in Finanzsystem

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, haben führende Vertreter EU und Eurozonenvertreter einen grenzenlosen Rettungsschirm für die Eurozone gefordert.

Dem ESM soll Zugriff auf Kredite bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ohne jedes Limit gewährt werden, was einer Banklizenz gleichkommt.
Süddeutsche Zeitung

Sobald die EZB einwilligt die vom ESM aufgekauften Anleihen als Sicherheiten für frisches Zentralbankgeld zu akzeptieren, wird ein theoretisch unbegrenztes Perpetuum Mobile der Geldschöpfung in Gang gesetzt.

Diese Meldung kommt nach dem bekanntgewordenen Besuch des amerikanischen Finanzministers Geithner beim deutschen Finanzminister in dessen Urlaubsdomizil auf Sylt nicht sehr überraschend.
Dem Anschein nach, hatte der amerikanische Kollege allerlei guter Ratschläge für sein Gegenüber mitgebracht.

Ratschläge vom amerikanischen Finanzminister

Geithner hatte im Vorfeld bereits eine „Bazooka“ gegen die europäische Schuldenkrise gefordert. Der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi ließ umgehend verlauten, die EZB würde alles in ihrer Macht stehende tun, um die Eurozone vor einem auseinanderbrechen zu bewahren.
Um hier keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen: Beide Herren sind zwar als Beamte ihren Auftraggebern (den Bürgern ihrer Länder) verpflichtet, haben jedoch lange Karrieren in den höchsten Kreisen der so genannten „Hochfinanz“ hinter sich. Wie bereits weithin bekannt, arbeitete Herr Draghi für die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs in leitender Position und Herr Geithner war Chef der wichtigsten (Teil-)Zentralbank der USA, nämlicher der New Yorker FED welche sich vollständig in privater Hand befindet.
Zu den Befürwortern einer solchen „Bazooka“ sollen angeblich Eurostaaten wie Frankreich und Italien sowie führende EZB-Ratsmitglieder zählen.

Deutsche Ökonomen wie der ehemalige Chefvolkswirt der EZB Jürgen Stark verurteilen die Idee scharf. Es würden damit eurpäische Verträge gebrochen sowie Grundprinzipien der monetären Politik beiseite geschoben:

„Wir sind bereits in einer sehr extremen Dehnung des europäischen Rechts, um das mal gelinde zu sagen.“
Der Spiegel

Man mag zur Ansicht gelangen, dass nach den zahlreichen Vertragsbrüchen im Zuge der Bekämpfung der Krise des Geldsystems, dieser letzte konsequente Vertragsbruch kein Novum darstellt und somit nicht mehr entscheidend ins Gewicht fällt.

Doch was passiert, wenn eine kleine, Immune und zur Geheimhaltung verpflichtete Gruppe von Personen die Berechtigung erhält im Namen von mehreren hundert Millionen Menschen unbegrenzt Schulden zu machen?
Wohin fließt das Geld aus dieser unbegrentzen Geldschöpfung?
Was ist die Konsequenz aus einer solch wundersamen Geldvermehrung?

 Jim Rogers –  Inflationary Holocaust (ab 04:30)

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=JvvzakvBdx8[/youtube]

Geld zur Rettung von Mitgliedsstaaten?

Alle bisherigen Rettungsaktionen im Zuge der Bekämpfung der Schuldenkrise sind in keinster Weise der unter höchsten Steuerbelastugen bei gleichzeitiger Rekordarbeitslosigkeit und entscheidenen Kürzungen in allen öffentlichen Bereichen ächtzenden Bevölkerung zu Gute gekommen.
Griechenland wurde gerettet? Schenkt man nur einem Bruchteil der Berichte aus Griechenland Glauben, so dürfte die dortige Bevölkerung von den vielen Milliarden nicht viel zu spüren bekommen haben.

Spanien wurde geholfen? Die letzte Tranche des zur Verfügung gestellten Kredits ging sogar hochoffiziell an die maroden Banken des Landes. Für die perspektivenlose und mit einer Arbeitslosigkeit von 52% gestraften spanischen Jugend waren die 100 Milliarden nicht bestimmt. Einzige Neuerung: Dieses mal wurde das auch offen kommuniziert und nicht wie im Falle Griechenlands, von einer Rettung der Griechen gesprochen.

Anfänglichen Dementis zum Trotz handelt es sich bei der Eurorettung ausschließlich um eine Rettung der europäischen Banken. Auf Kosten der nächsten Generationen.

Wiederholt sich die Geschichte?

Viele Leser werden sich noch gut an den Geschichtsunterricht in der Schulzeit erinnern. In Österreich wie in Deutschland wird dabei ausführlich die Zeit des dritten Reichs behandelt. Von den Anfängen bis zum Untergang.
Zumindest einigen werden sich folgende Frage aufgedrängt haben:

Warum hat niemand etwas gegen diesen Irsinn unternommen?

Wie konnten unsere Groß- bzw. Urgroßeltern dieses berüchtigte Ermächtigungsgesetz geschehen lassen?

Warum ist niemand gegen die Machtergreifung aufgestanden?

Es war doch klar abzusehen wohin der Weg führen würde!

Europas Bürger von heute sind im Begriff zuzulassen, dass sich eine kleine Gruppen von Personen in undemokratischer Weise der Staatsfinanzen (und damit der Handlungsfreiheit) eines ganzen Kontinents bemächtigt.

Die Auftraggeber dieser Personen betreiben ein gigantisches Schneeballsystem mit Hilfe dessen sie unvorstellbare Mengen an ungedecktem Papiergeld erschaffen haben für welches nun das Vermögen der Bürger als Deckung dienen soll.

Was werden unsere Kinder in den Geschichtsbüchern lesen und welche Fragen werden sie uns dann stellen?
Was werden wir antworten?

(sh) (Dieser Artikel steht unter der Attribution-NoDerivs 3.0 Unported Lizenz und darf mit Verlinkung frei weiterverbreitet werden)

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Kommentar

  1. … und die Nationalhymne des neuen Großdeutsch… äähh Groß-Europa geht folgendermaßen
    (nach der Melodie der deutschen Nationalhymne):

    Wachstum, Wachstum über alles, über alles in der Welt!
    Danach lasst uns alle streben, hirnlos, geldgeil, Geld nur Geld!
    Inflation und Sozialabbau sind des EURO Unterpfand!
    Wachstum, Wachstum über alles, über alles in der Welt!

    • Unser momentanes Geldsystem funktioniert nur bei ständigem exponentiellem Wachstum.

      Klarerweise kann das in einer „endlichen“ Welt nicht funktionieren, deshalb geht man nun dazu über die Geldmenge eben ohne Gegenwert an Gütern zu erweitern.

      Einziger kleiner Schönheitsfehler: Diese Vorgehensweise führt zur Verelendung von Millionen Menschen.

      Kollateralschaden eben …