Wehe, wenn die Schuldenbombe explodiert

Im Jahr 1776, dem Gründungsjahr der Vereinigten Staaten von Amerika, sprach der britische Ökonom Adam Smith (1723 – 1790) eine Warnung aus, die auch heute noch nichts von ihrer Dringlichkeit verloren hat: „Wenn die öffentliche Schuld eine bestimmte Höhe überschritten hat, so gibt es, glaube ich, kein einziges Beispiel, wo es je gelungen wäre, sie auf gerechte Weise und vollständig zurückzuzahlen.“

Die seitdem vergangenen 249 Jahre waren mit vielem gefüllt, allerdings nicht mit Beispielen bei denen es Staaten gelungen ist, die Schuldenfalle zu verlassen und aufgenommene Schulden vollständig zurückzubezahlen. Deutschland und Österreich zählten im 20. Jahrhundert zu den Staaten, die gleich mehrfach ihre Währungen in einer explodierenden Schuldenbombe versinken sahen. Zwei verlorene Kriege mit anschließender Hyperinflation lösten die Ersparnisse der meisten Menschen nahezu in Luft auf.

Aktuell sieht es nicht danach aus, dass den Menschen im 21. Jahrhundert die Erfahrungen ihrer Groß- und Urgroßeltern erspart bleiben werden, denn erneut haben viele Staaten Schulden angehäuft, von denen niemand weiß, wie sie jemals zurückgezahlt werden sollen. Noch lässt sich die Lage in Deutschland und Österreich als einigermaßen stabil beschreiben, aber über den Euro sind beide Länder wieder mit vorne dabei, wenn es darum geht, die Schulden über eine hohe Inflation zu „entsorgen“.

Geben die Notenbanken den Kampf gegen die Inflation in den nächsten Monaten endgültig auf?

Rund um den Globus lässt sich derzeit das gleiche Phänomen beobachten: Die Politiker wissen nicht mehr, wie sie die Zinslasten für die bereits vorhandenen Schulden bezahlen sollen. Außer neuen Schulden und höheren Steuern und Abgaben fällt ihnen nicht viel ein. Deshalb sollen es erneut wie in den 2010er Jahren die Zentralbanken richten, indem diese ihre Zinsen wieder deutlich absenken.

Sinkende Zinsen führen zu niedrigeren Kreditkosten und allein diese stehen für die Politik im Vordergrund. Während diese Forderung erhoben wird, ist die Inflation in den meisten Ländern weiterhin hoch. Sie liegt zwar nicht mehr auf dem hohen Niveau der Jahre 2022/23, als das viele während der Corona-Zeit ausgeschüttete Geld plötzlich die Märkte überschwemmte und die Kaufkraft der Währungen unterminierte, aber die Inflation liegt immer noch über der 2%-Marke, die lange Zeit das „Inflationsziel“ der Zentralbanken war.

Noch sträuben sich die Zentralbanken, dem politischen Druck nachzugeben. Allerdings arbeitet die Zeit gegen sie und für die Politik. Im Mai endet die Amtszeit von Jerome Powell als Chef der US-Notenbank und wir können davon ausgehen, dass US-Präsident Donald Trump alles in seiner Macht stehende tun wir, um einen Nachfolger zu ernennen, der ihm die gewünschten niedrigen Zinsen verschafft.

Ob die Europäische Zentralbank dem Vorbild einer US-Notenbank, welche die Zinsen deutlich senkt, lange standhalten kann, bleibt abzuwarten. Sehr wahrscheinlich ist diese Option nicht. Deshalb sind für die nächsten Jahre negative Realzinsen und eine hohe Inflation zu erwarten. Wer ihr entgehen will, tut gut daran, seine Ersparnisse aus dem Geldsystem abzuziehen und in Sachwerte anzulegen.