Selbstständige: Opfer der Pandemie-Politik

Der Fokus der aktuellen Politik in der Corona-Debatte liegt wieder auf dem möglichen Maßnahmenkatalog für den Herbst und Winter. Doch die Folgen der Wirtschaftspolitik werden wohl größer sein, als dies in den vergangenen Wochen und Monaten bekannt geworden ist. Zahlreiche Selbstständige sollen aktuell „perspektivlos“ sein.

Staatliche Unterstützungen notwendig

Konkret allerdings sind derzeit vor allem die sogenannten Solo-Selbstständigen betroffen. Diese Menschen haben in aller Regel erst mit den ersten Januar-Hilfen die Unterstützungstöpfe erreicht. Vorhergehende Unterstützungen waren an Fixkosten gebunden, die nachgewiesen werden mussten. Diese Fixkosten haben zahlreiche Solo-Selbstständige überhaupt nicht.

Der „Business Insider“ veröffentlicht dazu Zahlen, die in den sechststelligen Bereich gehen. on April 2020 bis zum Juni 2021 sollen 132.000 Selbstständige Hartz IV beantragt haben, da sie ihren Beruf aufgegeben haben.

Die offenbar prognostizierte Zahl lag bei 20.000 und ist damit deutlich niedriger als das, was die Realität nun bereithält.

Dabei sind dem Bericht zufolge offenbar lediglich 1,9 % der Soloselbstständigen gegen Arbeitslosigkeit versichert gewesen – so hatte es zumindest der Deutsche Gewerkschaftsbund befunden.

Das DIW, Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat in einer Studie ermittelt, dass nur noch 76 % der Befragten selbstständig seien. Die FAZ wiederum wird dahingehend zitiert, dass insbesondere Frauen diese Form der Beschäftigung aufgeben würden.

Alexander Kritikos, hier als Forscher des DIW zitiert, würden die Neustarthilfen zu spät gekommen sein.

Fraglich ist vor diesem Hintergrund, wie die nächste Stufe der Wirtschaftspolitik in diesen Zeiten sich in den Zahlen gerade bei den Selbstständigen und den Solo-Selbstständigen niederschlagen wird. Aktuell ist kein weiterer massiver Lockdown geplant. Die Inzidenzen in Deutschland allerdings steigen derzeit wieder an.