließlich bei den Geschäftsbanken und den Zentralbanken liegt, niemals kampflos aus der Hand nehmen lassen wird.

Auch wenn die Blockchain-Technologie, die hinter den Kryptowährungen steht, revolutionär ist und mit Sicherheit eine Zukunft haben wird, muss man feststellen: Wem diese Technologie dient, wird nicht durch raffiniert erdachte Geldsysteme entschieden, sondern durch den Kampf um die politische Macht. Und diese liegt, auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen, derzeit fest in den Händen der Finanzelite, deren Vertreter momentan mit dem Bitcoin dasselbe tun wie mit allem, was sie in die Hände bekommen: Sie unterwerfen ihn ihren eigenen Interessen.

Quelle: antikrieg.com

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Das Erwachen wird für viele bitter werden, wenn die Blockchain wieder den „Wert“ hat, wo sie angefangen hat! Nämlich bei „0“!
    Wohl dem, der rechtzeitig in „richtiges Geld“ getauscht hat. (Edelmetalle)

  2. Tja.wenn man zeit hätte sich mit der Materie auseinander zu setzen, dann könnte man viel Geld „kreieren“…bloss habe ich leider leider einen normalen Job und auch Familie…und eigentlich ist das auch gut so.

  3. Ich befürchte, dass mit Hilfe unzähliger Kampagnen immer mehr Menschen animiert werden, in Bitcoins zu investieren. Sobald sie es getan haben, werden die Geldeliten Kasse machen und die Kurse werden einbrechen. Womöglich heisst es dann wieder „too big to fail“ und die Emittenten müssen mit Steuergeldern gerettet werden.

  4. Der Author dieses Schwachsinns hier mit seinem verblendeten(!) Links-Liberalismus hat offensichtlich jeden Sinn für Realität verloren bzw. beschäftigt sich hier mit Sachen, mit denen er sich nicht auskennt.

    „Sie meinen, dass die bestehenden Machtverhältnisse ohne politischen Kampf und nur mit Hilfe technischer Innovationen verändert werden könnten.“
    Ja meinen sie, ein Versuch ist es wert, es bringt auch nichts in die Vergangenheit zu gucken, denn „historisch“ gesehen, gab es sowas wie das hier noch nicht. Der Vergleich zum Fiat-Geld ist absolut schwachsinnig, denn Fiat-Geld war zentralisiert. Die größten Mengen von BTC sind nicht in Händen der Banken, sondern die, die von Anfang an dabei waren (meistens Hacker).

  5. Nach dem Lesen des Artikel bin ich total verwirrt, eine völlige planlose Aneinanderreihung von zufällig aufgeworfenen Themen rund um das Geldsystem, von dem der Autor anscheinend ein äußerst oberflächliches Verständnis besitzt. Die Einlöseverbindlichkeiten der Währung zum Gold wurden bereits in Deutschland 1914 aufgehoben, ebenso in den USA 1944 mit dem Bretton-Woods-System, dies aber vorerst nur als Kombination. 1973 drohte dem US-System der Kollaps, deshalb erfolgte da die vollständige Loslösung vom Gold zum Papiergeld. Darüberhinaus kann BTC keineswegs als Fiatgeld bezeichnet werden, da dieses, im Gegensatz zum Dollar, gedeckt ist – nicht durch ein Metall, sondern durch den begrenzenden Faktor: Energie.