in Politik

Wer in diesen Tagen wie Teile dieser Redaktion mit Arbeitnehmern der Automobilindustrie spricht, erfährt viel Bitterkeit. Die Umstellung der Industrie auf die E-Mobilität und die Dieselkrise werden zahlreiche Arbeitsplätze vernichten – auf Nimmerwiedersehen? Dabei scheint die Industrie sich selbst auf den Umschwung nur schleppend vorzubereiten.

Großes Werk, keine E-„Tankstellen“

Ein größeres VW-Werk etwa böte, so klagte eine Arbeitnehmerin, ihren Mitarbeitern noch nicht einmal die Möglichkeit, E-Autos mit Strom zu versorgen. Gerade einmal 16 Stellen stünden zur Verfügung – für tausende Mitarbeiter. Wer nicht „morgens um 5 Uhr“ vor Ort parke, habe „keine Chance“.

Symptomatisch für die Autoindustrie? Immerhin haben die großen Konzerne wie BMW, Volkswagen und Daimler nach Einschätzung vom „Focus“ „bereits Milliarden in die Entwicklung alternativer Antriebe investiert“.

Sie hätten nur zu spät mit der Entwicklung begonnen, würden aber immerhin wohl spätestens im Jahr 2030 gut auf den Wandel vorbereitet sein. Das große Scheitern bezieht sich in erster Linie auf die Zulieferindustrie. Diese Industrie konzentriert sich in der Regel vor allem auf die Bauteile, die für Verbrennungsmotoren benötigt werden. So trifft es kleine Zulieferer, aber auch die großen wie „Schaeffler“ oder etwa „Dürr“. Deren Zahlen werden sichtbar schlechter, womit die Krise ein Gesicht erhält.

Unternehmen wie „Eisenmann“ oder „Weber Automotive“ sind pleite bzw. meldeten Insolvenz an. Der „Pressehersteller Schuler“ hat 300 Mitarbeiter entlassen müssen – und auch in der kleinteiligeren Zuliefererindustrie scheinen die Auftragsvolumina zu schrumpfen. Ein tiefgreifender Wandel in der gesamten Industrie, den die Politik – nach bisherigem Stand – überhaupt nicht begleitet. Forderungen der „Grünen“ etwa, „die Bahn zu fördern“, lesen sich wie ein Sonntagsgebet vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Menschen schlicht ihren Arbeitsplatz verlieren. Auffanglösungen für Menschen, deren Wissen nicht mehr benötigt wird, sucht man in Deutschland derzeit vergeblich. Auch dies ist ein Grund dafür, dass die SPD derzeit so viele Wähler nicht mehr hinter sich weiß und zahlreiche Menschen sich scheinbar „radikalisieren“. Der Niedergang der SPD dürfte in diesem Zusammenhang unumkehrbar sein – lesen Sie hier.

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