in Medien

Bereits im letzten Jahr gab es zahlreiche Spekulationen um den Gesundheitszustand des russischen Präsidenten. Nach einer Reisepause von mehreren Monaten entstanden Gerüchte von einem schweren Rückenleiden über Wirbelsäulenkrebs bis hin zum Bauchspeicheldrüsenkrebs. Insbesondere die angebliche Krebserkrankung soll der Grund sein, die Putin in der Ukraine zur Eile antreibe. Er wolle mit der Vergrößerung Russlands ein Vermächtnis hinterlassen. Putins Sprecher Dmitri Peskow dementierte all diese Gerüchte.

Es ist zwar anzunehmen, dass im Falle von gesundheitlichen Problemen des russischen Präsidenten, diese geheim gehalten werden würden, aber das bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass an den Spekulationen etwas dran sein muss. Die Quellen dieser Gerüchte werden jedenfalls als fragwürdig angesehen.

Das Krankreden des russischen Präsidenten findet kein Ende

Doch die Krebsgerüchte waren scheinbar noch nicht genug. Vor wenigen Tagen wurde publik, dass das Pentagon behauptete der russische Staatschef leide am Asperger-Syndrom, einer leichten Form von Autismus.

Diese Annahme bezieht sich auf Untersuchungen von Brenda Connors, Expertin für Körpersprache am Naval War College (Newport), anhand von Videoaufnahmen seit dem Jahr 1996. Zu diesem Zeitpunkt war Putin noch nicht Präsident. In dem Forschungsbericht sei davon die Rede, dass Putin an einer autistischen Störung leide, „die all seine Entscheidungen beeinflusst“.

Ebenso wird behauptet, dass Putins neurologische Entwicklung in seiner Kindheit „maßgeblich unterbrochen“ gewesen sein soll. Woher diese Information stammt ist aber nicht nachvollziehbar.

Als Bestätigung für das Asperger Syndrom wird sein Führungsstil genannt, da dieser von extremer Kontrolle geprägt sei. Wo ist denn da der Unterschied zu anderen Präsidenten, anderer Länder? Der als sehr sportlich bekannte Präsident, soll seine rechte Körperhälfte nur sehr grobmotorisch bewegen.

Zuverlässigkeit oder Unzuverlässigkeit der Untersuchungen

Persönliche Untersuchungen gab es nicht, ein Gehirnscan von Putin liegt den Forschern ebenfalls nicht vor. So viel zur Zuverlässigkeit dieser Untersuchungen.

Es braucht wohl nicht extra betont werden, dass diese Herangehensweise um eine Diagnose zu stellen, in höchstem Maße unwissenschaftlich ist. Einem an den Untersuchungen beteiligten Wissenschaftler dürfte dies mittlerweile bewusst sein, denn dieser nimmt heute Abstand von der damaligen Ansicht „Putin das Asperger-Syndrom zu attestieren“ und gibt an, dass er den Endbericht nie gesehen hat. Es wären zwar Verhaltensauffälligkeiten zu erkennen, wie ein defensives Verhalten bei hoher sozialer Interaktivität, allerdings sind nur durch Eins-zu Eins-Situationen in ruhiger Umgebung fundierte Ergebnisse möglich, so der Forscher.

Es stellt sich die Frage, wie viel Geld in Forschungsprojekte wie dieses über ein mögliches Asperger-Syndrom des russischen Präsidenten, gesteckt wurde, während andere wichtigere und dringendere Projekte aufgrund fehlender Gelder brachliegen. Es ist eben wichtiger Putin auf scheinbar wissenschaftlicher Basis irgendwelche Krankheiten andichten zu können, die auf diesem Wege ohnehin niemals zuverlässig diagnostiziert werden können.

Was die Verhaltensauffälligkeiten des Führungsstils von Politikern in entscheidenden Positionen betrifft, könnte man auf diese (un)wissenschaftliche Weise, wohl jedem irgendeine Störung unterstellen. Sicherlich würde man auch nicht immer falsch liegen, das ändert aber nichts an der fehlenden Seriosität von Ferndiagnosen.

Auffälligerweise werden seit Monaten vor allem Putin eine Palette von Krankheiten unterstellt. Selbst wenn an irgendeinem der Gerüchte einer Krankheit etwas dran sein sollte, so entstehen diese nicht aus Anteilnahme oder Mitgefühl, sondern verfolgen wohl eher den Zweck, das Verhalten des Präsidenten mit einer Krankheit in Zusammenhang zu bringen und ihm seine Führungsfähigkeit abzusprechen. Erreichen werden sie damit wohl kaum etwas. Immer mehr Menschen wachen auf, und lassen sich nicht mehr auf diese plumpe Weise beeinflussen. Der Schuss könnte also nach hinten losgehen – auch für die Mainstreammedien, die sich eifrig an diesen Spekulationen beteiligen.

Quellen:
http://derstandard.at/2000007528223/Krebsgeruechte-um-Putin-Hektische-Dementi
http://www.rundschau-online.de/politik/russlands-praesident-wie-krank-ist-putin-wirklich-,15184890,21033028.html
http://www.handelsblatt.com/politik/international/pentagon-studie-putin-soll-am-asperger-syndrom-leiden/11340042.html
http://www.huffingtonpost.de/2015/02/05/pentagon-behauptet-putin-leidet-am-asperger-syndrom_n_6622156.html

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Kommentar

  1. Verbrecheramerika ist jedes Mittel recht, politisch bedrohliche Kontrahenten auszustechen. Jetzt werden sogar schon Pseudodiagnosen gegeben, um Putins Glaubwürdigkeit zu untergraben. Wenn er an „Asperger“ oder sonst einem Humbug, aufgrund seiner politischen Führung leiden soll, dann frag ich mich, unter welchen wahnhaften, schizophrenen Krankheiten sämtliche US-Präsidenten litten, die rücksichtslos Kriege führten und die gesamte Weltbevölkerung verarscht haben, um ihre Nation von Idioten zu festigen und ihre Macht auszuweiten.

  2. Diese Mutmaßungen sind nichts als Wunschdenken. Vielleicht will man aber auch den Boden für die Erklärungen vorbereiten, wenn man ihn mal vergiftet hat. Wenn man weiß wie die CIA und mit ihr befreundete Dienste alle Jahre vorgegangen sind, muss man doch mit allem rechnen!

    MIt welcher Gier doch Obama und Hillary Clinton auf die Nachricht von der Liquidation Bin Ladens spitzten! Beachtlich auch, wie gezielt das aerikanische Militär Gaddhafi wiederholt persönlich auslöschen wollte, bis man ihn tatsächlich physisch vernichtete. Kein Wunder auch, dass Fidel Castro, der weiß, dass US-Präsidenten Mordaufträge für ihn erteilten, heute kein Vertrauen in den großen Nachbarn Kubas hat!